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App-Test: dailyme – Fernsehen auf dem iPad

Das bereits vom iPhone und Android-Smartphones bekannt App „dailyme“ ist vom in Berlin beheimateten Unternehmen Self Loading Content nun auch in einer für Apples iPad angepassten Version erschienen. dailyme bietet die Möglichkeit, ausgewählte Fernsehproduktionen und Podcasts herunterzuladen und auf dem iPad zu betrachten. Live-Fernsehen – wie es der Titel vielleicht zunächst implizieren mag – gibt es nicht. Sowohl das App selbst als auch die Inhalte stehen kostenfrei zur Verfügung und werden über, durchaus dezente, Werbung finanziert.

Benutzerführung

Die Oberfläche von dailyme gibt sich aufgeräumt und übersichtlich. Beim Start des Apps präsentiert es erstmal die abonnierten Sendungen in großen Kacheln. Hier sind schon diverse voreingestellt, welche sich aber natürlich nach Belieben entfernen und durch andere ergänzen lassen. Eine Möglichkeit zum Sortieren der Kacheln haben wir im Test leider nicht entdecken können.

Tippt man eines der abonnierten Programme an, startet es sofort im Vollbildmodus, sofern die Episode bereits geladen wurde, durch erneutes Berühren des Bildschirms, gelangt man in eine Art Cover-Flow-Ansicht, in welcher die Sendung, auch beim Blättern, erfreulicherweise weiterläuft. Über einen kleinen Button rechts unten lässt sich eine Übersicht der Episoden der aktuellen Sendung einblenden und zu einer anderen wechseln. Wählt man ein anderes Programm aus, startet umgehend dessen letzte Episode im Vollbildmodus. Muss diese zunächst heruntergeladen werden, informiert ein kleiner Statusbalken auf dem Homescreen über den aktuellen Fortschritt.

Weniger gefallen jedoch die Steuerelemente. Im Vollbildmodus, welcher sich im Test übrigens teilweise nicht verlassen lies, was ein vollständiges Beenden des Apps nötig machte, sind diese überhaupt nicht erreichbar und in Cover Flow ein wenig klein geraten. Außerdem fehlt ein AirPlay-Button, obwohl zumindest der Ton problemlos an ein entsprechendes Gerät übertragen werden kann. Dieses muss dann aber über die Multitaskingleiste ausgewählt werden.

Sendungsauswahl

Um neue Sendungen zu abonnieren zu können, ist vom Homescreen des Apps aus ein Katalog verfügbar, welcher nach verschiedenen Kategorien sortiert ist. Auch dieser ist sehr übersichtlich aufgebaut, man findet sich sofort zurecht. Eine Suchmöglichkeit fehlt natürlich ebenfalls nicht.

Allerdings passt der Katalog nicht so ganz zum Look and Feel des restlichen Programms, da er offenkundig vollständig in HTML programmiert wurde. Auch hier sind die Buttons teilweise etwas klein geraten, fügen sich nicht so recht in die vom iPad gewohnten Oberflächen ein und über den „Suche“-Button gelangt man beispielsweise nur an das Ende der aktuellen Seite, wo dann auch tatsächlich ein Suchfeld zu finden ist. Angewählt ist es dann allerdings noch nicht. Das ist aber alles ein eher verzeihlicher Schönheitsfehler, denn wirklich dramatisch.

Programmangebot

Wie eingangs bereits erwähnt, sind Fernsehproduktionen und Podcasts verfügbar, wobei letztere, auch über iTunes verfügbare, einen nicht unerheblichen Anteil einnehmen. Das betrifft vor allem Sendungen öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten. Ergänzt werden diese um einige Programme privater Sender, vollständige Episoden vermisst man hier jedoch des Öfteren, meist handelt es sich nur um Einzelteile einer Sendung, welche man sich zusammenstückeln kann. Das ist natürlich den Rechteinhabern und weniger den Machern des Apps anzulasten, schade ist es trotzdem. Die verfügbaren Episoden sind leider erst nach Abonnieren einer Sendung zu sehen, im Katalog sind sie nicht ersichtlich.

Technisches

Die Bildqualität lässt nicht zu wünschen übrig, wenn sie auch noch geringfügig verbessert werden könnte. Streamen lässt sich übrigens grundsätzlich nicht, alle abonnierten Sendungen werden automatisch auf das iPad heruntergeladen, auf Wunsch informiert eine Benachrichtigung über eine neue Episode. Das hat natürlich den Vorteil, den Download noch im heimischen Wifi-Netzwerk vornehmen zu können und unterwegs nicht mehr auf eine Datenverbindung angewiesen zu sein, was vor allem Nutzer eines iPads ohne 3G-Modul freuen dürfte. Auf der anderen Seite belastet das selbst nur wenige MB große App den Speicherplatz so natürlich auch schnell mit einer nicht zu vernachlässigenden Datenmenge. Glücklicherweise wurde dies nicht unberücksichtigt gelassen, in den Einstellungen lässt sich dailyme eine Obergrenze diktieren, nach deren Überschreiten ältere Sendungen wieder vom Gerät gelöscht werden sollen. Im Test klappte dies allerdings noch nicht so ganz, trotz zugewiesenem Speicherplatz von 1 GB informierte dailyme pflichtschuldig darüber, aktuell trotzdem 1,9 GB in Anspruch zu nehmen. Auch ein Ändern der Einstellung brachte hier erstmal keine Besserung. Darüber hinaus wäre eine Option wünschenswert, gespeicherte Episoden manuell löschen zu können, die Verwaltung muss derzeit vollständig der App überlassen werden.

Die weiteren Einstellungsmöglichkeiten beschränken sich auf das Aktivieren bereits benannter Benachrichtigungen und darauf, Sendungen auch über mobile Internetverbindungen herunterzuladen. Ohne richtige Datenflatrate sollte davon allerdings dringend Abstand genommen werden.

Fazit

Trotz kleinerer Nachlässigkeiten in der Benutzerführung, ist das App grundsätzlich empfehlenswert. Wer Interesse an den gebotenen Sendungen hat, findet in dailyme eine simple Möglichkeit, bei diesen stets auf dem Laufenden zu bleiben und sie sich auch unterwegs zu Gemüte zu führen, selbst wenn gerade keine Verbindung zum Internet herzustellen ist. Dafür nimmt man dann auch die wenigen Unzulänglichkeiten in Kauf, ebenso wie den Speicherplatzhunger. Self Loading Content hat zwar noch einiges an Luft für Verbesserungen in zukünftigen Updates gelassen, doch das Gebotene kann sich für ein kostenloses App schon jetzt sehen lassen.



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