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ASUS VivoTab RT im Test: Gutes Tablet mit Schwächen beim Betriebssystem

Auch wir haben natürlich den Trubel um Windows RT und Windows 8 mitbekommen, leider konnten wir diesbezüglich bisher keine Geräte selbst testen, geschweige denn ergattern. Nun endlich unser erster Windows-RT-Test mit dem ASUS VivoTab RT. Ob sich der Kauf des Tablets lohnt, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Vielen Dank an dieser Stelle an getgoods.de, die uns das Testgerät zur Verfügung gestellt haben.

VivoTab RT kaufen: Das Gerät ist ab 443,38 Euro bei Amazon erhältlich.

Video-Test

Design und Hardware

Lieferumfang

Dem Tablet liegt ein USB-Kabel mit eigenem, proprietären Anschluss an das Tablet bei. Das ist ein wenig schade, da das Tablet somit nur mit diesem auch aufgeladen werden kann. Darüber hinaus gehören ein USB-Steckdosen-Adapter sowie eine sorgfältig verpackte Anleitung nebst Garantieheftchen zum Lieferumfang. Soweit eher unspektakulär – ein echtes Highlight ist hingegen das in der entsprechenden Ausführung mitgelieferte Tastaturdock, welches einen integrierten Akku enthält.

Lieferumfang VivoTab RT

Design

Das Design des VivoTab RT ist durchgängig sehr schlicht. So ist die Front komplett in Schwarz gehalten und mit einer spiegelnden gläsernen Platte abgedeckt. Einzig ein Windows-Knopf, der ASUS-Schriftzug und die Frontkamera befinden sich auf der Vorderseite.

Die Rückseite ist zweifarbig gehalten. Im oben Viertel des Tablets, welches mit einem dunkelgrau linierten Gehäuseteil auf sich aufmerksam macht, befinden sichdie Rückkamera sowie die Lautstärketasten. Der Kamera hat man sogar einen Blitz spendiert.

VivoTab RT

Die restliche Gehäuserückseite wirkt durch einen graue, ganz leicht ins rötlich gehenden Aluminiumrücken schlicht und stabil, hierein sind die Lautsprecher und die Befestigung für das Tastaturdock integriert.

Tastaturdock VivoTab RT

In der gleichen Farbe wie die Rückabdeckung ist auch das Tastaturdock gehalten, wobei dieses feiner gebürstet wurde als der Rücken des TF600T.

Anschlüsse

Die Anschlüsse sind ein großer Kritikpunkt am VivoTab RT. Durch das Tastaturdock kommt zwar ein richtiges Laptop-Gefühl auf, doch da nur ein magerer vollwertiger USB 2.0-Port verbaut ist, und dieser auch nur im Tastaturdock, erscheint das angesichts des Preises sehr wenig. Glücklicherweise kann man immerhin ein weiteres USB-Gerät mittels eines mitgelieferten Dongles an der Stromzufuhr des Tablets anschließen. Auf Dauer gestaltet sich diese Lösung jedoch als sehr umständlich.

Dongle VivoTab RT

An weiteren Anschlüssen sind ein 3,5-mm-Klinke-Anschluss sowie ein Micro-HDMI-Anschluss und ein microSD-Kartenslot verbaut.

VivoTab Anschlüsse

Formfaktor

Mit Abmessungen von 263 x 171 x 9 mm liegt das VivoTab RT TF600T sehr gut in der Hand. Besonders schwer ist es auch nicht – mit einem Gewicht von 538 Gramm ist es das leichteste bisher von mir getestete Tablet über 7 Zoll.

Rücken VivoTab RT

Verarbeitungsqualität

ASUS enttäuscht mit dem VivoTab RT nicht. Während sich beim Nexus 7 manche über knarzende Displays beschwerten, ist die Verarbeitung beim getesteten Gerät ausgesprochen gut. Die Wahl der verwendeten Materialen lassen einen wertigen und guten Eindruck entstehen. Spaltmaße sind, sofern überhaupt vorhanden, sehr gering und selten. Die Knöpfe haben keinen Spielraum, sondern fühlen sich robust und ausdauernd an; ebenso der Federmechanismus für die Dockingstation.  Würden wir direkte Noten vergeben, würde das VivoTab RT auf jeden Fall die Bestnote in dieser Hinsicht erreichen.

Auch die Dockingstation steht dem in nichts nach. Aufgrund der flachen Bauweise mussten die Tasten zwar sowohl vom Durchmesser als auch von der Tastenhöhe komprimiert werden – sehr gut schreiben lässt sich mit ihnen jedoch nach kurzer Eingewöhnphase trotzdem, wenn auch nicht so komfortabel wie mit einem richtigen Keyboard.

Tastatur VivoTab

Wärmeentwicklung

Bei der Wärmeentwicklung kommt man zu einem Problem, das später im Artikel noch einmal aufgegriffen wird. Da es für Windows RT zurzeit noch keine wirklich Hardware-hungrigen Apps oder Benchmarks gibt, ist es schwierig, eine verlässliche Aussage über die Wärmeentwicklung zu treffen. Bei zehn geöffneten YouTube-Tabs, was für größere Belastung sorgen sollte, wurde das Gerät im oberen Drittel zumindest handwarm.

