Toshiba AT300 Test: Günstiges 10-Zoll-Tablet mit Tegra 3

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Toshiba AT300

Toshiba bietet mit dem AT300 ein 10,1-Zoll-Tablet mit neuester Tegra-3-Technik von NVIDIA für weniger als 400 Euro an.


Toshiba bietet mit dem AT300 ein 10,1-Zoll-Tablet mit neuester Tegra-3-Technik von NVIDIA für weniger als 400 Euro an. Das klingt auf dem Papier äußerst gut, verspricht der Tegra-3-Chipsatz doch eine topaktuelle und pfeilschnelle Technik und der Preis von günstigen 379 Euro den Geldbeutel zu schonen. Ob und wo Toshiba schlussendlich Einsparungen vorgenommen hat, klären wir im Test.

Video-Test

 

Design und Hardware

Lieferumfang

Dem Gerät liegt eine Kurzanleitung, ein Garantieheftchen und ein Ladekabel mit deutschem Netzstecker dabei.

Dieses Ladekabel hat einen wuchtigen Toshiba-eigenen Anschluss, welcher auch nur für dieses Gerät funktioniert. Ärgerlich ist hierbei, dass am anderen Ende des Kabels zwar ein USB-Anschluss vorhanden ist, mit diesem das Gerät aber nur aufgeladen werden kann. Dateien müssen mittels nicht mitgeliefertem Micro-USB-Kabel übertragen werden. Wer also kein Micro-USB-Kabel besitzt, muss sich für die Datenübertragung noch eines kaufen.

Design


Das Design des Toshiba AT300 ist sehr schlicht und übersichtlich. Der Rahmen des Displays ist von vorne komplett schwarz gehalten, ganz am Rand ist jedoch ein silberner Plastikrahmen, welcher Aluminium nachempfunden ist. Das wirkt elegant und hat einen weiteren Effekt: Der Benutzer wird bei der Displaybetrachtung nicht vom Rahmen abgelenkt.

Die Rückseite ist fast komplett aus gekacheltem, mattem Plastik. An der Oberseite wächst der Plastikrahmen auf eine 2 cm breite Linie heran. In dieser ist auch die Kamera mit dem eingebauten LED-Blitz eingelassen.

Insgesamt wirkt das Design sehr schlicht, wobei es sich von vorne sehr stark an Apples iPad orientiert, was nicht jedem Nutzer gut gefallen wird. Fraglich ist aber der Kontrast zwischen der durch und durch dunklen Front und der hellgrauen Gehäuserückseite.

Anschlüsse

An Anschlüssen kann das AT300 mit einem SD-Kartenslot, Micro-HDMI und Mico-USB aufwarten.

Der vollwertige SD-Kartenslot ist ein großer Pluspunkt, da Karten in dem Format wohl seltener verloren gehen als ihre kleinen Pendants. Ein Nachteil hierbei ist, dass bei eingesteckter Karte der Slotschutz nicht mehr am Gerät verstaut werden kann und leicht verloren geht. Der Micro-USB-Anschluss ist ein Host, weswegen Festplatten und andere Geräte (beispielsweise Gamepads via verschiedene Apps) problemlos angeschlossen werden können.

Formfaktor

Auffällig ist der dicke, schwarze Rand zwischen Display und Rahmen. Dadurch wirkt das Tablet größer als Andere mit diesen Abmessungen. Das Tablet selbst ist allerdings kompakter als viele Konkurrenzprodukte und rangiert auf dem Niveau des Samsung Galaxy Tab 2 10.1. Die genauen Abmessungen lauten hierbei 257,0 x 175,0 mm.

Das Gewicht ist mit 595 Gramm allerdings schwerer als beispielsweise das des Galaxy Note 10.1. Das liegt wohl vor allem an dem Akku, den Toshiba mit 6600 mAh angibt. Dadurch entwickelten sich nach langem Halten mit der Zeit leichte Ermüdungserscheinungen. Dem entgegen steht allerdings die sehr hohe Stabilität, die dieses Manko verschmerzbar macht.

