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Tablets und das bisschen Speicher: Dateien in der Cloud auslagern

Heute kommt der letzte Teil unserer Reihe zum Thema Tablets und Speicher. Er betrifft den Bereich, der für Tablets mittlerweile zu einer fast schon natürlichen Speichererweiterung geworden ist: der Cloud-Speicher. Es gibt mittlerweile ungezählte Anbieter für Speicher in der Cloud zu unterschiedlichen Preisen. Und so unterschiedlich wie die Anbieter sind, so unterschiedlich sind auch die Anwendungen, die damit möglich sind.

Namen wie Box, Dropbox, Office 360 oder Google Drive sind nur einige Beispiele für Anbieter von Speicher im Internet. Sie bieten Speicher für Dokumente, Bilder, Musik, was euch eben gerade einfällt. Es gibt aber auch sehr viel spezialisiertere Anbieter, die zum Beispiel lediglich Bilder für euch speichern – und darauf spezialisierte Angebote darum herum basteln.

Was könnt ihr mit Cloud-Speicher machen?

Im Prinzip heißt Cloud-Computing, dass alle Komponenten, die ihr von eurem PC zu Hause kennt, im Internet einzeln zur Verfügung gestellt werden. Sowohl die Rechenpower an sich als auch der Speicher oder die Software, die ihr auf dem heimischen PC laufen lassen würdet, befinden sich dann nicht bei euch zu Hause, sondern auf einem Server, auf den ihr über das Internet zugreift. Jede einzelne dieser Komponenten wird dabei nach Bedarf angeboten und gemietet.

Wir stellen uns dabei heute eigentlich nur die Frage nach dem Speicher. Einige Anbieter verbinden ihr Speicherangebot gleich noch mit weiteren Komponenten, wie etwa Google Drive oder Office 360 von Microsoft, bei denen zum Speicher noch Office-Software hinzukommt. Diese Angebote unterscheiden sich zum Teil erheblich und ihr müsst für euch selbst wissen, was ihr davon nutzen wollt.

Die grundlegende Funktion ist jedoch bei allen Anbietern von Cloud-Speicher gewährleistet: Ihr könnt Dateien auf dem Server des Anbieters ablegen und über das Internet wieder darauf zugreifen. Für uns Tablet-Nutzer ist dieser Speicher nur dann hilfreich, wenn wir vom Tablet darauf zugreifen können – und das ist besonders einfach, wenn es eine App dafür gibt. Die meisten Anbieter bieten Apps für iOS und Android an. Auch auf Windows-Rechnern gibt es meist spezielle Software, über die der Cloud-Speicher wie ein Laufwerk auf dem Rechner eingebunden wird und somit ganz leicht bedient werden kann.

Wie viel kostet der Speicher?

Je nachdem, wie ihr den Speicher nutzen wollt, kommt ihr ggf. sogar ganz um Kosten herum. Die meisten Anbieter haben einige Gigabyte umsonst im Angebot. Wenn ihr eure Dateien auf verschiedene Anbieter verteilt, könnt ihr somit einen respektablen Speicherplatz benutzen, ohne einen Cent dafür auszugeben. Aufgrund von Kooperationen mit Hardwareherstellern könnt ihr darüber hinaus – je nachdem, welches Tablet ihr kauft – in den Genuss von erweitertem Speicher kommen oder durch spezielle Programme eueren kostenlosen Speicher erweitern: etwa wenn ihr neue Nutzer werbt.

Ansonsten fallen für den Speicher Mietkosten an, die sich zum Teil deutlich unterscheiden. Google hat erst kürzlich seine Preise gesenkt, dort könnt ihr zusätzlich zu den 15 GB kostenlosem Speicher für 1,99 US-Dollar im Monat 100 GB dazu buchen. Ein Terabyte würde 9,99 US-Dollar im Monat kosten. Bei Dropbox, das für viele ja der Inbegriff des privaten Cloud-Speichers ist, gibt es auf jeden Fall 2 GB umsonst, die ihr durch Werbung von Freunden auf bis zu 16 GB erweitern könnt. Hier kosten 100 GB dagegen schon 9,99 US-Dollar im Monat. Und auch bei Box, nicht nur dem Namen nach ein harter Konkurrent, gibt es nach den 10 GB kostenlosem Speicher die 100 GB für 8 US-Dollar im Monat.

