Das IdeaPad Lenovo Yoga macht seinem Namen alle Ehre, denn die Drehung des Displays um 360 Grad ist definitiv eine gymnastische Übung, die andere Ultrabooks nicht mitmachen würden. Auf der IFA hat Lenovo das Modell in der orangenen Farbvariante ausgestellt, in Deutschland wird das Modell jedoch nur in bronze und schwarz vertrieben werden.
Das Gerät wirkt sehr gut verarbeitet und stabil, gerade die Scharniere sitzen bombenfest und vollführen das Umklappen des Gerätes in den Tabletmodus ohne Knarzen oder Murren. Ein schneller Verschleiß der Scharniere ist also wohl nicht zu befürchten, das Arbeiten im Tablet-Modus ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da die Rückseite im Prinzip aus der Tastatur besteht. Die Tasten werden beim Umklappen des Tablets direkt deaktiviert, sodass nicht versehentlich Eingaben gemacht werden.
Das Tippgefühl der Tastatur ist, wie man es von Lenovo kennt, sehr angenehm, die Handauflage ist aus einem matten Kunststoff, der sich ebenfalls gut anfühlt. Primär punktet Lenovo mit dem IdeaPad Yoga bei der Verarbeitung, auch am Gehäuse aus Magnesium gibt es keinerlei Grund zur Kritik.
Wie von Lenovo gewohnt wirkt das Gerät stabil und vom Design her diesmal elegant und ansprechend. Mit 16,9 mm ist es zudem äußerst schlank, was man vielleicht von Lenovo nicht so kennt. Dafür wurde an den Anschlüssen gespart, man findet insgesamt 3 USB-Ports und auch einen HDMI-Port, einen VGA- oder LAN-Anschluss allerdings nicht.
Das Gerät ist sicherlich mit 1400g zu schwer, um noch als Couch-Tablet durchzugehen – das iPad ist mit weniger als 700g schon für viele Nutzer zu schwer. Das Display mit einer Auflösung von 1600×900 geht in Sachen Bildqualität und Helligkeit in Ordnung, in der Preisklasse hätte ich dennoch mehr erwartet. Samsung oder Asus bieten für soviel Geld weitaus bessere Displays in Ultrabooks, die Qualität beim IdeaPad Yoga ist vergleichbar mit den Displays von Acer.
Man kann das IdeaPad Yoga wie das Aspire S7 zur Bedienung des Touchscreens falls gewünscht lediglich auf 180 Grad aufklappen, wenn man die Tastatur schonen und nicht als Auflage für das IdeaPad verwenden möchte. Zwar versicherte man mir, dass das die Tastatur widerstandsfähig genug sei, um derartigen Belastungen zu trotzen, jedoch bleiben unschöne Gebrauchsspuren sicherlich nicht aus.
Die Zielgruppe wird primär aus professionelle Kunden bestehen, der Nutzen des Touchscreens ohne Stylus-Eingabe erscheint mir insgesamt recht eingeschränkt, da es als Tablet im Dauereinsatz zu unhandlich ist und man das Gerät in den meisten Fällen irgendwo ablegen wollen wird. Von der Hardware her bietet das Ultrabook wahlweise einen Core-i5-prozessor oder optional einen Core-i7-Prozessor, der Preis beträgt mindestens 1499 Euro.
Das macht es zu einem sehr kostspieligen Convertible Ultrabook, dessen Anwendungsbereich sich noch zeigen muss. Ich persönlich finde das Konzept an sich zwar nett, sehe aber gegenüber konventionellen Slider-Konzepten oder Modellen mit Keyboard-Dock keinen nennenswerten Vorteil, der den hohen Preis rechtfertigen würde. Eine leichtere 10-Zoll-Version hingegen könnte durchaus eine interessante Tablet-Alternative sein, andere Displaygrößen wurden von Lenovo bislang nicht geplant.


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