Verarbeitungsqualität

Wenn man im Internet nach Toshiba recherchiert, trifft man des Öfteren auf User, die die Gerätequalität erfragen. In der Hinsicht stößt man immer wieder auf sich stark unterscheidende Aussagen. Bei unserem Testgerät war die Verarbeitungsqualität jedoch ausgesprochen gut. So wirkte alles wie aus einem Guss, die Spaltmaße waren durchweg gering. Ebenso gut gefallen hat die geriffelte Rückseite, die dem Tablet auch in feuchten Händen einen guten Halt gibt. Ebenso schließt der SD-Karten-Slotschutz bündig mit dem Tablet, sodass keine Staubpartikel in das Innere gelangen können.

Wärmeentwicklung

Leider leitet das Plastik die Wärme recht gut, weswegen es gerade bei grafisch aufwendigen Spielen zu einer starken Erhitzung des Tablets kommt. Richtig heiß wurde die Rückseite zwar nicht, jedoch unangenehm warm. Hier könnte Toshiba eventuell mit einem Software-Update wie Acer beim Iconia A700 (wir berichteten) nachhelfen, ob es allerdings so ein Update geben wird, ist nicht bekannt. Beim Surfen, Filmschauen oder Musikhören bleibt das Gerät natürlich wesentlich kühler, sodass eine Erwärmung nicht aufgefallen ist.

Lautsprecher

Toshiba verbaut im AT300 2 Lautsprecher an der unteren Gehäuseseite. Diese Position ist sehr gut gewählt, da so auch beispielsweise Musik abgespielt werden kann, wenn das Tablet auf dem Tisch liegt.

Die Soundqualität lässt jedoch leider zu wünschen übrig. Ähnlich wie bei dem Galaxy Note 10.1 kommen Bässe de facto nicht zur Geltung. Die SRS-Audioverbesserung, die Toshiba dem Tablet spendiert, mindert die Soundqualität der Boxen sogar ein wenig. Wenn man allerdings Kopfhörer besitzt und diese einsetzt, verbessert SRS die Qualität, der Sound wirkt dann satter.

Display

Auflösung


Hier verbaut Toshiba leider wie viele andere Hersteller „nur“ ein 1280 x 800 Pixel auflösendes Display. Dieses setzt auf ein TN- statt IPS-Panel. Es löst aber sauber auf, auch wenn die einzelnen Zeilen in der Androidoberfläche erkennbar sind.

Insgesamt liegt Toshiba bei der Auflösung also im guten Mittelfeld, verpasst allerdings die Möglichkeit, dem Acer Iconia Tab A700 oder ASUS Transformer Pad Infinity Konkurrenz zu leisten.

Positiv ist anzumerken, dass auf dem Display Gorillaglas verbaut ist, welches eine enorm hohe Kratzresistenz besitzt. Das macht es natürlich für Leute, die viel unterwegs sind, attraktiv.

Helligkeit

400 cd/qm besitzt das AT300. Das ist für die Helligkeit ein sehr guter Wert. Zum Vergleich: Ein Apple iPad der dritten Generation bringt es auf 397 cd/qm und das Galaxy Tab 2 10.1 auf 388 cd/qm. Wer also des Öfteren unterwegs ist, und das Tablet dabei direkt dem Sonnenlicht aussetzt, der kann dank des guten Helligkeitswertes auch dann problemlos im Internet surfen oder Spielen. Einzig dunkle Videos lassen sich auch hier nur bedingt schauen.

Farben, Kontrast, Blickwinkel

Farbe und Kontrast konnten vollends überzeugen. Die Farben sind allesamt sehr satt ohne dabei übertrieben zu wirken. Der Kontrast ist ebenfalls ein echtes Highlight, sodass die Benutzung zu einem wahren Augenschmaus wird.

Die Blickwinkelabhängigkeit ist grandios. Zu jeder Zeit ist auf dem Display alles kontrastreich, farbig und scharf zu erkennen. Hier leistet sich das Display also ebenso keine Schwächen.

