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Kommentar: Die sechs Tablet-Käufertypen

Der PC ist tot, es lebe das Tablet. Noch vor Kurzem waren Notebook oder PC das Mittel der Wahl, wenn man Mails schreiben, im Internet surfen, ernsthaft arbeiten oder auch nur spielen wollte. Es war die Ein-für-Alles-Maschine. Und es war ein Rechner mit einem Intel-Herzen, auf dem Microsoft Windows lief. Exoten waren die, welche einen Mac mit Mac OS X hatten (die waren hip), oder gar einen PC mit aufgesetztem Linux (die waren Nerds). Dann kamen die Tablets und haben das Feld übernommen. Höchste Zeit also, zu fragen: Welche Tablet-Nutzer gibt es?

Der Jünger

Nein, das erste Tablet war nicht das iPad von Apple. Apple selbst hatte schon früher mit Tablets experimentiert, dem Apple Newton. Das kam aber nicht richtig an. Aber seit der Rückkehr Steve Jobs zu Apple hat sich die Firma mit den i-Produkten Kultstatus erarbeitet. Mehr als das – Apple hat als Marke fast religiösen Status. Und der Apple-Jünger kauft sich das iPad alleine schon deshalb, weil es das iPad gibt. Was machen die Jünger damit? Zunächst wissen sie es selbst nicht so recht, aber schnell finden sie eine Rechtfertigung für den Kauf. Das, was sie bisher auf dem iPhone gemacht haben, können sie nun mit einem viel größeren Bildschirm machen. Mails abrufen. Spielen. Und auch der Kaffee bei Starbucks schmeckt viel besser, wenn man sich mit einem iPad Luft zufächelt.

Der Junkie

Der Junkie kauft sich ein Tablet, weil es ein Stück moderne Technik ist. Das reicht eigentlich schon als Grund. Natürlich kauft der Junkie sich nicht irgendein modernes Tablet, sondern das mit Tripel-Octa-Core-Prozessor. Mit diesem Tablet kann er theoretisch alles machen. Und diese Potenz ist es, worauf es dem Junkie ankommt. Es gibt niemanden, der ein stärkeres Tablet hat, als der Junkie. Und wenn doch – hat der Junkie morgen ein noch besseres.

Der Mitläufer

Der Mitläufer hat Freunde aus dem Junkie-Milieu oder wurde von Jüngern bekehrt. Er interessiert sich eigentlich weder für die Technik, noch für ein Image. Aber er hat festgestellt, dass alle seine Freunde ein Tablet haben. Also hat er sich auch ein Tablet gekauft. Bei Aldi gab es gerade eines im Angebot. Vielleicht hat er – wenn er sich ein paar Gedanken vor dem Kauf gemacht hat, bei der TabletCommunity vorher nachgelesen, welches Einsteigertablet für ihn in Frage kommt. Dann hat er hundertfünfzig Euro in die Hand genommen und sich so ein Ding gekauft. Sofort hat er seinen Freunden davon erzählt. Und jetzt liegt es auf dem Wohnzimmertisch, bis er sein WLAN eingerichtet hat. Keiner hat ihm gesagt, dass man das braucht, um es vernünftig zu benutzen!

Der Bequeme

Dem Bequemen ist es eigentlich egal, welche Marke sein Tablet hat oder welche technischen Eigenschaften. Es muss einfach funktionieren, weswegen er vermutlich ein bezahlbares Tablet mit vernünftigen Specs hat. Er will damit einfach nur auf der Couch Nachrichten lesen und seine Mails durchgehen. Wenn er keine Kinder hat, die ihn nötigen, Spiele zu installieren, bleibt der App-Store für ihn die App, die er nie benutzt.

Der Profi

Okay – jetzt wird es ernst. Der Profi weiß ganz genau, warum er sich ein Tablet zugelegt hat, nämlich für den professionellen Einsatz im Beruf. Vermutlich hat er einen Beruf, bei dem es auch ein bisschen auf das Image ankommt, weshalb es ausgeschlossen ist, dass er in diesen modernen Zeiten noch mit einem Laptop auftritt. Auch wenn dieser eine vernünftige Tastatur hat, die der Profi mitunter vermisst und schließlich durch eine Bluetooth-Tastatur ersetzt – oder er kauft sich gleich ein Tablet, das zwar Tablet heißt, aber auf jeden Fall auch eine Tastatur hat. Als Dock zum Beispiel. Dem Profi ist es wichtig, dass er das Tablet produktiv einsetzen kann. Und wenn kein Weg darum herum führt, kauft er sich eben notgedrungen auch ein Tablet mit Windows 8. Und dass man damit auch spielen kann, nimmt er in Kauf.

Der Laie

Der Laie weiß von all dem, was wir hier schreiben nichts. Der Laie hat Freunde, die lieber E-Mails verschicken, als Briefpost. Also fragt der Laie irgendwann seine Liebsten, wie man so eine E-Mail lesen kann. Kurz darauf liegt unter dem Weihnachtsbaum ein Tablet, und die Kinder zeigen dem Laien, wie man das Mailprogramm öffnet. Staunend sitzt der Laie vor dem Tablet und führt diese Aktion so lange aus, bis er sie im Schlaf beherrscht. Fortan kann der Laie E-Mails lesen. Dass er dazu einen Tablet-Computer benutzt, weiß er nicht. Er hat auch keine Ahnung, wozu das Gerät, das ihm sein Sohn (Typ Junkie) geschenkt hat, sonst noch alles leisten könnte. Es ist ein sehr potentes Gerät mit einem Fettfleck auf dem Bildschirm, wo das Icon für das Mailprogramm positioniert ist.

Habe ich einen Typen vergessen? Welcher Tablet-Käufertyp seid ihr?

Bildquelle: tabtimes.com



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