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Tablets und das bisschen Speicher: Eigenen Cloud-Server mit ownCloud einrichten

OwnCloud ist eine weitere Lösung, die ich euch nach dem NAS vorstellen will, mit der ihr einerseits Daten lokal bei euch zu Hause speichern und trotzdem mit dem Tablet über das Internet darauf zugreifen könnt.

Funktionsweise der ownCloud

Bei NAS hatte ich gesagt, dass es sich dabei um einen kleinen Rechner handelt, der um eine große Festplatte gebaut ist, und der sicherstellt, dass ihr über das Netzwerk auf die Daten auf der Festplatte zugreifen könnt. Der Ansatz von ownCloud ist ein anderer: Es wird vorausgesetzt, dass ihr bereits einen Computer, also die Hardware habt, ownCloud selbst ist lediglich eine Software, welche die Funktionalität eines Servers zur Verfügung stellt.

Was ihr mit der ownCloud machen könnt

Ähnlich wie bei den meisten NAS-Lösungen bietet ownCloud mehr, als dass es lediglich Dateien über das Internet zur Verfügung stellt. Zum Beispiel könnt ihr euren eigenen Kalender darüber über mehrere Geräte synchron halten, Kontakte verwalten, also die wichtigsten Funktionen, die einem das Leben etwa in der Google-Welt angenehm machen, auf dem eigenen Server mit voller Kontrolle über die Daten nutzen. Das geht sogar so weit, dass ihr eine eigene Cloud-Office-Lösung einrichten könnt.

Was ihr für die ownCloud braucht

Natürlich müsst ihr als Hardware nicht den stromhungrigen Gamer-Boliden verwenden, mit dem ihr die neuesten 3D-Spiele zockt. Ihr könnt ebenso gut stromsparende Hardware extra für diesen Zweck kaufen, etwa ein Raspberry Pi. Im Prinzip ist die Wahl der Hardware ganz euch überlassen, sollte jedoch für den vorgesehenen Zweck nicht unverhältnismäßig schwach sein, denn Rechenpower kann sich durchaus als Engstelle bei der Datenübertragung erweisen.

Nicht ganz euch überlassen ist hingegen die Wahl des Betriebssystems: ownCloud gibt es für Windows, Mac und Linux. Man kann es sich herunterladen von der Homepage ownCloud.org. Solltet ihr jetzt euer Betriebssystem dabei vermissen, schreibt es in die Kommentare – ich bin gespannt, was ihr so alles einsetzt. Neben dem ownCloud-Server benötigt ihr dann zugehörige Clients, das heißt zumindest ein weiteres Programm, mit dem ihr auf die zur Verfügung gestellten Daten zugreifen könnt. Diese Clientprogramme gibt es für Windows, Mac, Linux, iOS und Android.

Die ownCloud einrichten

Mehr noch als bei dem NAS gilt hier auch, dass ihr einen höheren Aufwand habt, als wenn ihr die fertigen Cloud-Produkte von Apple, Google, oder anderen Anbietern nutzt. Denn es erfordert, insbesondere am Anfang, einen erhöhten Aufwand bei der Administration. Das fängt bei der Installation an. Ich will hier nicht in die Tiefe gehen, was ihr alles vorbereiten müsst, und wie ihr dann ownCloud-Server und die ownCloud-Clients einrichtet, damit am Ende alles funktioniert. Das kann ich tun, wenn es in den Kommentaren dafür genügend Nachfrage gibt. Neutral betrachtet muss man zugeben, dass ein funktionierender ownCloud-Server nicht von alleine auf die Festplatte hüpft. Ich bin kein Computerhasser, aber auch ich hatte da Frusterlebnisse.

Habt ihr euch da einmal durchgebissen, stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ihr könnt euch Verzeichnisse erstellen, die ihr über ownCloud zur Verfügung stellen möchtet. ihr könnt sie lediglich für euch selbst nutzen, oder auch mit Anderen teilen. Diese Dateien könnt ihr dann mittels eines Clients, die es auch als Apps für euer Tablet gibt, downloaden, bzw. in diese Verzeichnisse Dateien hochladen. Die Funktionen erinnern dabei durchaus an Cloud-Anwendungen wie Dropbox und Co. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, automatisch Fotos vom Tablet auf den Server zu schieben.

Neben dieser Kernfunktion, welche für die Erweiterung des Tablet-Speichers unabdingbar ist, bietet ownCloud noch zahlreiche Möglichkeiten, die euch fast ganz unabhängig machen von Cloud-Anbietern wie Google, wenn ihr euren Alltag organisieren wollt. Ob ihr sie nutzen wollt, hängt letztlich davon ab, ob ihr sie konfigurieren und den Aufwand in Kauf nehmen wollt.

Was ich persönlich absolut überragend finde, ist, dass ihr mit ownCloud Documents sogar ein Konkurrenzprodukt zu den Cloud-Office-Anwendungen wie Google Drive oder Microsoft Office 365 habt. Und das auf dem eigenen, heimischen Rechner.

Wie immer gibt es Alternativen zu ownCloud, die bekannteste dürfte wahrscheinlich Seafile sein. Alle diese Alternativen haben unterschiedliche Fähigkeiten, nicht jede hat die volle Anwendungsbreite, wie sie ownCloud bietet. Getestet habe ich keine davon.

Fazit

Ihr habt ohnehin einen Rechner zu Hause, der ständig an ist? Ihr habt keine Lust, in ein teures NAS zu investieren, und ihr scheut euch nicht davor, ein bisschen Zeit in die Sache zu investieren, wollt aber auf jeden Fall eure Daten bei euch zu Hause speichern und nicht in fremde Hände geben? Dann ist ownCloud das Programm, das ihr euch anschauen solltet. Es ist kostenlos und bietet so viel Speicher, wie ihr auf eurem PC zur Verfügung stellt. Der Nachteil ist dabei wieder, dass sich die Daten durch eure Uploadleitung quetschen müssen, was die Geschwindigkeit der Datenübertragung mitunter erheblich einschränkt. Und auch hier gilt, dass es ohne Internetverbindung gar keine Daten gibt. Euer Datentarif könnte ebenfalls leiden. Dafür könnt ihr euren Freunden leicht Zugriff darauf erteilen und sogar gemeinsam mit ihnen an Dokumenten arbeiten.

Ganz ehrlich: Für denjenigen, der bequem auf seiner Couch liegen will und sich mit der Technik nicht befassen will, ist das Ganze mit Sicherheit nichts. Wenn ihr aber ohnehin gern an eurem Computer herumbastelt, dann schaut euch dieses Stück Software unbedingt an.



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