Empfindlichkeit des Touchscreens

Eingaben werden präzise und schnell durchgeführt. Einstellbar waren Druckstufen zwar nicht, ein gutes bis sehr gutes Eingabegefühl konnte das Tablet jedoch vermitteln. Dabei bekommt der Nutzer standardmäßig ein haptisches Feedback, welches allerdings besonders beim Surfen stört, da hier beim kompletten Scrollvorgang das Vibrieren stattfindet. Positiv ist dabei allerdings die Möglichkeit, dieses haptische Feedback in Spielen gezielt einzusetzen, sodass es beispielsweise nur vibriert, wenn eine Explosion auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Kamera-Qualität

Frontkamera

Die Frontkamera ist nur für gelegentliches Video-Chatten zu gebrauchen. Die Auflösung ist wie erwartet niedrig, die Farben recht blass und das Bild leider recht unscharf.

Rückkamera

Die Rückkamera ist leider auch nur mittelmäßig. Zu keiner Zeit erreicht das AT300 auch nur annähernd die Ergebnisse, die mit dem Galaxy Note 10.1 erreicht wurden. Sowohl Kontrast als auch Schärfe fehlen den Fotos leider und lassen sie so wirken, als wäre ein leichter Grauschleier auf den Bildern. Ebenfalls ist ein starkes Bildrauschen zu verzeichnen.

Vielfotografierer sollten sich daher nach einer Alternative umsehen. Alle diejenigen, die nur ab und an Schnappschüsse machen wollen und keinen Wert auf eine sehr gute Bildqualität legen, können dieses Manko jedoch wohl verschmerzen.

Software

Auf dem Toshiba AT300-101 läuft die Android-Version 4.0.3 Ice Cream Sandwich. Beim UI entschied man sich, Googles Weg zu folgen und übernimmt größtenteils dessen Benutzerinterface.

Anpassungen

Angepasst wurde der Lockscreen, welcher direkt zur Kamera-App oder zum Homemenü leitet. Ebenso gab es Änderungen in den Einstellungen wie zum Beispiel das schon erwähnte SRS bei der Audioverbesserung, oder eben auch eine Video-Verbesserung.

Vorinstallierte Apps

Die vorinstallierten Apps gehen bis auf wenige Ausnahmen in Ordnung. Wirklich gestört hat der Ebaylink, der sich im Appdrawer befindet und nicht gelöscht werden kann. Das ist ärgerlich, zumal auch keine Apps versteckt werden können.

Genial hingegen ist, dass Toshiba den Flashplayer auf dem Gerät installiert hat. Das ist für all diejenigen wichtig die sich in nächster Zeit ein Tablet mit Flash kaufen wollen, da der Support seitens Adobe eingestellt und die App auch aus dem Androidmarkt genommen wurde.

Hier noch einmal alle von Toshiba vorinstallierten Apps in der Übersicht

  • Adobe Reader
  • Calc (zum Erstellen von Tabellen)
  • Ebay
  • Evernote (Notiz-App)
  • Flash Player
  • McAffee Security (Virenschutzprogramm)
  • Media Player
  • Movie Player
  • Online Manual
  • PrinterShare (ermöglicht Drucken über Bluetooth)
  • Service Station (für Updates)
  • Show (Android-“Powerpoint”)
  • Skitch (Bildbearbeitungsprogramm)
  • Splashtop
  • TuneWiki (Webradio-App)
  • Twitter
  • Video Studio
  • Write
  • Toshiba Places (Cloud-Dienst von Toshiba)

Performance


Dank des potenten Tegra-3-Chipsatzes von NVIDIA mit 1,3-GHz-Quad-Core-CPU ist die Performance sehr gut. Die alltägliche Arbeit wird somit schnell und verzögerungsfrei durchgeführt. Allerdings gibt es manchmal kleinere Ruckler wenn man zwischen Spielen hin und her wechselt, was allerdings so nicht weiter stört und auch nicht weiter auffällt. In den Spielen an sich ist die Performance wirklich sehr gut. Zwar reicht die Spieleleistung nicht an Samsungs Exynos-Prozessor heran, dafür gibt es zusätzliche Effekte wie etwa Spritzwasser zu sehen, was Non-Tegra-Geräte nicht angezeigt bekommen. Nennenswert ist außerdem, dass Galaxy on Fire 2 auf dem Gerät spielbar war, welches nur unter Tegra-Geräten lauffähig ist und gerade Vielspieler vermissen werden, welche keinen Tegrachip in ihrem Gerät haben.

