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SoftMaker Office HD: Alternative Office-Lösung im Kurztest

Es gibt mittlerweile so einige Apps unter Android, mit denen sich Office-2-Go im Tablet-Format bewältigen lässt. Lange Zeit hat Microsoft gezögert, Office für Android-Tablets auf den Markt zu bringen und in der Zwischenzeit haben andere Unternehmen so einige interessante Alternativen auf den Markt gebracht. Dazu zählt auch Office HD von Softmaker, eine Office-Suite bestehend aus insgesamt drei Applikationen – TextMaker, welches das Pendant zu Word darstellt, PlanMaker für Tabellen und Presentations dem Namen entsprechend für Präsentationen. Das besondere an Office HD ist sicherlich auf den ersten Blick die Optik, denn anstatt dem modernen Trend des Minimalismus zu folgen, setzt man auf altbewährte Bedienkonzepte.

Wer also jahrelang mit Open Office oder älteren Versionen von Microsoft Office gearbeitet hat, wird sich unmittelbar wohlfühlen. Zentrales Bedienelement in allen Applikationen ist die Werkzeugleiste am oberen Rand – Office HD eignet sich vor allen Dingen für diejenigen, die sich nicht an eine neue Oberfläche antasten wollen und denen der pragmatische Aspekt wichtiger ist, als eine vereinfachte Oberfläche. Der Vorteil bei Office HD ist, dass sich im Prinzip alle Funktionen – sei es nun zur Formatierung des Textes, des Seitenlayouts, zum Einfügen von Bildern oder Tabellen – mit wenigen Schritten finden lassen. In den Einstellungsmenüs sind unzählige Optionen und Werkzeuge vorhanden, sodass Office HD sicherlich auch anspruchsvollere Nutzer zufrieden stellen kann.

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Intuitiv ist Office HD insofern, dass es recht nahe liegt, wo welche Funktionen zu finden sind, wenngleich die Werkzeugleiste dafür im Gegenzug einen Großteil des Bildschirms einnimmt. Gerade bei kleineren Tablets kann dies einen Nachteil darstellen – die Icons sind aber gerade groß genug gewählt, damit man sie problemlos antippen kann. Ob man den pragmatischen Ansatz der minimalistischen Oberfläche anderer Office-Apps vorzieht, ist Geschmackssache.

Riesiger Funktionsumfang, allerdings ausbaufähige Bedienung

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Überhaupt ist Office HD optisch zwar stark an gängige Office-Lösungen für den PC gehalten, doch in der Bedienoberfläche im Hinblick auf die Verwendung mit Touchscreen ausgelegt – was auch die recht großzügig dimensionierten Bedienelemente verdeutlichen. Die Symbolleisten lassen sich zwar anpassen, indem Elemente hinzugefügt oder verborgen werden. Eine Neuskalierung ist allerdings nicht möglich, obwohl diese bei manchen Tablets sicherlich sinnvoll wäre, denn schließlich gibt es auch Nutzer, die ihr Gerät zum Beispiel mit dem beigefügten Stylus verwenden und dann gar keine derart großen Bedienelemente benötigen. Prinzipiell kann man unter Android zudem auch mit einer Bluetooth-Maus arbeiten – das geht mit Office HD zwar auch, aber die sehr großen Bedienelemente legen eine Touchbedienung doch näher.

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Letzten Endes muss man sich auch für den riesigen Funktionsumfang begeistern können. Einerseits bieten sich dafür umfangreiche Möglichkeiten zur Bearbeitung von Dokumenten, auf der anderen Seite vervielfachen sich dadurch die Menüs und Untermenüs. Wer lediglich auf die grundlegenden Features zurückgreifen möchte, kann einen Großteil der Symbolleisten auch einfach deaktivieren, was aber natürlich die Anschaffung einer solch umfangreichen Office-Suite ad absurdum führen würde.

Nicht uneingeschränkt kompatibel

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Der Punkt, an dem die meisten Office-Lösungen für Android scheitern, ist die Kompatibilität und bei SoftMakers Office HD ist dies leider gleich in zweifacher Hinsicht ein Punkt, an dem Probleme auftreten können. Zunächst einmal sind eine ganze Reihe von älteren Geräten, die keinen ARM-Prozessor besitzen, nicht mit der Office Suite kompatibel – genauer gesagt sind das schlichtweg Tablets mit Intel-Prozessor, von denen es bekanntlich eine ganze Reihe gibt. Es ist streitwürdig, ob der Fehler nun bei den Entwicklern von SoftMaker oder aber bei den Hardware-Herstellern zu suchen ist, doch in jedem Falle ändert das nichts an der Tatsache, dass Office HD sich auf vielen Geräten mit Intel-Prozessor und Android-Versionen vor 4.4 KitKat nicht stabil verwenden lässt.

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Neue Intel-Tablets sind von dem Problem zwar nicht betroffen, aber auf Geräten wie dem Samsung Galaxy Tab 3 10.1 oder dem ASUS Transformer Book Trio lassen sich immer wieder Abstürze oder zumindest grafische Anzeigefehler beobachten. Andere Geräte mit MediaTek-CPU oder insbesondere einer Hardware-Tastatur – von uns getestet wurde das Transformer Prime – scheinen ebenfalls Probleme mit Office HD zu haben. Darüber hinaus ist die Kompatibilität mit aufwendigen Word-Dokumenten gelegentlich ein Problem, da nicht alle Formatierungen richtig dargestellt werden. Wie bei im Prinzip allen anderen Office-Lösungen auch, muss hier und da ausgebessert werden, damit die Dokumente in einer ansprechenden Form dargestellt werden.

Office HD schlägt insgesamt mit einem Preis von rund 24 Euro zu Buche – für eine mobile App sicherlich ein stolzer Preis, jedoch für eine vollwertige Office-Lösung sicherlich nicht zu viel verlangt. Allerdings sollte man vor dem Kauf unbedingt die kostenlosen Trial-Versionen für 30 Tage ausprobieren, um zu überprüfen, ob das eigene Gerät tatsächlich kompatibel ist. Gerade bei Tablets mit Intel-Prozessoren sowie einer Keyboard-Dock können hier Probleme auftreten, die die Funktion von Office HD erheblich beeinträchtigen.



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