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Wondershare PowerCam: App zur Aufnahme und Bearbeitung von Fotos im Test

Schnell ein Bild aus der Hüfte geschossen, mit einem netten Effekt aufgehübscht und direkt bei Facebook, Google+ und Co. geteilt. Wer mehr aus seinen Fotos holen will und den gesamten Workflow durchgehen möchte, ohne die App zu wechseln, der wird seine im Smartphone oder Tablet vorinstallierte Kamera-App wahrscheinlich durch eine aufwendigere App ersetzen.

Ich habe mir heute die App „PowerCam“ von Wondershare angesehen und mir die Frage gestellt, für wen sie wohl eine passende Alternative darstellt. Getestet wurde die Android-App in Version 2.3.3. Die Macher der PowerCam schreiben in Google Play:

PowerCam is a powerful yet easy-to-use camera app. All the tools that you need to capture and share fantastic photos can be easily found right here in this elegant and easy-to-master Android app.

PowerCam sei also eine mächtige, aber dennoch leicht bedienbare Kamera-App und man könne alles, was wichtig ist, um fantastische Fotos zu machen und zu teilen, direkt in der App finden. Außerdem verweisen sie auf eine Reihe Auszeichnungen, die sie im Apple App Store bekommen haben.

Die App ist kostenlos. Da ich irgendwie davon ausgehe, dass auch Entwickler von irgendwas leben müssen, macht mich das immer etwas misstrauisch. Aber der Blick auf die zu vergebenden Rechte zeigt eigentlich nichts Ungebührliches.

Funktionsumfang

Als Funktionen wird folgendes angepriesen:

  • die Fotografie mit „Echtzeiteffekten“, also dass man den über das Bild gelegten Effekt schon vor dem Auslösen sehen und das zu erwartende Ergebnis beurteilen kann
  • Panoramabilder
  • „ColorSplash“, wobei wohl etwas Schwarz-weiß und etwas anderes farbig sein soll
  • die zunehmend beliebte Tilt-Shift Funktion, bei der Objekte wie Spielzeug wirken
  • Time Lapse, worunter ich ein Zeitraffervideo verstehen würde, was von Wondershare jedoch als intelligente Countdown-Funktion beschrieben wird – so dass man im richtigen Moment lächeln kann
  • Smile Shot, bei dem die Software ein grinsendes Gesicht erkennt und dann automatisch auslöst
  • Die Auslösung per Touch auf das Display (!)
  • Anti Shaking – quasi eine Bildstabilisierungsfunktion
  • Die Erstellung von Collagen
  • einen mächtigen Werkzeugkasten zur Bildaufhübschung
  • eine Funktion zum Teilen der Kunstwerke in diverse soziale Netzwerke

Also zumindest von der Produktbeschreibung her ist es die eierlegende Wollmilchsau, die sich der Gelegenheitsknipser wünscht, um die schönsten Momente seines Lebens mit seinen Freunden zu teilen. Noch schöner als in Wirklichkeit.

Bedienung

Menü

Das Startmenü der App Powercam von Wondershare erinnert etwas an das Modern UI von Microsoft

Wenn man die App auf dem Tablet öffnet, stellt man auch sofort fest: Es gibt das Hauptmenü nur im Portrait-Format, also hochkant. Also erstmal nichts für Tablet-Nutzer. Bedienen kann man sie trotzdem, klar.

Der Startbildschirm erinnert optisch etwas an das Modern Design von Microsoft mit Tiles. Die Funktion „Fotografieren“ nimmt dabei die größte Kachel ein, wobei auch die Funktionen „Panorama“, „Color Splash“ und „Tiefenschärfe“ einen sofort knipsen lassen – nur eben kommt man hier direkt zu den entsprechenden Effektfunktionen.

Was gibt es Wichtigeres, als die Qualität der Fotos beim Fotografieren? Natürlich kann die Software die Hardware nicht besser machen, als vom Produzenten ausgeliefert. Dennoch kann softwareseitig einiges an der Qualität geschraubt werden. Ich habe an einem trüben Januartag ein paar Testbilder gemacht – und war eigentlich etwas enttäuscht.

Mit der Panoramafunktion bin ich gar nicht zurecht gekommen. Die Bilder waren alle pixelig und zum Teil verzerrt. Vielleicht braucht es etwas Übung und eine ruhige Hand, um hier wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Mit der in Sony-Smartphones eingebauten Panoramafunktion komme ich allerdings zu besseren Ergebnissen.

Ansonsten läuft die App rund. Man wählt einen Effekt, sieht schon bei der Motivwahl, wie sich der Effekt auswirkt und löst aus. Effekte gibt es dabei zur Genüge, die das Bild nach Belieben zu einem Kunstwerk mit handgemaltem Erscheinungsbild wandeln, Gesichter lustig verzerren oder auch nur einen Retrolook verleihen. Anschließend kann man das Bild noch weiter verbessern, kurz eine Collage erstellen oder direkt teilen.

Ganz selbsterklärend ist die App dabei – trotz stellenweise gewährter Hilfestellung – nicht immer. Als ich einen Effekt ausgewählt hatte, habe ich etwas herumprobieren müssen, bis ich herausgefunden habe, wie man diesen wieder los wird. Unüberwindbar sind die Hindernisse gleichwohl nicht.

Weibo

Powercam verhelt beim Teilen Menü seine Herkunft aus China nicht. Facebook ist nicht erste Wahl.

Spätestens, wenn man die Freigabeoptionen bearbeiten will fällt die Herkunft der App ins Auge, denn sechs von acht Freigabeoptionen sind bei uns weitgehend unbekannt, in China jedoch schwer angesagt. Immerhin Facebook und Twitter kann man sich einrichten.

Dass es keine deutsche Softwareschmiede ist, merkt man auch an der einen oder anderen Stelle im Menü. „Sparen sie original Fotos – nehmen sie mehr Speicher.“ Ich kann nur vermuten, dass ich hier an der Bildqualität zu Lasten oder zu Gunsten des Speichers drehen kann. Und was sich ändert, wenn man „ertönen“ aktiviert, muss man ausprobieren. Es ist das Auslösegeräusch.

Fazit

Wer will also PowerCam? Die App macht im Prinzip das, was auf der Produktbeschreibung dargestellt wird. Als Tablet-Besitzer ist die App nicht erste Wahl für euch – sie ist einfach nicht für euer Gerät programmiert. Wer damit leben kann, und wem wichtig ist, kein Geld ausgeben zu müssen, um ohne großen Aufwand hübsche Bilder zu produzieren und in sozialen Netzwerken zu teilen, sollte sich die App mal anschauen.


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