Akkulaufzeit

Toshiba spendiert dem AT300 leider nur einen 6600 mAh schwachen Akku. Gerade bei aufwendigen Spielen, für die der Tegrachip prädestiniert ist, geht der Akku binnen 4 Stunden leer. Im normalen Betrieb hielt der Akku im Test 8 Stunden durch. Toshiba gibt eine Standby-Zeit von 7 Tagen an; im Test allerdings kam das Gerät hochgerechnet auf 4 Tage. Das ist leider recht wenig, zumal der mitgelieferte Netzstecker wuchtig und mit fast 150 Gramm überdurchschnittlich schwer ist.

Fazit

Das Toshiba AT300 bietet viel Leistung für vergleichbar wenig Geld. Am günstigsten ist das Tablet bei Notebooksbilliger.de für lediglich 379 Euro zu kaufen. Es reicht von der Leistung her zwar nicht an aktuelle Top-Tablets wie das Galaxy Note 10.1 oder das iPad der dritten Generation heran und die Kamera ist höchstens für Schnappschüsse zu gebrauchen. Jedoch fühlt sich das Tablet hochwertig und stabil an, und mit NVIDIAs Tegra 3-Chip bietet es für ausnahmslos alle Anwendungsbereiche eine absolut überzeugende Leistung. Wer also nicht so viel Geld ausgeben möchte, aber dennoch auf aktuelle Komponenten Wert legt und auf eine überdurchschnittliche Leistung nicht verzichten möchte, dem ist das Gerät zu empfehlen.

ProContra
AnschlüsseAkkulaufzeit
PerformanceDisplayauflösung
Flash-PlayerLautsprecher
Günstiger PreisMittelmäßige Kamera
Verarbeitung und StabilitätNur befriedigender WLAN-Empfang
Micro-HDMI-Port

Getestet wurde die Version mit 16 Gigabyte. Im Handel ist ebenso eine Variante mit 32 Gigabyte internem Speicher zu haben, dessen günstigster Preis bei 448,99 Euro liegt. Wir raten allerdings von diesem Modell ab, da es gegenüber dem 16-Gigabyte-Modell rund 100 Euro teurer ist, und eine 16-GB-SD-Karte mit Class-10-Geschwindigkeit schon ab rund 10 Euro zu haben ist. Des Weiteren ist seit wenigen Tagen für rund 500 Euro auch eine UMTS-Version vorbestellbar.

  • Shorty1981

    Wirklich guter Test, aber mir ist ein fehler aufgefallen.
    1. Die Rückseite des AT300 besteht aus Aluminium.
    Hitzeentwicklung hatte ich bisher noch nie zu beklagen. Selbst wenn ich mir einen Live TV stream über die Dreambox in HD für 2h reinziehe, bleibt es immer schön kühl oder wird max Handwarm. Nur wenn man es die ganze Zeit auf z.B. der Matratze liegen hat während der stream läuft, dann wird es wirklich warm. Aber immer noch kühler als das Acer A510.

    • Marco Machnik

      Ouh das habe ich wohl verpatzt :-/ Entschuldige bitte :-)
      Bei mir wurde das Gerät deutlich wärmer als beispielsweise das Galaxy Note 10.1; Da ich beide zeitnah getestet habe, fiel mir der Unterschied besonders auf.

      Grüße

  • Gast

    ähhm ziemlich viele ähmm,aber ähm sonst ähm ganz guter Bericht.

  • goli

    als Neu-user habe ich das AT300 bei der Kaufbereitung vermisst, obwohl ich die entsprechenden Präferenzen angegeben habe. Morgen sollte ich das bestellte in Händen haben und kann dann mehr berichten.
    goli

  • Peorth

    Hallo,
    eine naive Frage: wie sieht es mit der Textbearbeitung im adobe aus? Kann man dort auch ganz schnieke mit einem Tablet-Stift Sätze markieren und Notizen einfügen?