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Microsoft Surface geschenkt

Microsoft Surface RT: Gründe für den Misserfolg

Microsoft hat im Sommer 2012 einen wichtigen Schritt getan. Der Software-Riese hat entschieden, sich dem Markttrend zu beugen und ebenfalls Tablets in eigener Regie herzustellen. Ob das wirklich nötig war, können wir heute beobachten. Wie Barrons berichtet, hat Microsoft im 4. Quartal gerade einmal 700.000 Geräte an den Mann bringen können. Geplant waren 2 Millionen und davor lagen die Erwartungen vor einigen Monaten bei 4 Millionen.

Microsoft Surface

Dass sich das Microsoft Surface RT Tablet so schlecht verkaufen würde, dachte man sich beim Release vor einigen Monaten wohl kaum. Sukzessiv hat Microsoft Federn lassen müssen. Nachdem die Microsoft-Flunder beim Online-Verkaufsstart schnell vergriffen war, konnte man doch vermuten, dass es zumindest ein gewisses Interesse an dem Gerät gegeben haben dürfte. Jetzt aber heißt es seit einiger Zeit, der Verkauf ginge schleppend voran. Da stellt sich die Frage: Warum ist das Surface RT für Kunden so wenig attraktiv?

Das erste Problem liegt bereits im Namen: Microsoft Surface RT. Microsofts Marketingstrategie war es, das Surface als „Tablet mit dem sich arbeiten lässt“ zu promoten. Um dies zu einem angeblich vernünftigen Preis zu können, wurden zwei Klassen von Surface-Geräten geschaffen. Einerseits Windows RT, das sozusagen für User der Economy-Class gedacht war, und andererseits das eigentliche Windows 8 für die Business-Class. Windows RT bietet aufgrund der geringen App-Vielfalt kaum einen Mehrwert im Gegensatz zur Konkurrenz iOS und Android. Diejenigen, die sich ein Surface-Tablet kaufen wollen, werden wohl eher auf das Surface Pro warten, welches auch ältere Windows-Programme unterstützt.

Das zweite Problem ist der Preis. Es versteht sich von selbst, dass man sich für 479 Euro sehr gut überlegt, ob man ein Surface mit eher mittelprächtigen Spezifikationen einem iPad 3/4 oder einem – sofern verfügbar – Nexus 10 vorzieht. Man kann auf dem RT genauso gut oder schlecht arbeiten wie auf einem iPad. Der Mehrwert, den Windows mit Multitasking, Kompatibilität usw. hatte, wird durch RT völlig ausgehebelt.

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Das Surface hat durchaus seine Vorzüge; aber es scheint, als würde die RT-Version tatsächlich nur ein billiger Abklatsch dessen sein, was Microsoft eigentlich mit dem Surface vorhatte. Aus meiner Sicht hätte man sich RT wirklich sparen können. Natürlich sind die Beweggründe klar. Es ist durchaus lukrativ, in sein Betriebssystem einen App Store zu integrieren, mit dem sich über Gebühren ordentlich Geld verdienen lässt (siehe Apple). Trotzdem scheint es nicht der richtige Weg zu sein.

Mein Fazit ist, dass Microsoft zwei wesentliche Dinge falsch gemacht hat: Zuerst hätte man sich sehr gut überlegen müssen, ob man nicht bei dem alten Modell bleibt, einfach munter seine Software an andere zu verkaufen und sich aus dem Hardware-Geschäft herauszuhalten. Zweitens hätte man sich, wenn man in den Hardware-Markt einsteigt, statt einer Zwei-Klassen-Lösung – sprich Economy und Business – auf eine einheitliche Lösung einigen müssen. Dazu zählt es, die Vorzüge von Windows auf einem Tablet mit der neuen Modern UI zu kombinieren. Vermutlich wäre es besser gewesen, das Surface Pro sofort auf den Markt zu bringen – ohne den RT-Schnick-Schnack. Sozusagen eine First-Class für alle.

Was bleibt zu sagen? Microsoft ist kein Unternehmen, das den gleichen Anspruch wie Apple vertritt. Trotzdem ist es die einzigartige Stärke dieses Unternehmens, sich immer wieder mit kleinen Schritten dem anzunähern, was Kunden wollen. Deshalb glaube ich trotz des Misserfolgs des Surface RT, dass wir Microsoft auf dem Tablet-Markt noch lange nicht abschreiben dürfen.


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