Tablet-Browser-Vergleich: Welcher Android-Browser passt zu mir?

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Browser für Android - Vergleichstest

Wir testen und vergleichen die fünf bekanntesten Browser für Android-Tablets. Neben der Performance wird auch der Datenschutz überprüft.


Neben der Wahl des richtigen Tablets ist natürlich auch die Wahl des Browsers von Bedeutung. Die Auswahl an Android-Apps hierbei ist riesig, allerdings können nicht alle mit dem Chrome-Browser gleichziehen oder ihn gar übertrumpfen. Manche Browser haben darüber hinaus die Angewohnheit, Nutzerstatistiken anzulegen und “nach Hause” zu funken. Ich habe daher mal genauer nachgeschaut und präsentiere euch hier die fünf bekanntesten Android-Browser im Vergleich mit ihren Vor- und Nachteilen.

Um die Geschwindigkeit der Browser zu messen, wird oft der Sunspider-Benchmark herangezogen. Er misst, welche Javascript-Berechnungen wie lange mit dem jeweiligen Browser dauern. Hier der Durchschnitt bei meinem Test nach 3 Durchgängen. Je niedriger der Wert ist, desto besser:

Browser
Zeit
Maxthon1418 ms
Dolphin1435 ms
Firefox1448 ms
Opera1466 ms
Chrome1563 ms

Allerdings handelt es sich dabei nur um Benchmarks und Richtwerte, müssen also nicht hunderprozentig abbildbar beim Surfen sein. Deshalb muss auch der subjektive Eindruck herhalten, um die Seitenaufbau-Geschwindigkeit zu vergleichen.

Chrome

Der Chrome-Browser für Android ist zumindest auf Nexus-Geräten mittlerweile als Standard-Browser vorinstalliert und trumpft trotz des vergleichsweise frühen Entwicklungsstadiums durch seine Ausgereiftheit auf. Es ruckelt nichts, es fühlt sich alles sehr schlicht und schnell an. Tabs werden dabei, anders als etwa bei Firefox, in der vom Desktop bekannten Art in Reitern über der Adressleiste angelegt.

Allerdings fehlt eine Addon-Datenbank, was in diesem Vergleich nur beim Opera ebenso negativ aufgefallen ist. Dafür bietet Chrome von Haus aus einen Werbeblocker, welcher im Test geringfügig schlechter als Adblock-Plus von Mozilla funktionierte.
Die Javascript-Geschwindigkeit ist leider von allen getesteteten Browsern mit 1566 ms am niedrigsten. Chrome ist der einzige Browser der über die 1500-ms-Marke rutscht. Darüber hinaus übermittelt Chrome von Haus aus Standorte an Webseiten um personalisierte Werbung anzeigen zu können. Das ist ärgerlich und datenschutztechnisch auf jeden Fall bedenklich. Zwar lässt sich dieses “Feature” abstellen, wer jedoch gleich mit dem Surfen loslegt und keinen Blick in die Einstellungen wirft, wird dies nicht ein Mal bemerken.

Firefox

Unter PC-Benutzern schon sehr früh der alternative Browser schlechthin, konnte er sich auf Tablets bisher noch nicht ganz durchsetzen. Optisch fällt er vor allem dadurch auf, dass die verschiedenen Tabs in einer herunterklappbaren Leiste verschwinden. Dadurch dauert das wechseln zwischen Tabs natürlich länger, was gerade bei größeren Recherchen mitunter nerven kann.
Dafür bietet Firefox eine große Auswahl an Addons, hervorzuheben ist dabei Adblock Plus, welches lästige Werberbanner blockiert, was auf vielen Websites ein enormes Plus an Komfort bedeutet. Der Seitenaufbau war im Test in Ordnung, Seiten ließen sich zügig laden. Andere Browser sind hier allerdings gefühlt einen Tick besser, daher befindet er sich diesbezüglich nur im Mittelfeld. Ebenfalls im Mittelfeld war die Javascript-Geschwindigkeit, welche mit 1448 ms zwar vor Chrome, aber hinter Dolphin und Maxthon liegt.
Von Haus aus funkt Firefox nicht nach Hause, es gibt allerdings die Möglichkeit Firefox bei eventuellen Problemen Daten zukommen zu lassen.

Dolphin Browser

Der Dolphin-Browser von mobotap hatte in der Vergangenheit mit sicherheitstechnischen Mängeln zu kämpfen. Nach über einem Jahr ist diese Lücke natürlich geschlossen und die Sicherheit wieder gewährleistet. Allerdings sendet auch dieser Browser von Haus aus Statistiken und zeigt personalisierte Werbung an.

