Gestern haben die Entwickler der beliebten Tastatur-Software Swype eine erste Beta-Version veröffentlicht, die nun auch für Honeycomb-Tablets geeignet ist. Bei Swype 3.0 sind daher einige interessante Funktionen hinzugekommen, um die Bedienung auf den großen Touchscreens zu vereinfachen. Das Besondere an der Tastatur ist, dass Texte durch eine Wischbewegung um einiges schneller geschrieben werden können. Ich habe die App auf meinem Asus Eee Pad Transformer bereits ausprobiert und schildere nun meine ersten Eindrücke.
Aussehen
Die Optik finde ich bei Programmen auch immer nicht unwichtig, denn das Auge schreibt ja bekanntlich mit (oder wie war das Sprichwort?
) Die weißen Buchstaben auf dem dunklen Hintergrund sind gut zu lesen und heben sich farblich von den Funktionstasten am Rand ab. Durch kleine Symbole kann man schnell die zweite Tastenbelegung sehen, die durch langes Drücken aktiviert wird. Auch dank der Honeycomb-typischen blauen Effekte gefällt mir das Aussehen von Swype wirklich gut.
Swype-Technologie
Wie ihr wisst, kann man bei Swype durch das Bewegen des Fingers Texte eingeben, ohne den Finger von der Tastatur nehmen zu müssen. Ich war zunächst skeptisch, ob dies auf einem so großen Touchscreen überhaupt sinnvoll ist, doch das ist es auf durchaus! Das Schreiben geht mit etwas Übung wirklich schnell, da auch ungenaue Bewegungen erkannt bzw. korrigiert werden. Wenn man mal keine Lust auf das swypen hat, kann man auch jederzeit auf die normale Texteingabe umsteigen.
Besonders positiv hat mich überrascht, wie gut die Wörter erkannt werden. Ich hatte zwar Swype schon mal auf Smartphones genutzt, doch wahrscheinlich kann die Eingabe auf großen Display auch bei hoher Fehlerquote noch etwas besser erkannt werden. Das einzige was ich zu kritisieren habe, ist die Eingabe von Wörtern, die nicht erkannt wurden. Das Hinzufügen eines unbekannten Wortes oder einer bestimmten Zeichenkette gestaltet sich als etwas schwierig. Hier könnten die Entwickler auf jeden Fall noch nachbessern.
Zusätzliche Tasten
Bei Swype gibt es natürlich die übliche QWERTZ-Anordnung der Buchstaben, doch zusätzlich haben die Entwickler auch an Sonderzeichen, Domain-Endungen, Smileys und Funktionen zur Textbearbeitung gedacht. Trotz der vielen Features behält man stets den Überblick und wird nicht von den wichtigsten Tasten abgelenkt.

Verkleinern und Verschieben
Eine sehr schöne Option ist das Verkleinern der Tastatur, sodass z.B. für das Scrollen auf einer Website mehr Platz zur Verfügung steht – man braucht ja nicht immer so eine riesige Tastatur. Praktisch ist auch, dass man die Tastatur im kleinen Format nach rechts oder links verschieben kann. Dadurch kann man sogar mit einem Daumen Texte tippen, ohne das Tablet in eine Hand nehmen zu müssen.

Leider braucht man hier sehr gelenkige Daumen, da man ziemlich weit in die Mitte greifen muss. Hier wäre es sicherlich schön gewesen, wenn eine Aufteilung der Tastatur auf beide Seiten möglich wäre, damit beide Daumen genutzt werden können. Dies hat uns ja bereits Microsoft mit Windows 8 gezeigt und auch Apple wird die Funktion mit iOS5 einführen. Aber warten wir mal ab, vielleicht kommt das noch mit einem zukünftigen Update.
Einstellungen
Bei Swype gibt es auch einige Einstellungen wie Audio-Feedback, Wortvorschläge oder Großschreibung. Dadurch kann die Software individuell konfiguriert werden, was für mich besonders bei der Vibration sinnvoll ist, da ich diese auf einem Tablet nicht unbedingt benötige. Interessant ist auch die Einstellungsmöglichkeit für Geschwindigkeit und Genaugigkeit – dort kann durch einen Schieberegler das Verhältnis zwischen Schnellreaktion und Fehlertoleranz eingestellt werden.

Fazit
Insgesamt hat mir Swype 3.0 Beta sehr gut gefallen und ich kann absolut empfehlen, die Beta-Version mal auszuprobieren. Diese kann nach einer Registrierung kostenlos über die Homepage der Entwickler heruntergeladen werden. Ich persönlich weiß allerdings noch nicht, ob ich weiterhin Swype nutzen werde – das Schreiben auf der nativen Honeycomb-Tastatur ist mittlerweile ebenfalls sehr angenehm. Ich denke, letztendlich kommt es auf die Bedürfnisse des Nutzers an, ob die Software für ihn geeignet ist. Ausprobieren kann man es aber auf jeden Fall mal
