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Archos gamepad

Archos Gamepad im Test – tolles Konzept bei mäßiger Umsetzung

Viele haben auf das Gampad von Archos gewartet, die Tests hierzu fielen allerdings überwiegend negativ aus. Da das Gerät sich jedoch immer noch sehr gut verkauft, haben auch wir es uns einmal angeschaut.

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Design und Hardware

Lieferumfang

Wenig spektakulär wird das Gamepad mit einem Netzteil und einem Micro-USB-/USB-Kabel ausgeliefert. Ansonsten findet sich noch ein neunsprachiges Handbuch, ein Garantiezettel sowie eine Anleitung für das später erklärte Mapping-Tool im Päckchen.

Design

Drei Farben dominieren das Archos Gamepad. Zum einen ein hellgrauer Displayrahmen, welcher dem eines typischen Tablets entspricht. Daran schließt sich ein dunkelgrauer Rahmen welcher sowohl die Knöpfe als auch die Lautsprecher umfasst. In ebendieser Farbe ist auch die Rückseite lackiert worden. Schwarz ist die dritte und letzte Farbe, in welcher die Knöpfe lackiert wurden. Allerdings gibt es auch zwei Schultertasten, welche den gläsernen Äquivalenten einer PSP nachempfunden wurden.

Archos Gamepad

Anschlüsse

Das Archos Gamepad wartet mit einem HDMI-Anschluss, einem Micro-USB-Port, einem Clinch-Anschluss sowie einem Steckplatz für microSD-Karten auf. Das ist nicht spektakulär, angesichts des Preises von zurzeit 99 Euro allerdings angemessen. Ein Nexus 7 bietet hier zum höheren Preis weniger Anschlussmöglichkeiten.

Archos Gamepad Anschlüsse

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität des Archos Gamepad ist durchweg gut. Zwar könnten gerade die Druckpunkte der Digikreuz-Tasten durchaus knackiger sein, „befriedigend“ ist sind sie jedoch immer noch. Die Spaltmaße passen, einzig die Materialien fühlen sich insgesamt nicht sehr wertig an. Stabil ist das Gerät jedoch.

Wärmeentwicklung

Beim Laden wird der fest verbaute Akku des Gamepad recht warm, gleiches gilt für den Spielebetrieb. Gerade N.O.V.A. 3 fordert dem Gamepad viel ab, dadurch erhitzt es stark. Eine Gefahr für die Gesundheit aufgrund der Wärmeentwicklung besteht allerdings nicht. Andere Spiele wie Asphalt 7 oder Zenonia 5 lassen das Gamepad verhältnismäßig kühl bleiben. Insbesondere bei einfachen Aufgaben wie dem Surfen, E-Mails checken und Youtube-Videos schauen bleibt das Gerät angenehm kühl.

Lautsprecher

Die Klangqualität der verbauten Lautsprecher des Gamepad lassen leider zu wünschen übrig. So klingen Töne sehr blechern, und das Akustikbild wirkt verrauscht. Da Handhelds aber in der Regel in der Öffentlichkeit genutzt werden, können Kopfhörer diesen Umstand wieder wett machen. Daher fließt dieser Kritikpunkt auch nicht sonderlich stark in die Bewertung ein.

Besonderheiten der Hardware

Wie auch schon auf den Bildern zu erkennen und vom Namen abzuleiten, handelt es sich beim Archos Gamepad um eine portable Spielekonsole welche Android als Betriebssystem nutzt. Besonderheiten sind deshalb auch die verbauten physischen Knöpfe, welche mittels des mitgelieferten „Mapping-Tools“ Tastendrücke in Touch-Eingaben umwandelt und so dem Tablet vorgaukelt, aktiv das Display zu benutzen.

Buttons Archos Gamepad

Display

Auflösung

Mit 1024 × 600 Bildpunkten positioniert sich das Archos Gamepad definitiv im unteren Segment. Selbst bei Betrachtung aus größerer Distanz sind einzelne Bildpunkte noch gut zu erkennen. Im Jahre 2010 wäre diese Auflösung noch zufriedenstellend gewesen, da zum Beispiel auch Samsungs erstes Galaxy Tab diese Auflösung hatte; im Jahre 2013 kann man angesichts des Einführungspreises von 150 Euro jedoch prinzipiell mehr erwarten.

Helligkeit

Auch bei der Helligkeit enttäuscht das Display. Mit maximal 243 cd/m² reicht die Leuchtkraft gerade im Sommer nicht, um das Tablet auch im Freien benutzen zu können. In Räumen reicht die Beleuchtung zwar aus, doch für eine mobile Spielekonsole ist das eindeutig zu wenig.

Farben, Kontrast, Blickwinkel

Gerade bei einem Handheld ist es wichtig, einen möglichst großen Blickwinkel zu haben, da ein solches nicht immer in optimaler Haltung benutzt beziehungsweise bespielt werden kann. Leider rächt sich auch hier das mäßige Display und überzeugt ebenfalls nicht. Während die Displayleistung bei kleinen Veränderungen des Blickwinkels noch passabel ist, fällt die Qualität mit jedem Grad des Winkels in hohem Maße.

