Skip to main content
Enthält Werbe-Links

Kommentar: To root or not to root?

Es gibt zahlreiche Tutorials und Anleitungen, die dem Nutzer erklären, wie er sein Gerät Schritt für Schritt rooten, unlocken und flashen kann – für wen diese Begriffe reines Fachchinesisch sind, der sollte sich unser entsprechendes Wiki durchlesen. Vielfach gibt es aber unter den Nutzern Diskussionen darüber, inwiefern solche Modifikationen und Eingriffe überhaupt sinnvoll sind, häufig werden Bricks und Garantieverlust als Gegenargumente zum Rooten angeführt. Doch welche Vor- und Nachteile eröffnen sich dem experimentierfreudigen Nutzer nun tatsächlich?

Root&Unlock – der große Unterschied

Root vs bootloaderunlock

Zunächst einmal sollte man sich den himmelweiten Unterschied zwischen Root und (Bootloader-)Unlock klar machen. Beim Root-Zugriff erhält der Nutzer lediglich Zugriff auf die Systemdateien des Android-Betriebssystems und kann so zum Beispiel die Schriftart verändern oder andere Modifikationen an der ROM durchführen. Das Rooten eines Gerätes verwirkt den Garantieanspruch eines Gerätes zunächst einmal nicht und kann in der Regel leicht rückgängig gemacht werden.

Beim Bootloader-Unlock sieht es hingegen schon anders aus – viele Hersteller haben eine Sperre im Bootloader implementiert, die das Flashen eines Custom-Kernels verhindern. Das heißt, ohne Bootloader-Unlock ist es nicht möglich, ROMs wie die CyanogenMod oder MIUI zu installieren, da diese nicht auf dem Stock-Kernel der Hersteller basieren. Der Bootloader-Unlock ist aber fast immer unwiderruflich und kann von den Herstellern im Garantiefall eingesehen werden.

Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass das Rooten im Vergleich völlig gefahrenlos ist – der Rootvorgang an sich ist in den meisten Fällen durch ein automatisiertes Skript sehr einfach, jedoch sollte man genau darauf achten, was man mit den Rootberechtigungen anfängt. Durch das Löschen wichtiger Systemdateien kann man sein Gerät nämlich ebenfalls schnell unbrauchbar machen oder zumindest massive Bugs hervorrufen. Dennoch geht das Rooten insgesamt einfacher von der Hand, kann rückgängig gemacht werden und erlaubt auch schon zahlreiche Eingriffe.

Rooten und Flashen – Nachteile 

dead android

Zunächst einmal zu den Schattenseiten – tatsächlich gibt es immer wieder unterschiedliche Informationen zu den Auswirkungen des Root-Zugriffes auf die Inanspruchnahme der Garantie. Während Händler wie Amazon sich hier sehr kulant zeigen, ist es durchaus denkbar, dass Hersteller wie Samsung, ASUS oder Sony sich im Schadensfall auf den Root berufen und wenn man sein Gerät durch Eigenverschulden zerstört hat, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Ersatz erhalten.

Darüber hinaus kann durch das Flashen einer Custom-ROM die Stabilität der Software erheblich reduziert werden. Es gibt zahlreiche instabile Custom-ROMs und anhand der Beschreibung der ROM lässt sich nicht immer ablesen, wie gut diese nun wirklich läuft. Viele Nutzer verzichten daher auf die Installation einer Custom-ROM, um sich etwaige Bugs zu ersparen. Häufig dauert es eine Weile und viele Flash-Versuche, bis man die passende ROM gefunden hat. Meiner Meinung nach sehr empfehlenswerte ROMs sind natürlich CyanogenMod, OmniROM, CarbonROM und ParanoidAndroid – dies hängt jedoch auch stark von dem jeweiligen Gerät ab und welche Entwickler sich um den Support der ROM kümmern. Pflicht ist es daher, vor dem Flashen zu lesen, ob und wie viele Nutzer von Problemen berichten.

Root&Flashen – Vorteile

Cyanogenmod 10 Boot

Durch das Rooten und Flashen des Tablets oder Smartphones erhält man geradezu unbegrenzten Zugriff auf das Gerät und es wäre ziemlich aussichtslos zu versuchen, hier alle möglichen Modifikationen zu nennen. Während man zum Beispiel durch die xThemesEngine jede beliebige ROM personalisieren kann, gibt es viele Applikationen wie Active Display, Fontinstaller, GMD Gesture Control, Root Browser usw., die ohne Root-Zugriff gar nicht funktionieren würden. Custom-ROMs bieten zudem nicht nur viele neue interessante Features, sondern unter Umständen auch eine bessere Akkulaufzeit und schnellere Performance, gerade bei den älteren Smartphones und Tablets, die sonst vielleicht noch mit Ice Cream Sandwich oder gar Gingerbread auskommen müssten.

Darüber hinaus macht es einfach Spaß, hin und wieder neue ROMs auszuprobieren, gerade wenn der Hersteller die Updates eher vernachlässigt. Natürlich ist es immer wieder umständlich, alle Apps neu zu installieren und sich überall neu anzumelden, doch mit App2SD oder Titanium Backup lassen sich solche Probleme gut umgehen. Gerade bei einem älteren Gerät, für welches es zahlreiche Custom-ROMs gibt, ist das Rooten und Flashen noch eine Möglichkeit, um wieder mehr Spaß an dem Tablet bzw. Smartphone zu haben.

[asa posts]B00EOBV10Y[/asa]


Ähnliche Beiträge