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Kommentar: Erneute Verluste bei Nintendo, Umstieg auf Android und iOS als Lösung?

Nintendo scheint es im Moment finanziell nicht sonderlich gut zu gehen und nach dem Schicksal von Nokia und Blackberry ist mittlerweile klar geworden, dass solche Nachrichten auch für große Konzerne eine triftige Gefahr darstellen können. Eigentlich ist es absolut unvorstellbar, dass das Unternehmen, welches quasi Videospiele massentauglich gemacht hat, ausgerechnet aufgrund immer weiter fallender Verkaufszahlen zur Aufgabe gezwungen ist. Ganz so schlimm ist es im Moment zum Glück noch nicht, allerdings halten viele Analysten eine Kursänderung von Nintendo notwendig, die wiederum vielleicht für mobile Zocker sogar erfreulich sein könnte.

Evolution der Nintendo-Konsole. (Quelle: Fanpop)

Evolution der Nintendo-Konsole. (Quelle: Fanpop)

So soll Nintendo in Zukunft vermutlich die Tore für den Smartphone-Markt öffnen und Spiele-Klassikar mit Mario, Zelda und Co. auch für Geräte mit Android und iOS auf den Markt bringen. Bislang hatte sich Nintendo strikt dagegen geweigert, und das weniger aufgrund von Nostalgie oder Engstirnigkeit, sondern aus reinem wirtschaftlichen Kalkül heraus. Dadurch, dass die beliebten Spiele nicht auf anderen Plattformen verfügbar sind, sind die Kunden gewissermaßen zum Kauf einer Nintendo-Konsole gezwungen. Bislang hat dieses Prinzip eigentlich gut geklappt, doch mittlerweile sind die zwei oder drei Knaller-Titel einfach nicht mehr ausreichend für den Kauf einer Nintendo-Konsole, wenn diese ansonsten nichts weiter zu bieten hat.

Vergleich zwischen der Grafik der WiiU und PS3 (Quelle:ntower)

Vergleich zwischen der Grafik der WiiU und PS3 (Quelle:ntower)

Technisch hinkt Nintendo ohnehin schon der Konkurrenz hinterher und auch wenn man immer wieder betont, dass der Spielspaß bei Nintendo nun einmal nicht von der Grafik abhängt (sondern als Konsole für Gesellschaftsspiele) ist und bleibt die Hardware für die Entwickler von Spielen ein limitierender Faktor – ganz zu schweigen von den Nutzern, die einfach mit der Zeit einfach die Nase voll davon haben, den 10. Teil von Mario Party mit kaum veränderter Grafik zu spielen. Die voraussichtlichen Verkaufszahlen für die eigentlich schon im Vornherein als Reinfall prognostizierte Wii U wurden von 9 Millionen auf 2,8 Millionen Einheiten reduziert, beim Nintendo 3DS war ein Rückgang von 18 auf 13,5 Millionen verkauften Exemplaren zu verzeichnen. Insgesamt hatte Nintendo 335 Millionen US-Dollar Verlust zu beklagen – ohne, dass sich irgendeine positive Tendenz abzeichnen würde.

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Sollte sich hingegen Nintendo dafür öffnen, auf dem Android/iOS-Markt als Entwickler einzusteigen, könnte dies die Gaming-Branche vor allem im Android-Sektor völlig revolutionieren. Bislang dominieren Casual-Games den Markt für Android-Apps und nur die wenigsten Entwickler-Studios geben sich überhaupt die Mühe, eine gute Story und eine lange Spielzeit zu bieten – Square Enix ist eine der wenigen Ausnahmen und wird für das Engagement durch gute Verkaufszahlen belohnt, obwohl die Final-Fantasy-Spiele enorm teuer sind. Ähnlich könnte Nintendo auch vorgehen – wie im Bericht von den Kollegen von androidauthority bereits angemerkt, könnte Nintendo allein durch die Portierung von Klassikern a la Super Mario oder Zelda sehr viel Geld machen, der Analyst Michael Pachberg spricht hier von 2,5 Milliarden bis 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr bei einem Kaufpreis von 5 bis 10 US-Dollar pro Spiel.

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Überhaupt ist einer der Gründe, weshalb sich Nintendo über die Jahre hinweg über Wasser halten kann, die große Fan-Gemeinde um die beliebten und markenrechtlich geschützten Figuren und vielleicht ist es für Nintendo tatsächlich an der Zeit, diese für andere Plattformen freizugeben. Zudem würde man natürlich enorme Kosten einsparen, da kein Geld mehr in die Entwicklung und Produktion von Hardware gesteckt werden müsste – die Prozessoren in Android-Geräten sind mittlerweile leistungsstark genug, um Spiele mit Wii-Grafik auf dem heimischen Full-HD-Fernseher spielbar zu machen, sodass nicht nur die Handhelds, sondern auch die Konsolen von Nintendo von der Bildfläche verschwinden könnten.

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Ich persönlich muss aber sagen, dass es enorm schade wäre, wenn ausgerechnet Nintendo als Hardware-Hersteller auf einmal die Segel streichen müsste – wie viele andere auch bin ich schließlich mit der Nintendo-Konsole aufgewachsen und habe großen Respekt vor den Errungenschaften des Unternehmens in der Geschichte der Videospiele. Nintendo hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass man zur Innovation bereit ist und noch vor einigen Jahren zum Beispiel mit der Nintendo Wii eine Konsole auf den Markt gebracht, die sich tatsächlich durch den Spaßfaktor und nicht durch Grafik-Power auszeichnete. Der Wechsel zur mobilen Plattform wäre meiner Meinung nach weniger ein Fortschritt, sondern würde eher wie ein Ausverkauf des Unternehmens wirken, denn dann gäbe es vermutlich tatsächlich kaum noch einen Anreiz zum Kauf einer Nintendo-Konsole. Nachdem in der jüngeren Vergangenheit aber kaum noch gute Ideen aus dem Hause Nintendo kamen, scheint es fast schon so, als gäbe es keine anderen Möglichkeiten mehr.

Was sagt ihr zur Zukunft von Nintendo? Ist der Umstieg auf Android  oder iOS die richtige Lösung?

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[referenz link=“http://www.theverge.com/2014/1/17/5320312/nintendo-studying-mobile-devices“ name=“the Verge“][quelle link=“http://www.bloomberg.com/news/2014-01-17/nintendo-forecasts-net-loss-on-stagnating-sales-of-wii-u-games.html“ name=“bloomberg“]


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