Kostenlose Offline-Navi-Apps für Android im Vergleich

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Offline-Navigation Apps Android Vergleich

Wir testen drei beliebte Navigations-Apps für Android, die auch offline benutzt werden können. Navit, Navfree und MapFactor im Review:


Seit geraumer Zeit sind Navis nicht mehr aus dem Straßenverkehr wegzudenken. Diese haben in der Regel eine spezielle Firmware, durch die sie auch nur navigieren können; so etwas wie Apps starten oder Musikhören ist nicht vorgesehen. Da allerdings Googles Android-OS mittlerweile eine wahnsinnige Dominanz in allen mobilen Bereichen besitzt, lässt dies auch viele Hersteller wie Navigon und TomTom umdenken. Dabei geht es nicht um Geräte die mit Android ausgeliefert werden – nein, es geht um Navigationsapps durch die so ziemlich jeder Androide zum Navi wird.

Wenn man sich dann jedoch die Preise der Apps anschaut, die teilweise weit über 50 Euro liegen, fragt man sich natürlich, ob es so etwas nicht auch kostenlos und legal gibt. Da einige Tablets keinen 3G-Anschluss haben, müssen die Navi-Apps zusätzlich auch offline benutzbar sein. Ja, die gibt es – auf einem anderen Blatt steht aber, ob diese auch was taugen. Deshalb hier ein Vergleich der bekanntesten und beliebtesten kostenlosen Offline-Navi-Apps!

1. Navit

Nachdem Navit erfolgreich heruntergeladen wurde, müssen wir ersteinmal Karten für die App runterladen. Diese fallen mit 3,5 GB für Europa recht groß aus. Allerdings ist dies die durchschnittliche Größe für Karten auch der folgenden Navi-Apps. Vorteil von Navit ist allerdings, dass auch einzelne Bundesländer heruntergeladen werden können genauso wie es möglich ist, nur bestimmte Gebiete in anderen Ländern herunterzuladen. Das schont den Speicher natürlich ungemein. An Funktionen bietet Navit alles was man von normalen Navigationssystemen kennt, so finden sich POIs ebenso wie Adressen, die nur ungefähr eingegeben werden. Allerdings ist das Menü recht verschachtelt, was gerade beim Fahren zum Problem werden kann. Wenn man sich jedoch vor der ersten echten Benutzung ein wenig mit dem Interface auseinandergesetzt hat, stellt dies das kleinste Problem dar.

Das größte Problem an Navit ist nämlich seine Performance. So hakte es auf dem Nexus 7 in der Kartenansicht stark; auf schwächeren Geräten könnte sich das noch weiter verschlimmern. Abstürze oder Ähnliches konnten jedoch nicht festgestellt werden. Da Navit kostenlos ist, ist es zumindest eine Überlegung wert.

2. Navfree

Navfree von Navmii ist ein weiterer Kandidat der kostenlosen Offline-Navigationen. Nachdem die App installiert wurde, könnt ihr aus verschiedenen Karten diejenigen raussuchen, die euch interessieren. Bei dieser Auswahl zeigt Navfree die wenigsten Möglichkeiten, da hier nur komplette Länder, jedoch keinerlei Regionen heruntergeladen werden können. Des Weiteren wirkt das Download-Menü wie ein Shop, ebenso die Beschreibungen wirken, als müsse/sollte man etwas kaufen. Das verwirrt ungemein, jedoch ist bisher das Kartenmaterial völlig kostenlos. Die Kartengröße ist auch hier durchschnittlich. Obwohl alle 3 Apps auf den Karten von Openstreetmap basieren, sind die Karten teilweise verschieden groß. Anders als bei den anderen Apps besitzt Navfree darüberhinaus ein mit Icons versehenes Menü was durch seine schlichte aber schöne Menügestaltung positiv heraussticht.

Die Performance ist definitiv in Ordnung. Sie ist zwar nicht annähernd so schnell wie die Navigator-App von MapFactor, allerdings auch keine Ruckelpartie wie beispielsweise bei Navit. im Schnitt werden 10 bis 15 Bilder pro Sekunde auf dem Display angezeigt.

3. MapFactor Navigator

MapFactor bietet mit seinem Navigator, welcher sich momentan in der Beta befindet, ein grundsolides Navigationsprogramm. Allerdings lassen sich Karten nicht so gezielt herunterladen wie beispielsweise bei Navit. So wird Deutschland nur in Nord, Süd, West und Ost aufgeteilt, wobei die Karten mit ihren teils 4 GB vergleichbar groß sind. Das Kartenmaterial wird von Openstreetmap zur Verfügung gestellt und kann von jedem Benutzer editiert werden, um eventuelle Fehler auszumerzen. Das Menü ist sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. So findet sich der Nutzer schnell zurecht, und die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr übersichtlich und einfach gehalten. Negativ aufgefallen ist allerdings, dass MapFactor Navigator zwei Apps installiert, die normale Navi-App und eine Extra-App zum Downloaden des Kartenmaterials. Hier könnte die Entwicklerfirma noch nachbessern und den Downloader in die App integrieren.

