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E-Book-Reader: Baldiges Ende der digitalen Lesegeräte?

E-Book-Reader gehören der gleichen Klasse an, der auch die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit angehörten: eine bald aussterbende Art. Das was den Dinosauriern als Meteor zum Verhängnis wurde, sind für E-Book-Reader offenbar Tablets. Das Marktforschungsunternehmen iSuppli kommt nach eingängiger Beschäftigung mit den Sachverhalten rund um die digitale Welt zu dem absolut verblüffenden Ergebnis, dass Tablets vorteilhafter seien, denn ihr Funktionsumfang sei wesentlich größer als der eines Kindles, Nooks, Kobos usw.

HTC-Flyer-Test eBook-ReaderWeitere Begründungen der sogenannten Marktspezialisten folgen. Der Verkauf von E-Book-Readern sei im vergangenen Jahr um 36 Prozent eingebrochen. Ihr Zenit hätten die Reader im Jahre 2011 erreicht und die Verkaufszahlen werden von aktuell 15,1 Millionen auf 7,1 Millionen im Jahre 2016 einbrechen. Wie schon erwähnt sei der Grund dafür, die eingeschränkte Nutzbarkeit. Wenn man also die Wahl hätte, so iSuppli, seien Tablets schier unüberwindlich (insurmountable).

Es gibt drei wesentliche Dinge, die mich an dieser sogenannten Marktstudie stören. Als Erstes, dieses Unternehmen meint wieder mal ernsthaft, dass nur die Vereinigten Staaten ein potenter Markt sind. Es überrascht mich immer und immer wieder in welchen, ich nenne es mal, „amerikanozentrischen“ Maßstäben in den USA gedacht wird. Die Staaten sind eine unglaublich potente Supermacht, sowohl im ökonomischen Bereich, als auch in vielen anderen Bereichen. Es ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass man in China, einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern, sich neuerdings auch einen E-Book-Reader leisten kann. Logischerweise sind die paar Europäer in der EU (500 Millionen) es auch nicht wert berücksichtigt zu werden, es ist ja nur der weltweit größte Binnenmarkt seit dem Untergang des Imperium Romanum.

Zweitens: E-Book-Reader bieten das beste Leseerlebnis, das verfügbar ist, abgesehen von bedrucktem Papier. Ein Tablet leuchtet, ob hell oder dunkel ist egal, es leuchtet einem in die Augen und man strengt diese dadurch erheblich an. Jeder Brillenträger mit mehr oder weniger ordentlich Dioptrien kann mir beipflichten, dass das nicht unbedingt dazu führt unsere Augen gesünder zu machen. Man kann die Vorteile eines E-Book-Readers nicht einfach auf ein Tablet übertragen, was mich zum nächsten Punkt bringt.

Drittens: Vielleicht ist den Damen und Herren von Zahlenwürflern schon einmal die Idee gekommen, dass auch E-Book-Reader in einer steten Evolutionsphase sind. Die Interfaces und Homescreens des Kindles sind über die Jahre denen von Tablets immer ähnlicher geworden, die Preise sind gesunken und das Angebot hat sich verbessert. Die Refreshraten und Schärfe sind bei eInk-Displays besser und schneller geworden. Man hat neuerdings (seit etlichen Monaten) auch eine lesefreundliche Beleuchtung von eInk-Displays eingebaut.

Obwohl ich noch lange nicht alle Argumente ausgeschöpft habe (Akkulaufzeit, falsche Kausalität etc.) kann man es drehen und wenden wie man will: E-Book-Reader haben immer noch einen Platz in der (Tech-) Welt und solange es keine Hybriddisplays gibt, welche die Vorteile von eInk und LED/LCD/OLED vereinen, muss man den Jungs und Mädels von iSuppli für ihre Studie leider eine Absage erteilen. Die Erfindung des PCs hat auch nicht dafür gesorgt, dass Stift und Papier von der Bildfläche verschwinden, wohl aber der besagte Meteorit die Dinosaurier.


[referenz link=“http://www.heise.de/newsticker/meldung/Marktforscher-E-Book-Reader-schon-wieder-am-Ende-1766452.html“ name=“Heise“]


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