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Safe in Cloud Password Manager im Test

Wer nicht ein Einheitspasswort für jeden seiner Accounts benutzt und sich noch ein paar PINs merken will, dem geht es wahrscheinlich wie mir: Ich kann mir nicht alle Passwörter, PINs und Gedöns merken. Solche, die ich ständig brauche, sicher. Aber da gibt es genügende, die man all Schaltjahr mal erinnern muss, und da brauche ich Hilfe. Zum Glück gibt es Apps, die genau auf dieses Problem zugeschnitten sind, zum Beispiel “Safe in Cloud” von Andrey Shcherbakov.

Was will ich von einer Passwort-App?

Bei einer App, die mir den Umgang mit meinen Passwörtern erleichtern soll, stehen zwei Dinge ganz oben:

  1. Meine Passwörter müssen sicher sein.
  2. Meine Passwörter müssen immer verfügbar sein.

Natürlich wünscht man sich darüber hinaus das, was man sich immer von einer App erhofft, dass sie intuitiv zu bedienen ist, dass sie hübsch aussieht und dass sie möglichst kostenlos ist. Schauen wir mal, was Safe in Cloud Password Manager diesbezüglich zu bieten hat.

Was der Programmierer verspricht

Andrey Shcherbakov ist tatsächlich ein Einzelkämpfer, der auch nichts anderes zu sein vorgibt. Gemäß seiner Homepage safe-in-cloud.com wohnt er in Moskau und macht alles, vom Design bis zum Code selbst.

Andrey Shcherbakov

Den Angaben auf dieser Seite zufolge blickt er auf fünfzehn Jahre Erfahrung in App-Programmierung und Chiffrierung zurück. Er verspricht Sicherheit durch 256-Bit-AES-Verschlüsselung, Verfügbarkeit durch Cloudsynchronisation zwischen Android-, iOS-, und Windows-Rechnern (Windows XP bis Windows 8, allerdings kein Windows RT). Dabei sollen sowohl die Daten in der Cloud, als auch die lokalen Kopien verschlüsselt sein.

Aus dem Angebot der Betriebssysteme habe ich mir die Windows- und die Android-App angeschaut. Letztere sowohl auf einem Smartphone, als auch auf einem Tablet.

Was kostet euch das?

Zunächst eine kleine Enttäuschung für Schnäppchenjäger: Das Programm kostet sowohl unter iOS, als auch unter Android etwas, wenngleich es mit 4,49 Euro im Google Play Store etwas günstiger ist, als mit 4,99 Euro in Apples App Store. Lediglich unter Windows ist die App kostenlos. In seinem Profil gibt Andrey an, dass er vom Programmieren lebt, und da überrascht es einen dann wieder nicht, dass er Geld dafür nimmt. Ob ihr einen Fünfer für die Passwortsicherheit ausgeben wollt, müsst ihr dann natürlich selber wissen. Die Preisspanne für ähnliche Programme in Google Play geht dabei von kostenlos bis um die 8 Euro. Für die Sparfüchse unter euch werde ich mir auch noch eine kostenlose Alternative anschauen, versprochen.

Funktionen und Bedienung

Jetzt aber zum Kern des Ganzen: Wie kann man damit arbeiten? Hier in der TabletCommunity dürfte es von besonderem Interesse sein, dass die App sowohl unter iOS, als auch unter Android auf Tablets angepasst ist und sowohl im Landscape-, als auch Portrait-Modus eine gute Figur macht. Meine Beschreibung bezieht sich im Folgenden auf die Android-App. Die Anordnung der Buttons ist bei der iPad-App geringfügig anders.

Safe in cloud für Android

Und auch hinsichtlich intuitiver Bedienbarkeit punktet das Programm. Es ist logisch aufgebaut. Zunächst muss man sich jedes Mal, wenn der Bildschirm ausgegangen ist, neu einloggen. Das ist definitiv nicht so gemacht, um euch zu ärgern, sondern dient eurer Sicherheit.

Nach dem Einloggen findet ihr auf dem Tablet links die Liste mit euren Einträgen, rechts den ausgewählten Eintrag. Um das geschützte Passwort zu sehen, müsst ihr aber im ausgewählten Eintrag nochmals ein rechts neben dem Passwort angebrachtes Icon betätigen, das wohl ein Auge sein soll. Aus dem Kontext heraus darf man das jedenfalls vermuten.

Einen Eintrag anlegen

Rechts oben findet ihr ein Plus-Zeichen. Hier könnt ihr neue Einträge anlegen. Es gibt zwei grundsätzliche Arten von Einträgen: “Karten” und “Notizen”, wobei eine Notiz eigentlich nur eine spezielle Art einer Karte ist, bei der man außer der Überschrift nur ein Textfeld hat. Ein dritter Punkt ist die “Vorlage”, die es euch ermöglicht, eine Vorlage für künftige Karten nach euren eigenen Bedürfnissen zu erstellen. Acht Vorlagen werden mitgeliefert, vom “E-Mail-Konto” über “Login/Passwort” bis “Ausweis”. Aber auch diese Vorlagen können noch während man eine neue Karte anlegt verändert werden. Ihr seid also absolut flexibel und könnt nicht nur die PIN eurer EC-Karte vor Langfingern verbergen, sondern jedes Geheimnis, das ihr für euch behalten wollt.

Wie funktioniert die Synchronisation?

Wenn ihr eure Passwortsammlung auf mehreren Geräten synchron halten wollt, müsst ihr einen Cloudspeicher angeben, auf dem die Passwörter – verschlüsselt – gespeichert werden sollen. Zur Verfügung stehen allerdings nur Google Drive, Dropbox und Sky Drive von Microsoft. Positiv an der Auswahl ist, dass grundsätzlich jeder der Drei ein kostenloses Speicherkontingent zur Verfügung stellt. Man muss also nicht zusätzlich investieren. Allerdings gibt es natürlich noch viele andere Anbieter von Cloudspeicher, und insbesondere würde sich vielleicht der Eine oder Andere wünschen, es überhaupt mit einer Datei synchronisieren zu können, die im heimischen Netzwerk oder auf dem eigenen NAS gespeichert ist.

Safe in cloud - Synchronisation

Jedes Mal, wenn ihr die App öffnet, wird synchronisiert – außer, ihr habt eingestellt, dass dies nur im WLAN erfolgen soll. Das funktioniert sehr zuverlässig, Änderungen sind stets auf allen Plattformen aktuell.

Neue Passwörter generieren

Wenn ihr eure Passwörter stets verfügbar habt auf euren iPads oder Galaxy S4, dann können sie auch sicher sein. Wir erinnern uns: Sichere Passwörter sind eine zufällige Folge von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Wer Schwierigkeiten hat, sich so ein Passwort auszudenken, kann sich eines generieren lassen. Die App generiert zufällige Zeichenfolgen, die sechs bis zwanzig Zeichen lang sind.

Fazit

Die App erfüllt die Anforderungen, die ich oben an eine Passwort-App beschrieben habe, recht gut. Die Sicherheit ist mit der 256-Bit-AES-Verschlüsselung gut. Leider muss ich die Daten aber, wenn ich die bequeme Synchronisierung nutzen will, bei einem Drittanbieter speichern. Und auch wenn 256-Bit viel Arbeit erfordern, um den Schlüssel zu knacken, behalten wir im Hinterkopf, dass die NSA an Quantencomputern arbeitet, die dazu irgendwann in der Lage sein sollen. Ehrlich gesagt schreckt mich diese Vision im Moment aber noch nicht besonders.


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