Neben einigen interessanten Tablets wurde auf der IFA auch der ein oder andere Prototyp gezeigt, wie zum Beispiel das 7-Zoll-Tablet von Sharp mit der IGZO-Technologie. Diese verspricht nicht nur äußerst gute Bildqualität und Farbbrillanz, sondern ermöglicht auch das Bauen von Tablets mit sehr schmalem Rahmen und dünnem Gehäuse. Das von Sharp auf der IFA 2012 ausgestellte Gerät war jedenfalls hauchdünn und überzeugte mit einer sehr guten Bildqualität.
Ich vermute, dass das ausgestellte Gerät mit einem Kabel mit Daten versorgt wurde und sich eigentlich nur das Display und sonst nichts im Gehäuse befand. Abgespielt wurden verschiedene Vorteile des Gerätes, so zum Beispiel die Möglichkeit der Nutzung eines Stylus und auch die stylus-basierte Suche. Hier malt man einfach ein Bild von dem, wonach man sucht und Google vergleicht es mit Resultaten aus dem Web.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Proportionen des von Sharp ausgestellten Prototypen mit den bisher bekannten Daten des neuen iPad-Mini übereinstimmen, jedoch sollte die IGZO-Technologie bereits beim iPad 3 und auch iPhone 4S bzw. 5 zum Einsatz kommen. Diese könnte dem iPad-Mini eine überragende Bildqualität verschaffen, ohne den Preis nach oben zu treiben. Auf dem Datenblatt ist zwar von 7 statt 7,85 Zoll die Rede – ansonsten wäre es sehr offensichtlich gewesen – das Display ist jedoch definitiv breiter, als das der meisten 7-Zoll-Android-Tablets.
Das wäre natürlich ein absoluter Hammer, wenn Apple tatsächlich ein IGZO-Display verwendet und dann auch noch die Möglichkeit der Stylus-Eingabe für sein neues iPad-mini bietet. Mehr als Spekulieren kann man bislang natürlich nicht, es würde aber angesichts des recht großen Erfolges der Galaxy Note-Reihe wirtschaftlich nicht verkehrt sein. Ein iPad mit aktivem Digitizer würde sich mit Sicherheit blendend verkaufen, gleichzeitig in Anbetracht der Rechtsstreitigkeiten mit Samsung unwillkürlich ironisch wirken.
Genau genommen handelt es sich bei IGZO nicht nur um eine Display-Technologie, sondern um ein neues Material, nämlich Indium Gallium Zinc Oxide, welches anstelle der normalerweise verwendeten Silizium-Schicht in kleinen bis mittleren Tablets zum Einsatz kommen soll. Vorteile sind unter anderem eine höhere Pixeldichte als bei herkömmlichen Displays sowie ziemlich günstige Fertigungskosten, da das Material einfach in herkömmlichen TFT-Panels verbaut werden kann.
Zudem bietet das Material eine bis zu 40-Mal höhere Elektronenbeweglichkeit, was die Reaktionszeiten der Displays stark verbessern würde. Das wird man vor allem bei der Wiedergabe von FullHD-Videos durch ein subjektiv flüssigeres Empfinden des Bildes merken, was zumindest ein angenehmer Nebeneffekt ist. Tablets sind jedoch so jung, dass man aufgrund der fortgeschrittenen Displaytechnologie eigentlich noch nie mit zu kurzen Reaktionszeiten kämpfen musste.
Die IGZO-Technologie sollte man sich auf jeden Fall für die Zukunft vormerken, unabhängig davon, ob Apple sie nun im nächsten iPad verwenden wird oder nicht. Sollte es das Unternehmen aus Cupertino nicht auf den Markt bringen, wird sich mit Sicherheit ein anderer Hersteller für die vielversprechende Technologie erwärmen können.


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