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Kein Windows 10 für Windows RT: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende [Kommentar]

Das war es dann wohl endgültig für Windows RT – Microsoft soll in einem Statement laut Paul Thurrott bekannt gegeben haben, dass es für Tablets mit ARM-Prozessor kein Update auf Windows 10 geben wird. Dabei hatte man zum Zeitpunkt der erstmaligen Vorstellung von Windows 10 tatsächlich das Gefühl, dass die Redmonder wirklich sämtliche Plattformen endlich vereinen wollen. Das ist wohl nur bedingt der Fall – nachdem bereits bekannt geworden ist, dass sich Windows 10 für Windows Phones nur den Namen mit der Desktop-Variante teilen wird, ist die Nachricht von der Aufgabe von Windows RT eine weitere Enttäuschung für viele Nutzer. Ob aber wirklich so viele um Windows RT trauern werden, ist fraglich.

Windows RT: Der ungeliebte Zwilling von Windows 8

Surface vs. Surface RT. (Bild: The Verge)

Surface vs. Surface RT. (Bild: The Verge)

Bei Windows RT handelte es sich um eine damals parallel zu Windows 8 eingeführte Version des Betriebssystems von Microsoft, welche auf Tablets und Geräten mit ARM-Prozessor anstatt CPUs von Intel zum Einsatz kam. Der Ansatz war eigentlich recht interessant: Windows RT sollte auf der einen Seite mit vollwertigem Office die Kunden vom Kauf überzeugen, auf der anderen Seite aber im Vergleich zu Windows 8 erheblich weniger Ressourcen und Strom verbrauchen. Das Surface RT war Microsofts eigene Interpretation davon, wie so ein mobiles Windows-Gerät aussehen könnte und punktete tatsächlich mit einer sehr guten Hardware, dem Wegfall eines aktiven Lüfters und einer langen Akkulaufzeit. Auch Samsung, ASUS und einige andere Hersteller stellten einige Windows-RT-Geräte her, doch schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass Windows RT ein einziges Fiasko war.

Es gab einfach viel zu viele Probleme mit dem OS und zwar keineswegs nur aufgrund des üblichen Mangels an Applikationen und Programmen, den jede neue Plattform zu beklagen hat. Als schlankes Windows-Lite hätte sich Windows RT gerade als OS für das Zweitgerät bei Nutzern, die großen Wert auf Office-Arbeiten legen, durchaus etablieren können. Windows RT war aber schlichtweg nicht ausgereift, zeigte gerade zu Beginn etliche Bugs und Fehler und bot alles andere als eine flüssige, reibungslose Nutzererfahrung. Ausgerechnet das Surface RT, quasi das Aushängeschild des Betriebssystems, zeigte in vielen Testberichten Schwächen in der Performance und sank daraufhin rapide im Preis. Obendrein zeigte sich Microsoft überaus engstirnig und verhinderte die Entwicklung alternativer Browser wie Chrome und Firefox für die Plattform. Alleine Google Chrome für Windows RT mit den zahlreichen verfügbaren Chrome-Extensions hätte Windows RT einen gewaltigen Aufschwung verschaffen können, stattdessen blieben die Nutzer unter Windows RT auf dem Internet Explorer sitzen, der nur recht rudimentäre Funktionen bietet. So mag Windows 8 von nicht wenigen kritisiert worden sein, doch Windows RT wurde als ungeliebter Zwilling geradezu geflissentlich ignoriert.

Weiterhin Sicherheits-Updates und kleine Verbesserungen – vermutlich sogar die beste Lösung

Windows-10-Invite[1]

Insofern hat Microsoft sich die Unbeliebtheit von Windows RT ein Stück weit auch selbst zuzuschreiben und hätte in Sachen Marketing – allein schon angefangen bei dem absolut nichtssagenden Namen -,  der Förderung der App- Entwicklung und der raschen Integration von Bugfixes vieles besser machen können. Eine große Chance hatte man nach den ersten Misserfolgen allerdings auch nicht mehr, da schnell sämtliche Hardware-Hersteller Windows RT aufgaben und bereits das Surface 2 (mit Windows RT, aber ohne RT im Namen) schon so ziemlich alleine auf weiter Flur dastand. Auch wirtschaftlich war Windows RT für Microsoft eine Katastrophe, trotz intensiver Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar.

Dass es kein Update auf Windows 10 für RT-Geräte geben wird, ist somit schade, aber irgendwo ist ein Ende mit Schrecken bekanntlich besser, als ein Schrecken ohne Ende. Zwischenzeitlich befürchtete man gar den Launch eines Surface Mini mit Windows RT, welcher sich nun aber wohl endgültig nicht mehr realisieren wird. In der Theorie mag es einfach klingen, im Zuge der Entwicklung von Windows 10 für Windows Phone – die ja auch mit ARM-Prozessoren laufen – gleich ein Update für RT-Geräte bereitzustellen. In der Praxis jedoch hätte dies einen hohen Entwicklungsaufwand bedeutet, die Aufwendung finanzieller und personeller Ressourcen, die an anderer Stelle bei Microsoft sicher dringender benötigt wird. Angesichts der quasi nichtexistenten Begeisterung der Nutzer für Windows RT ist es verständlich, dass Microsoft irgendwo einen Schlussstrich ziehen möchte und so ganz im Regen stehen lässt Redmond Windows RT schließlich auch nicht: Zumindest einige der neuen Funktionen von Windows 10 und Sicherheits-Updates wird es vom Hersteller geben, ansonsten wird man sich aber wohl auf andere Projekte konzentrieren – sicherlich sinnvoller, als nur halbherzig ein Windows 10 Update für RT-Geräte herauszubringen, welches das nach zahlreichen Updates mittlerweile durchaus stabil laufende Windows RT im Endeffekt gar noch verschlimmbessern könnte.

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5 gebraucht & neu ab

[referenz link=“http://www.tabletblog.de/2015/01/windows-rt-tablet-update/“ name=“tabletblog“][quelle link=“https://www.thurrott.com/windows/windows-10/577/windows-rt-will-not-upgraded-windows-10″ name=“Paul Thurrott“]



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