SteelSeries Free Touchscreen Gaming Controls im Test: Tolles Prinzip mit kleinen Verbesserungsmöglichkeiten

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asphalt 7 steelseries gaming controls

Die SteelSeries Free Touchscreen Gaming Controls sollen auf Tablets ein haptisches Feedback ermöglichen. Ob das gelingt, klären wir im Test.


Mit den “Free Touchscreen Gaming Controls” stellt SteelSeries eine sehr kostengünstige Möglichkeit vor, jedes Tablet in einen Handheld mit physischen Buttons zu verwandeln. Durch die kompakten Maße und die einfache Verstaubarkeit scheint dieses Gadget besonders unterwegs sein volles Potential ausschöpfen zu können. Ob und wie gut das in der Praxis klappt, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.

Hardware

Lieferumfang

Die Free Touchscreen Gaming Controls werden in einer kleinen Box geliefert, die auch gleichzeitig als Schutz und als Tragetasche dient. Darüber hinaus befindet sich ein Handbuch sowie ein Sticker in der Verpackung. Insgesamt also eher unspektakulär, allerdings bei einem Gadget dieser Art auch nicht anders zu erwarten, da die Buttons beispielsweise keinen Anschluss oder Ähnliches benötigen.

Design

Die drei Buttons sind einfache Druckknöpfe, welche statt beispielsweise Zahlen das Logo von SteelSeries zeigen. Ebenso der Analogstick, wobei die Halterung des Sticks durchsichtig ist, um die Sichtfeldverdeckung zu minimieren. Während die Knöpfe hierbei mit einer selbsthaftenden Folie beschichtet wurden, sollen Saugknöpfe die Stabilität des Analogsticks gewähren.

Der Durchmesser der Knöpfe beträgt 12 mm, wohingegen der Durchmesser des Analogsticks mit 57 mm geradezu groß im Verhältnis wirkt. Allerdings ist auch dieser sehr kompakt, dennoch könnte er bei einer vielleicht irgendwann folgenden Version für 7-Zoller ruhig noch ein Stück kleiner werden.

Verarbeitung

Wie auch schon beim Free Mobile Wireless Controller, ist die Verarbeitung auch hier sehr gut. So gibt es keine Kanten und besonders die Knöpfe fühlen sich sehr wertig an. Beim Analogstick könnte es allerdings sein, dass die Verbindung zwischen Stickmitte und dem Rand irgendwann nachgibt und abbricht. Ob das wirklich der Fall ist, könnte man jedoch nur in einem Langzeittest feststellen, den wir nicht durchführen können.

Prinzip

Das grundlegende Prinzip des Ganzen ist folgendes: Mittels der haftenden Oberfläche der Knöpfe und des Analogsticks mit seinen Saugnäpfen soll der Spieler haptisches Feedback bekommen können. Das geschieht dadurch, dass Bolzen unterhalb der Knöpfe für euch auf den Touchscreen drücken. Bei kapazitiven Displays muss dabei ein kleiner elektrischer Strom fließen. Das selbe Prinzip nutzen übrigens auch Digitizer-Stifte. Werden diese Knöpfe nun über die Touchscreen-Knöpfe gedrückt, wird durch das Bedienen des Knopfs die Taste wie gewollt gedrückt. Dadurch, dass drei Knöpfe beiliegen, können somit drei Touchscreen-Aktionsbuttons belegt werden. Der Analogstick verwendet das gleiche Prinzip, ist allerdings statt mit der “normalen” haftenden Oberfläche mit Saugnäpfen versehen, was eine höhere Stabilität gewährleisten soll. Zumindest in der Theorie.

Praxis

Die Knöpfe haften, der Analogstick saugt, folglich können wir losspielen. Theoretisch funktioniert somit jedes Spiel, wobei es natürlich Spiele gibt, bei denen das Ganze weniger Sinn macht, als bei anderen. Um mir dabei eine gute Durchsicht zu verschaffen, habe ich verschiedenste Spiele ausprobiert, darunter GTA: Vice City, Asphalt 7 HD, Line Runner und Dead Trigger. Dabei ließen sich schnell Stärken und Schwächen des Gerätes ausmachen.

Eine wesentliche Stärke der Free Touchscreen Gaming Controls stellt das echte haptische Feedback dar. Zudem arbeiten die Knöpfe sehr präzise. Gerade bei Asphalt 7 sind die Knöpfe in meinen Augen Gold wert, wenn auch nur für subjektiv mehr Spielspaß. Auch in Spielen wie Line Runner zeigen sich die Knöpfe als gute Lösung, obwohl sie natürlich nicht zwingend nötig sind.

Der Analogstick war hingegen leider eine kleine Enttäuschung. Beim Einlesen in die Produktfeatures bauten sich riesige Hoffnungen auf, die leider schlussendlich nur teilweise erfüllt wurden. So ist der Widerstand des Analogsticks beim Schieben in verschiedene Richtungen zwar gut, jedoch ist er, bedingt durch die 2 gebogenen Halterungen, in verschiedene Richtungen verschieden stark ausgeprägt. Das ist leider dem Konzept des Sticks geschuldet und kann nicht geändert werden.

Außerdem haften die Saugnäpfe nur unzureichend. Entgegen der Aussage im Handbuch, welche im Kern lautet, dass es nicht schlimm sei wenn der Analogstick verrutscht, hatte ich diverse Male meine Probleme. Ab einem gewissen Punkt des Ausschlags bewegt sich der Analogstick mit. Das ist gerade bei Spielen wie GTA: Vice City ziemlich störend, da der Stick manchmal außerhalb des benutzbaren Bildschirms gezogen wird und dann neu fixiert werden muss.

Fazit

Schicke Spielerei oder hilfreiches Gadget? Mit dieser Frage musste ich mich am Ende befassen. Die Knöpfe stellen auf jeden Fall einen guten Zugewinn dar, wohingegen der Analogstick leider nicht immer den gewünschten positiven Effekt erzielt. Mein Fazit ist folglich ziemlich zwiegespalten.

Würde man sich, je nach Tablet eine passende Befestigung basteln, könnte man eine wirkliche Kaufempfehlung aussprechen. Da dies jedoch viele nicht in Betracht ziehen, da das Produkt “out-of-the-box” funktionieren soll, kann man die Free Touchscreen Controls nur bedingt empfehlen. Wer ein wenig mehr Geld ausgeben kann, sollte zum Wireless Controller von SteelSeries greifen, dieser machte im Endeffekt einen besseren Eindruck, auch wenn nicht jedes Spiel unterstützt wird.

Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr euch das Gadget bei Amazon für 22 Euro bestellen.