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Nexus vs. Silver: Warum der Namenswechsel des Google-Brandings notwendig ist [Kommentar]

In den Medien kolportiert wird aktuell des Häufigeren das Aufgeben der Nexus-Reihe zugunsten von Android Silver, einem neuen Projekt, welches 2015 für High-End-Geräte mit der puren Google Experience sorgen soll. Vor allem im absoluten High-End-Segment will Google Unternehmen wie HTC oder Samsung unter die Arme greifen, um wirklich hochwertige Smartphones und Tablets herzustellen, die sich vor allen Dingen auch mit den iOS-Geräten von Apple in Hinsicht auf die Hardware messen können – ungeachtet des vermutlich erhöhten Preises. So wirklich begeistert scheinen allerdings nicht Viele von der Idee zu sein: Schließlich bedeutet das Einstellen der Nexus-Reihe scheinbar, dass endgültig Schluss sein wird mit den Preis-Leistungs-technisch hervorragenden Geräten sein wird. So einfach ist die Sache allerdings nicht, denn genauer betrachtet war es offensichtlich, dass Google das Nexus-Branding irgendwann aufgeben wird.

Zunächst aber noch einmal zu den Punkten, die für Nexus sprechen: Auch wenn die meisten Fans es sich nicht eingestehen wollen – die ersten Nexus-Geräte waren allesamt Reinfälle. Das HTC Nexus One war schlicht und ergreifend überteuert, hatte mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und kam mit einer derart kargen und funktionsarmen Google Experience, hinter der sich vermutlich selbst das überladene TouchWiz von Samsung kaum verbergen musste. Etwas besser machte es dann das Google Nexus S von Samsung, welches allerdings ebenso wie das Galaxy Nexus vor allem unter der schwachen Kamera und einem mangelhaften Marketing litt – unter Entwicklern war Nexus zwar bekannt, doch selbst in der Entwickler- Szene war der Anteil an Nexus-Nutzern nicht so hoch, wie man es vielleicht vermutet hätte.

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Die Problematik war schlichtweg die folgende: Natürlich ließen sich die Nexus-Geräte einfach modifizieren und hervorragend zur App-Entwicklung einsetzen, doch so wirklich interessant als das Stück Hardware, das sie nun einmal waren, wirkten sie auf die Kunden weniger. Das änderte sich erst mit dem Google Nexus 4, welches nicht nur mit einer hochwertigen Verarbeitung sondern insgesamt sehr ausgewogenen Spezifikationen daherkam, sowie dem Google Nexus 7 (2012). Letzteres gilt ohnehin im Allgemeinen als der absolute Gamechanger im Tablet-Sektor, der für die heute so günstigen Preise für Tablets gesorgt hat. Auch das Google Nexus 5 und das neue Nexus-Tablet führten die Saga erfolgreich weiter und erfreuen sich bei den Besitzern großer Beliebtheit.

Wieso also etwas kaputtmachen, was doch scheinbar so gut funktioniert? Warum nicht noch ein Google Nexus 5S oder ein Nexus 7 (2014) auf den Markt bringen? Der Grund dafür ist, dass sich die Angelegenheit wirtschaftlich nicht rentiert – die Nexus-Geräte sind allesamt ein sehr schmaler Balanceakt auf dem Grat zwischen High-End-Ausstattung und gehobenen Preis. LG hat zuletzt in einem Interview noch verkündetdass man etwa nicht daran interessiert sei, noch ein Nexus 6 herzustellen und insgesamt haben die Nexus-Geräte ihren Sinn, Stock-Android in der Welt publik zu machen, weitestgehend erfüllt. Mit Silver steht uns hingegen eine ganz neue Zukunft entgegen, mit echten High-End-Geräten ganz ohne Kompromisse – daher sollte man sich eher auf die Veränderungen freuen, anstatt der Nexus-Reihe, die ihre besten Tage schon gesehen hat, noch weiter hinterherzutrauern.



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