Ich könnte die Aufzählung weiterer Dienste nahezu beliebig fortsetzen. Es gibt noch genügend namhafte Anbieter und noch viel mehr, von denen ihr bestimmt noch nie etwas gehört habt. Fakt ist jedenfalls, dass Google mit seinem neuen Angebot derzeit sehr günstig ist, zumal ihr nicht nur den reinen Speicher bekommt, sondern außerdem die Möglichkeit, eure Dateien – Bilder, Dokumente, etc. – online zu bearbeiten. Wer seine Daten auf einem Server in Deutschland speichern will, der sollte sich mal die Angebote von GMX oder WEB.de anschauen – die beide zur 1&1 Mail & Media GmbH gehören. 5 GB sind dort kostenlos, 20 GB kosten 1,99 Euro, 50 GB 2,99 Euro und 100 GB 6,99 Euro im Monat. Warum der Standort des Servers wichtig ist? Weil er darüber entscheidet, welches Datenschutzrecht zur Anwendung kommt. Und das deutsche Datenschutzrecht ist etwas wohlwollender gegenüber dem Nutzer, als etwa das amerikanische.

Wie sicher sind eure Dateien?

Nach dem NSA-Skandal hat sich bei Vielen eine gewisse Ernüchterung breit gemacht, was die Nutzung von Cloud-Diensten angeht. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass eure Daten bei einem fremden Anbieter gespeichert werden. Im Falle von Google ist dies darüber hinaus ein Anbieter, der gerade mit euren Daten Geld verdient. Natürlich nicht, indem er eure Dokumente verkauft, aber indem er aus euren Daten etwas über euch lernt. Wenn ihr also eure Daten aus der Hand gebt, müsst ihr damit rechnen, dass andere diese auch durchstöbern. Vielleicht vertraut ihr Anbietern, die ihre Server in Europa stehen haben etwas mehr. Und ihr könnt euch überlegen, ob es euch nicht grundsätzlich egal ist, was Google oder Apple oder die NSA über euch erfahren. Schließlich gehe ich davon aus, dass ihr alle bei der Lektüre zunächst nur daran denkt, eure privaten Daten auf diese Weise zu speichern. Spätestens im kommerziellen Einsatz, wenn sensible Firmendaten abgelegt werden sollen, muss man sich natürlich schon genau überlegen, welchem Anbieter man vertraut.

Wie richtet ihr den Speicher ein?

Im Vergleich zu NAS und ownCloud ist der Cloud-Speicher natürlich sehr bequem. Man meldet sich an, lädt eine App herunter: das war’s. Einfacher geht es nun wirklich nicht. Im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit seid ihr hier wieder ganz auf der Seite der Bequemlichkeit angekommen. Das gilt auch für das Teilen von Dateien, denn in der Regel müsst ihr lediglich einen Link verschicken oder eure Freunde über deren E-Mail berechtigen und schon haben Sie Zugriff auf die entsprechende Datei.

Fazit

Cloud-Speicher kann für euch die billigste aller Lösungen sein, wenn ihr die Gratisangebote ohne kostenpflichtige Erweiterung nutzt und den Download und Upload lediglich im WLAN durchführt. Ansonsten fallen monatliche Kosten an, allerdings nur in dem Maße, wie ihr den Speicher auch benötigt.

Im Vergleich mit dem eigenen NAS oder der ownCloud kann der Cloud-Speicher in der Geschwindigkeit punkten, denn er muss sich nicht durch eure Uploadleitung zwängen. Der beschränkende Faktor ist hier die Geschwindigkeit eurer Internetverbindung, eures WLAN oder eures Datentarifes – wenn euer Volumen aufgebraucht ist wird’s zäh. Nichtsdestotrotz kann diese Lösung nicht mit USB-Speicher, SD-Karte und schon gleich gar nicht mit dem eingebauten Flashspeicher mithalten. Mit der Seagate Wireless Plus liefert die Cloud sich ein enges Rennen, das sie aber verliert, sobald die Internetverbindung langsamer ist als euer WLAN.

Eure Dateien zu teilen ist simpel, ihr braucht eure Freunde dazu nicht einmal persönlich treffen. Mehr noch: ihr könnt mit ihnen gemeinsam – je nach Anbieter – an Dokumenten arbeiten ohne am selben Tisch zu sitzen. Lediglich auf euer Datenvolumen müsst ihr einen Blick haben, denn natürlich wird dieses jedes Mal belastet, wenn ihr Dateien hoch- oder herunterladet. Wenn ihr also den bequemen und billigen Weg gehen wollt ist Cloud-Speicher euer Ding.



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