Die Farben werden nur passabel wiedergegeben. Hinzu kommt, dass der Bildschirm einen leichten Blaustich hat – dies fällt jedoch nur auf, wenn gerade kein Spiel läuft. Der Kontrast ist hingegen größtenteils solide. Zwar reicht er nicht an andere Tablets wie das Nexus 7 heran, zum Youtube-Videos schauen reicht er allemal. Einzig schwarz wirkt nicht ganz natürlich und ähnelt mehr einem dunklen Grau.

Kamera-Qualität

Wie nicht anders zu erwarten, hat die Frontkamera, welche auch die einzig verbaute ist, nur eine geringe Auflösung. Die damit erzeugten Fotos weisen ein starkes Rauschen und starke Artefakte auf. Warum Archos überhaupt eine verbaut hat, bleibt demnach ein Rätsel.

Archos Gamepad Kamera

Software

Das Archos Gamepad wird mit Android 4.1.1 alias „Jelly Bean“ ausgeliefert. Auch hier gilt das selbe wie zuletzt beim Amerry TV-Stick: Da 4.1.2 nur wenige Bugfixes und als größeres Feature die „Tiles“ enthält, ist es zu verschmerzen, dass die aktuelle Version nicht verfügbar ist. Auf Anfrage bei Archos hieß es, dass ein Update „coming soon“ wäre. Ob man dieses Versprechen halten kann, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen.

Anpassungen

Diesbezüglich hält sich Archos zurück: Der Nutzer bekommt die pure Android-Oberfläche zu sehen. Lediglich ein Knopf in der unteren Leiste deutet an, dass es sich hierbei um eine portable Spielekonsole handelt. Mittels diesem startet das sogenannte „Mapping-Tool“ von Archos.

Mapping-Tool

Mithilfe des „Mapping-Tools“ emuliert das Gamepad Displayeingaben über die Hardwareknöpfe, so ist ein wesentlich komfortableres Spielen als bei Steelseries Free Touchscreen Gaming Controls möglich. Im Test funktionierte die App auf Anhieb und leistete sich keine Schwächen. Das ist zwar eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wurde in anderen Reviews zum Release teilweise jedoch bemängelt.

Archos Mapping Tool

Vorinstallierte Apps

Vorinstallierte Apps Archos Gamepad39-52

  • Archos Musik
  • Archos Remote
  • Archos Video
  • Browser
  • Camera
  • Chrome
  • Dateiexplorer
  • E-Mail
  • G-Mail
  • G+
  • Mapping-Tool
  • Messenger
  • Play Books
  • Play Movies
  • Play Music
  • Video Studio
  • System Monitor
  • Youtube

Performance

Bei den durchlaufenen Benchmarks zeigt sich kein klares Bild. Während das Gamepad bei dem Quadrant-Benchmark 3400 Punkte erreichte, womit sich das Tablet spürbar unterhalb der Tegra-3-Geräte positioniert (im Schnitt 4100 Punkte), werden beim AnTuTu Benchmark immerhin zwischen 10.000 und 11.000 Punkte erreicht. Das ist zwar immer noch schwächer als die schwächste Tegra-3-Plattform (12.500), allerdings schneidet es damit besser ab als erwartet.

Da neben der getesteten Rohleistung natürlich bei einem Handheld vor allem die tatsächliche Performance in Apps wichtig ist, haben wir auch eine ganze Reihe von Spielen ausprobiert. „N.O.V.A. 3“ zählt mit Abstand zu den rechenintensivsten Spielen; selbst auf einem Nexus 7 wird das Spiel nicht flüssig wiedergegeben. Beim Archos Gamepad sieht die Lage hier dramatischer aus: Das Spiel ist nahezu unspielbar und macht somit auch wenig Spaß. Andere Spiele wie zum Beispiel Dungeon Hunter 4 dagegen laufen in mittlerer Detailstufe flüssig auf dem Gamepad und machen damit sogar richtig Spaß. Einen Wehmutstropfen gibt es allerdings auch hier: Das Spiel setzt nicht immer die emulierten Bewegungen des Analogsticks um, was stören kann.

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Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit enttäuscht auf ganzer Linie. Eigentlich sollte durch das dunkle Display eine gute Laufzeit gewährleistet werden, Archos verpasst allerdings diesen „Vorteil“ und schickt somit ein Handheld ins Rennen, das sich nach knapp 2 Stunden intensiver Belastung schon ausschaltet. Selbst bei minimaler Helligkeit schafft das Tablet maximal 2 ½ Stunden, was auch bei dem günstigen Preis noch zu wenig ist. Warum Archos hier nicht zumindest einen stärkeren Akku verbaut hat, können wir nicht nachvollziehen, raubt es doch der mobilen Android-Konsole die Mobilität.

Fazit

Ein endgültiges Fazit zu ziehen ist leider recht schwer. Zwar ist die Emulierung der Knöpfe vorbildlich gelungen, und auch die Performance geht für den Preis durchaus in Ordnung. Allerdings beeinträchtigt das schlechte und dunkle Display sowie die miserable Akkulaufzeit die „Gaming-Experience“ im Test deutlich. Wer allerdings die meiste Zeit auf der Couch zockt, sollte sich das Gamepad einmal genauer anschauen. Wirklich schlecht ist es zum Preis von 99 Euro beim Lidl-Onlineshop nämlich nicht.


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