Die Performance des Navigator ist wirklich spitze. Keinerlei Ruckler waren feststellbar, ebenso kam es zu keinen Verzögerungen bei der Eingabe und alle Adressen wurden verzögerungsfrei gefunden.

Fazit

Die Auswahl an kostenlosen Offline-Navigationen ist leider (noch) recht überschaubar. Wer nur die Grundfunktionen benötigt, wird mit den hier vorgestellten Programmen allerdings vollkommen zufrieden sein. Besonders MapFactor Navigator überraschte mich positiv, da die Arbeitsgeschwindigkeit extrem hoch und die Routenplanung sinnvoll ist. Navit konnte hingegen leider weniger überzeugen. Die Geschwindigkeit der App ist nur mäßig, auch wird von vielen Seiten davon berichtet, dass sie regelmäßige Abstürze verursacht. Die Probleme waren jedoch nicht reproduzierbar in unserem Vergleich.

Navfree hingegen ist zwar meiner Einschätzung nach ausgereifter als Navit, aber gerade vor wenigen Tagen (am 24.09.12) wurde eine Bezahlversion integriert, was einen säuerlichen Beigeschmack hinterlässt. Wer also des Öfteren weite Routen zurücklegt und dafür kein Geld ausgeben möchte und keine 3G-Verbindung nutzt, dem sei der MapFactor Navigator ans Herz gelegt. Wer allerdings Stau- und Blitzerwarner und ganz besondere Features möchte, und dafür auch Geld ausgeben will, der sollte noch bis Oktober warten, da wird TomTom seine Navi-App vorstellen, welche im direkten Konkurrenzkampf zu Navigon stehen wird und deshalb auch eventuell günstiger zu haben sein wird.

  • michse

    kann man Google Maps bzw Navigation nicht inzwischen auch als offline-Navi bezeichnen?
    Immerhin kann ich dort in der Android-App Kartenausschnitte offline speichern.
    So kann man zuhause am PC die Kartenabschnitte auswählen, downloaden und dann offline ans Ziel navigieren.
    Ich finde das hört mit hier rein. Alleine weils auf den Drioden ja schon mit ausgeliefert wird. Ich hatte bisher keinen bedarf eine zusätzliche App dafür zu installieren. Klappt einwandfrei.

    • Yannic

      Das stimmt so nicht. Man kann zwar einzelne Kartenbereiche runterladen, allerdings werden diese soweit ich weiß nicht richtig für die Navigation genutzt. Vor allem aber die Stimmausgabe zieht Datenvolumen. Das habe ich gemerkt, nachdem ich für einen eigentlich runtergeladenen Bereich 30MB für ein oder zwei Minuten verbraucht habe.

      • Marco Machnik

        Das Problem an Googles' Service ist die Tatsache, dass du bei GoogleMaps zwar Karten herunterladen kannst, der vorgegebene Speicherplatz aber nur 75 Megabyte umfasst. Das ist für ne ernsthafte Offline-Navigation keine Option. Des Weiteren werden soviel ich weiß zwar Kartendaten gespeichert, Straßennetze werden aber übers Internet nachgeladen. Dadurch wird das Offline-Konzept natürlich gleich wieder verworfen. Bei aktuellen Handyverträgen sollte die Nutzung mit Internetanbindung kein Problem darstellen, allerdings gibt es bestimmt einige, die keine MicroSD-Karte in ihr Tablet setzen (wollen) und daher auf komplette Offline-System setzen müssen.

        Grüße

  • bla

    Ein Saarländer ! Grüße aus der Landeshauptstadt !

    • Marco Machnik

      Grüße dich zurück aus dem Saar-Pfalz-Kreis ;-)

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  • Sammot63

    Bin mit dem MF-Navigator ganz zufrieden, aber die Ansagen kommen beim Pkw-Einsatz oft sehr spät, da ist man an der Abbiegung schon fast vorbei, 5 Sekunden früherc wären besser. Oder iost mein Galaxy Pocket zu langsam ??

  • http://www.facebook.com/markus.dippold.73 Markus Dippold

    Hm, Navfree ist ja nicht so wirklich offline verwendbar. Das Programm will immer eine Datenverbindung haben für die Adreßsuche. Ich hätte es eben für Slowenien und Kroatien gebraucht.
    Das nächste kleine Manko ist: Die Karten können nur im internen Speicher installiert werden. Auf eine externe SD-Karte geht das nur mit Haken und Ösen, wenn es denn überhaupt geht.