Skeuomorphismus – Warum Ex-Designer genug von iOS und MacOS haben

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Liebhaber von Apple-Produkten und ganz besonders der Apple-Software werden nie müde davon zu berichten, wie wunderbar das Software-Design ...


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Liebhaber von Apple-Produkten und ganz besonders der Apple-Software werden nie müde davon zu berichten, wie wunderbar das Software-Design von Apple sei. Alles wirkt bis ins Detail durchdacht und gestaltet, der Kalender sieht aus wie ein echter Kalender, E-Books werden in einem virtuellen Bücherschrank verstaut und beim Löschen von Dokumenten oder E-Mails gibt es sogar eine Zerknüll-Animation – fast wie im echten Leben. Viele Designer und Software-Entwickler kritisieren aber gerade diesen Punkt und laut dem Bericht auf fastcodesign sind auch viele ehemalige Mitarbeiter von Apple dabei.

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Wenn man über iOS und MacOS spricht, kommt man um das Wort “Skeuomorphismus” nicht herum – ehrlich gesagt habe ich es in diesem Zusammenhang auch zum ersten Mal in meinem Leben gehört. Vielleicht hat es Apple ja sogar erfunden und patentiert. Das Wort “Skeuomorphismen” bezeichnet jedenfalls Objekte, die bestimmte optische Eigenschaften besitzen, welche ursprünglich zur Funktion dienten oder aufgrund des Materials vorgegeben waren, mittlerweile aber nur noch zur Zierde dienen.

Apple MacOS

Das klingt komplizierter als es eigentlich ist, alle Beispiele vom Beginn des Artikels gehören zu Skeuomorphismen – virtuelles Leder, Glas, Holz oder Spielereien wie Zerknüll- oder Zerreiß-Animationen bis hin zu den kleinen Fransen am Kalender, die Überreste von vorhergehenden virtuellen Seiten darstellen sollen. Das alles ist bei realen Objekten unabdinglich und wird von Apple fast überall virtuell direkt übernommen – allerdings ohne wirklichen Nutzen.

windows 8 screenshot news

 

Im ersten Moment wirkt das alles noch sehr schön und reizvoll, jedoch verhindern Skeuomorphismen in der Praxis die Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche, die sprichwörtlich von der Realität limitiert wird. Ein virtuelles Buchregal sieht vielleicht nett aus, ist aber im Endeffekt unnütz und unpraktisch, zumal es auch anders “funktioniert” als ein reales Buchregal. Genau das gleiche bei virtuellen Zeitungen mit teils unübersichtlicher Formatierung.

kochbuch windows 8

Windows 8 hat mit dem minimalistischen und zugleich sehr praktischem UI-Design bereits jetzt an vielen Stellen die Nase vorn und wird von vielen Designern – meiner Meinung nach zurecht, auch wenn ich die bunten Kacheln nach wie vor hässlich finde – als eine erfrischende Revolution im UI-Design bezeichnet. Gerade App-Designer sollten sich den Artikel definitiv im englischen Original durchlesen und sich eine Meinung zu dem Thema bilden.

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  • flat D

    Gerade Windows würde ich nicht als Gegenbeispiel bringen. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Spoelerei beim Dateien kopieren, wo die Blätter von links aus dem einen Ordner nach rechts in den zweiten flogen. Ebenso hat MS das Aqua-Design von Apple übernommen und bei Vista über sein Fensterlogo gestülpt. Ist auch in Windows 7 noch so. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
    Und erst diese bescheuerten Kacheln! Hässlich, unpraktisch und auch noch falsch. Denn Kacheln gibt es nur an einem Kachelofen. Die flachen Dinger, die man sich im Bad an Wand und Boden klebt, heißen Fliesen und nicht Kacheln!!!

    • Tuan Le

      Fliesen klingt aber noch bescheuerter… :D

      Ich habe auf der IFA einige Windows 8 Geräte ausprobieren können, da sieht man eigentlich 0 Skeuomorphismus (das mit dem Datenblätterfliegen ist ja auch schon ur-ur-alt) bzw. eigentlich sieht man in der Metro-UI gar nichts mehr vom alten Windows 8.

      Das witzige ist, dass ich Windows 8 an sich extrem hässlich finde, die Apps dafür aber sehr schön und simplistisch gestaltet sind, ganz ohne Kacheln/Fliesen. Nützt mir natürlich nicht viel, wenn ich im Homescreen mit bunten Quadraten zugebombt werde.

      MfG