Lautsprecher

Die Qualität der Lautsprecher geht definitiv in Ordnung für ein Tablet. Auch wenn die Bässe keine echte Kraft haben, sind sie klanglich zumindest nicht verzerrt, sondern nur zurückhaltend. Höhen und Mitten überzeugen in unserem Test ebenfalls und stechen durch ihre Klarheit heraus. Wie aber bei allen Tablets und Smartphones sind Kopfhörer die eindeutig bessere Wahl, um Musik und Filme abzuspielen.

Display

Auflösung

Das verbaute Display löst mit 1366 x 768 Pixeln auf. Diese WXGA-Auflösung findet sich im Normalfall bei Laptops statt bei Tablets wieder, steht dem ASUS VivoTab RT aber ausgesprochen gut. Zugegeben – es lassen sich einzelne Pixel bei genauer Betrachtung erkennen, dafür spielt das Display in anderen Bereichen seine Stärken aus. Dennoch: Für kommende Generationen von VivoTabs sollte die Auflösung angehoben werden; stärkere Prozessoren dürften dies problemlos verkraften.

Helligkeit

Mit knapp 480 cd/m² zeigt das Display seine Stärke besonders in Bezug auf die Helligkeit. Selbst bei großem Lichteinfall ist die Schrift noch gut ablesbar auf dem ASUS-Tablet. Einzig im direkten Sonnenlicht werden Inhalte aufgrund der sehr starken Spiegelung der Glasplatte unleserlich. Doch wer sein Gerät nicht im direkten Sonnenlicht nutzt, wird dies kaum bemerken.

Farben, Kontraste, Blickwinkel

Wurde eben noch die Helligkeit gelobt, kommt man auch bei diesen Punkten ins Schwärmen. Das Display ist absolut Blickwinkel-stabil, in allen möglichen und unmöglichen Positionen konnte das Display stehts gut abgelesen werden. Die Farben wirken dabei knackig und kraftvoll – ob zartes Blau oder aggressives Rot spielt dabei keine Rolle. Prädestiniert zum Hervorheben ist dabei natürlich Windows RT mit seinen minimalistischen Farbdesigns. Folglich überzeugt auch der Kontrast: Schwarze Abschnitte wirken satt und schwarz, wohingegen Weiß überzeugend und ausdrucksstark leuchtet.

VivoTab

Kamera-Qualität

Frontkamera

Die verbaute Frontkameras löst mit 2 Megapixeln auf. Im Gegensatz zu den allermeisten Frontkameras geht die Qualität der Bilder in Ordnung. Zwar rauschen auch hier die geschossenen Fotos, allerdings sind die Farben sehr ausgeglichen und kräftig. Darüber hinaus wirken Kanten verhältnismäßig scharf.

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Rückkamera

Ein weiteres Highlight des VivoTab RT dürfte die verbaute Rückkamera sein, denn diese weiß mit sehr guten Farbwerten zu überzeugen. Einziges Manko ist die Schärfe der geschossenen Fotos: Gerade an Kanten könnte die Abgrenzung schärfer sein, hier zeigt Sony mit dem Xperia Z wie es geht. Abseits dessen taugt die Kamera aber für mehr als nur gelegentliche Schnappschüsse.

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Software

Auf dem Tablet, welches in der 64-GB-Version knapp 43 Gigabyte Speicher für den User bereithält, läuft das von Microsoft umprogrammierte und teils neu entwickelte Windows RT. Microsoft möchte mit diesem Betriebssystem in der Riege der ARM-Betriebssysteme wie Android und iOS mitspielen. Allerdings gibt es gravierende Unterschiede zwischen Windows 8 und Windows RT, welche im Folgenden näher erläutert werden sollen.

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Unterschiede zwischen Windows 8 und Windows RT

Während Windows 8 ausschließlich für x86-Prozessoren, also „echte“ Computer-Hardware entwickelt wurde und auf vorangegangene Windows-Versionen aufbauen konnte, stellt Windows RT größtenteils eine Neuentwicklung dar. Da beide Systeme gleich aussehen und sich auch ähnlich schnell verhalten, könnte man auf den Gedanken kommen, ein normales Programm auf Windows RT zu installieren. Auch wenn es momentan schon einige inoffizielle Portierungen von x86-Programmen gibt, funktioniert praktisch kein x86-Programm unter RT. Das liegt zum einen an der Prozessor-Struktur von ARM, welche sich in einigen Punkten stark von ihren x86-Pendants unterscheidet. Zum anderen ist dies auch der neuen Laufzeitumgebung unter Windows RT geschuldet, welche „Windows Runtime“ genannt wird. Diese erlaubt ausschließlich die Installation von dafür entwickelten Apps über den Windows-Store. Hier muss Microsoft dringend Anreize schaffen, womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären…

Windows 8 App-Store

Nachdem sich iTunes zu einem Millionengeschäft für Apple entwickelt hat, zog selbstredend auch Google mit dem Play Store nach. Auch dieser wurde vom Nutzer trotz fehlender Zahlungsmöglichkeiten bereitwillig angenommen. Dabei wurde es für Apple zusehends schwerer, sich – was die Größe von iTunes angeht – gegen Google zu behaupten.