Die Optik unterscheidet sich von Chrome nur geringfügig. Auch hier gibt es normale Tabs, allerdings befinden sich die Optionen am unteren Rand des Bildschirms. Dolphin glänzt vor allem durch seine Einstellmöglichkeiten. So ist es möglich, Gesten zu erstellen um so schnell auf Lieblingsseiten zu landen. Allerdings sind diese Gesten nicht immer sinnvoll, da man erst ein Fenster öffnen muss, dann die gewünschte Geste eingibt und erst danach die Aktion ausgeführt wird. Gerade um eine Seite vor- oder zurückzugehen ist das natürlich unpraktisch. Um schnell lange URLs aufzurufen ist sie jedoch wirklich nützlich.
Die Geschwindigkeit des Dolphin ist gefühlt hervorragend. Alle Seiten wurden anstandslos und sehr zügig geladen. Ebenso der Sunspider-Benchmark; auch hier liegt er weit vorn und wird nur von Maxthons Browser überboten.

Opera Mobile web browser

Der Opera ist wohl der Unauffälligste unter den hier vorgestellten Browsern. Er hat das schmalste Design und zeigt keine Tabs direkt an, wodurch die größte Nutz- und Lesefläche im Test resultiert. Auch die Geschwindigkeit bei normalen Eingaben überzeugt vollkommen.
Allerdings lassen sich auch bei diesem Browser keinerlei Add-Ons installieren. Dafür bietet Opera einen sogenannten „Turbo-Modus“. Bei diesem wird zunächst die aufzurufende Seite beziehungsweise deren Link an Opera geschickt. Opera komprimiert dann den Inhalt der Seite und schickt sie euch in speicher- und somit auch datenvolumensparender Art. Das soll laut Opera bis zu 8 Mal schneller sein als das herkömmliche Laden. Ihr müsst dabei jedoch bedenken, dass Opera dadurch Nutzerstatistiken anfertigen kann, weswegen dieses Feature mit Vorsicht zu genießen ist. Wer generell nur eine kleine Datenflatrate hat, kann überdies noch die Bilder deaktivieren. Das spart wieder sehr viel Bandbreite. Javascript liegt dem Opera Mobile allerdings nicht sonderlich gut. So belegt er beim Sunspider-Benchmark den vorletzten Platz mit 1466 ms.

Maxthon Browser

In der Standardversion des Maxthon Browsers sticht einem das helle Blau der Adressleiste direkt in die Augen. Das ist leider suboptimal, denn dadurch wird man vom Lesen der Websites abgehalten. Allerdings bietet Maxthon die Möglichkeit, verschiedene Farbdesigns herunter zu laden und somit die Oberfläche den eigenen Wünschen anzupassen. Das ist wirklich löblich. Darüber hinaus bietet er einen sogenannten Lesemodus, in dem Webseiten auf das wesentliche reduziert werden (Bilder werden dann nur noch wenige angezeigt) und die Schrift automatisch größer wird. Ebenso ist ein Tag-Nacht-System vorhanden.
Allerdings kommt es beim Laden mancher Websites zu Aufhängern und kompletten Abstürzen. Dadurch fällt das Fazit zum Maxthon Browser ernüchternd aus. Anfangs noch mein Favorit, stellte ich mit zunehmenden Seitenaufrufen die Langsamkeit und Fehleranfälligkeit fest. Hier muss Maxthon LTD dringend nachbessern.
Was Javascript betrifft, zeigt der Maxthon Browser allerdings allen anderen Konkurrenten die Tür. 1418 ms wurden im Test gemessen, was immerhin 17 ms weniger als bei Dolphin der Fall ist. Durch die Probleme beim generellen Seitenaufbau ist das allerdings nur ein schwacher Trost.

Fazit

Firefox, Dolphin, Opera oder doch lieber Chrome? Abschließend lässt sich sagen, dass all diese Browser zu empfehlen sind und ihre ganz eigenen Schwerpunkte setzen. So trumpft Firefox durch seine große Addon-Datenbank und das ungewöhnliche Design auf und Dolphin rennt geradezu durch die Seiten.
Für diejenigen mit geringem Volumentarif bietet sich der Opera an, der durch seinen Turbo-Modus selbst bei aufgebrauchtem Volumen noch eine gute Surfgeschwindigkeit bietet. Chrome hingegen stellt für viele diejenigen die beste Alternative dar, die sich um nichts kümmern möchten und einfach lossurfen wollen.

  • http://www.facebook.com/christian.dreyer.96 Christian Dreyer

    Ganz schlimm finde ich, dass bei der aktuellen Chrome Version die Schnellsteuerung abgeschafft wurde und es bislang dafür keine vernünftige Alternative für JB 4.2 gibt.

  • Muhammet Oezcan

    Der boat Browser wurde vergessen.schlägt alle anderen um Längen