Screen3

Microsoft tut sich diesbezüglich schwer. Selbst nach mehr als 6 Monaten finden sich viele, von Computern sowieso und zuletzt auch von Tablets und Smartphones bekannte Apps im Microsoft-Store nicht wieder. Selbst triviale Programme wie Firefox, Thunderbird, der Videolan-Player oder eine Facebook-App fehlen gänzlich im Store. Man ist somit gezwungen, mit dem Internet Explorer online zu gehen und Filme, welche nicht mit dem Windows Media Player harmonieren, gar nicht erst zu schauen. Kann man unter Windows 8 zumindest noch Codecs nachinstallieren, fehlt auch dies bei Windows RT nahezu komplett. Ganz besonders schade ist dabei, dass die verbaute Tegra-3-Technik somit nicht ansatzweise ausgereizt wird und selbst ein Nexus 7 ohne Tastaturdock eher mit seinen Muskeln spielen kann.

Performance

Dank des verbauten NVIDIA-Tegra-3 ist die Performance erwartungsgemäß unter Windows RT sehr flott. Performance-Vergleichsmöglichkeiten gibt es dabei jedoch leider nicht, da noch immer keine Benchmarks zur Verfügung stehen. Zukünftig wird FutureMark mit dem 3D-Mark zur Verfügung stehen, auf deren Website steht allerdings zum Veröffentlichungstermin nur ein vages „coming soon“. Bei Spielen sieht die Lage noch schlimmer aus – mehr als Mini-Games und Standbilder-Adventures gibt es zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht.

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Office-Bedingungen sind da schon wesentlich aussagekräftiger und leichter umzusetzen; so wurde der Internet-Explorer erst bei mehr als acht gleichzeitig laufenden YouTube-Videos in die Knie gezwungen, was in Anbetracht der Hardware positiv zu vermerken ist. Auch Modern-UI-Apps, welche auf Windows RT zugeschnitten sind, ließen sich im Test problemlos benutzen und kamen häufig ohne Ladezeiten aus. Getestet wurde dabei TuneIn – eine Webradio-App –  sowie Music Maker Jam und Samurai vs Zombies Defense.

Probleme gibt es hingegen beim Verbund von Tablet und Docking-Station. Gerade da Windows RT eher auf Office-Aufgaben wie dem Verfassen und Bearbeiten von Texten zugeschnitten ist, fallen die Latenzprobleme bei der Übertragung von Tastatureingaben besonders ins Gewicht.

Akkulaufzeit

Hier muss man logischerweise zwei unterschiedliche Aspekte berücksichtigen. Zum einen die Laufzeit mit und zum anderen ohne das mitgelieferte Dock.  Mit knapp 7 Stunden hält das VivoTab RT beim Websurfen zwar nicht außergewöhnlich lange durch, in Anbetracht der Tatsache, dass die Auflösung höher als bei vergleichbaren Tablets und das Bild hell und kontrastreich ist, ist dies ein durchaus guter Wert. Im Test wurden dabei kleinere Videos geschaut und auf verschiedensten Websites gesurft.

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Wesentlich besser sieht die Sache bei Verwendung des Tastaturdocks aus. Hier konnten im Test durchschnittlich 11 Stunden erreicht werden, wodurch es problemlos mit Laptops seiner Preiskategorie mithalten kann.

Fazit

Leider muss man gleich zu Beginn des Fazits festhalten, dass Microsoft sich mit Windows RT keinen Gefallen getan haben dürfte. Trotz all der negativen Schlagzeilen in Verbindung mit Windows 8 und seinem Kachel-Design nutze ich Windows 8 gerne auf meinem Laptop und bin durchaus zufrieden mit Microsofts neuestem Betriebssystem. Windows RT hat mich auch deshalb so enttäuscht, da es wirklich viel zu wenige Apps gibt, was gerade langjährige Windows-Nutzer vor den Kopf stoßen dürfte.

Wenn man sich allerdings mit Windows RT anfreunden kann, Filme und Musikdateien in den gängigsten Formaten konsumieren möchte, absolut keinen Wert auf Spiele legt und überhaupt nur am Gerät arbeiten möchte, für den ist das VivoTab RT eine klare Empfehlung. Die Verarbeitung sucht momentan ihresgleichen, das OS ist flott und der Speicher mit seinen 43 für den Nutzer freigegebenen Gigabyte auch meistens ausreichend. Die Akkulaufzeit ist mit Tastaturdock ebenfalls vorne dabei und dürfte gewiss einen ganzen Arbeitstag durchhalten. Abgerundet wird das Ganze noch von dem wirklich sehr guten Display, welches lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung durch das starke Spiegeln Probleme beim Ablesen bereiten könnte.

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