Sony Xperia Tablet S Test: Gutes Gesamtpaket mit besonderen Features

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Sony Xperia Tablet S Test

Im Test des Sony Xperia Tablet S verraten wir, welche Features das Gerät so einzigartig machen und ob sich der Kauf tatsächlich lohnt.


Nachdem das Sony Xperia Tablet S wegen Produktionsproblemen für kurze Zeit vom Markt genommen werden musste, ist es seit kurzem wieder in Deutschland erhältlich. Grund genug also, Sonys neuesten Tablet-Streich in einem Test unter die Lupe zu nehmen. Passend zum Weihnachtsgeschäft klären wir an dieser Stelle, ob das Xperia Tablet S hält, was es verspricht: Nicht weniger als der iPad-Konkurrent schlechthin zu sein.


Video-Test

Design und Hardware

Lieferumfang

Dem Gerät liegt neben einem kurzen Handbuch und einem Garantieheft ein Ladekabel dabei, welches als Anschluss auf der einen Seite einen USB-Anschluss und auf der anderen einen Sony-spezifischen Anschluss besitzt. Das ist schade, da so andere Geräte nicht mit diesem aufgeladen werden können und umgekehrt das Xperia Tablet S mit keinem anderen Kabel kompatibel ist. Darüber hinaus wird das Ladekabel über ein externes Netzteil an den Strom angeschlossen.

Design

Das Design hebt sich stark von den meisten anderen Tablets ab. So besitzt das Gerät fast keine abgerundeten Kanten sondern wirkt sehr eckig. Die schwarze Front des Geräts scheint sich oberhalb des Displays um die Kante zu falten und bedeckt als schwarzer Teil noch etwa 1/3 der Rückseite. Dieser schwarze Teil der Rückseite liegt noch ungefähr 3 mm über dem Rücken, sodass das Tablet auch auf dem Tisch nicht völlig flach aufliegt. Bei der Handhabung irritiert das leider zunächst, sodass man sich etwas auf dieses Konzept einlassen muss. Ansonsten besteht die Rückseite aus Metall und ist in mattem Silber lackiert. Die Seiten sind sehr spitz, da die Rückseite langsam zum Display hinläuft und so an den Kanten sehr schmal wird. Auch das ist eine größere Umgewöhnung im Vergleich zu anderen Tablets.

Anschlüsse

An Anschlüssen hat das Xperia Tablet S einige Besonderheiten aufzuweisen. Abseits des eher unüblichen SD-Kartenslots, in den allerdings nur SDHC-Karten passen, und dem Sony-spezifischen Anschluss zum Laden und Verbinden mit dem Computer (ein Micro-USB-Anschluss fehlt!), verbaut Sony einen Infrarotsensor im Gerät. Damit kann beispielsweise jeder beliebige Fernseher bedient werden. Auf diese Funktion werde ich noch einmal weiter unten bei der Software eingehen.

Formfaktor

Das Sony Xperia Tablet S bringt 570 Gramm auf die Waage und ist damit angenehm zu halten. Konkurrenzprodukte mit ähnlichen Spezifikationen sind oft etwas schwerer. Die konkreten Maße des Gerätes lauten 174,4 x 8,8 x 239,8 mm.

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität des Xperia Tablet S ist wirklich hervorragend. Die Spaltmaße waren überall sehr gering und gleichmäßig. Darüber hinaus besitzt das Sony-Tablet eine besondere Oberfläche, durch die Fingerabdrücke vermieden werden sollen. Im Test war dadurch zumindest eine leichte Verbesserung der “Fingerabdruck-Problematik” zu bemerken.

Die eigentlich positive Eigenschaft des spritzwassergeschützten Gehäuses hat leider auch einen kleinen Nachteil: Der Gummikeil, der den Stromanschluss vor Wasser schützen soll, steht bei unserem Gerät an der rechten Seite leicht über. Im Alltag stört das allerdings überhaupt nicht und ist bei geschlossenem Gehäuse auch nicht sichtbar. Deshalb fällt dieser Punkt unter die Kategorie “Meckern auf höchstem Niveau”.

Wärmeentwicklung

Auch hier schneidet das Tablet wirklich gut ab. Während unserem Review wurde es zu keiner Zeit wärmer als handwarm. Der wärmste Punkt des Tablets ist der untere Teil der Mitte, dieser wird auch beim Aufladen leicht erwärmt.

Lautsprecher

Beim ersten Auspacken des Gerätes war ich ziemlich verblüfft, da ich den schwarzen Balken auf der Gehäuserückseite als Lautsprecher identifizierte. Leider allerdings wurde dieser Eindruck beim ersten Systemsound zerstört. Auch hier gibt es nur zwei kleine Lautsprecher. Diese sind allerdings nicht direkt auf der Rückseite verbaut sondern in der Schrägen auf den Benutzer zeigend. Dadurch wird das Klangbild beim Hinlegen auch nur minimal beeinflusst. Die Qualität der Lautsprecher ist zwar mit keinen “echten” Lautsprechern zu vergleichen, besitzt allerdings mit den besten Klang der bisher getesteten Tablets. Außerdem spendiert Sony dem Gerät besondere Sound-Features. So steht, anders als bei vielen anderen Android-Tablets, von Anfang an ein Sound-Equalizer zur Verfügung.

Besonderheiten der Hardware

Anders als die meisten Tablets ist das Xperia Tablet S spritzwassergeschützt. Dadurch ist das Tablet selbst bei starkem Regen prinzipiell zumindest geschützt. Das merkt man auch an den Warnhinweisen auf der Rückseite des Gehäuses. Gerade bei einem solch hohen Preis ist diese Dreingabe zwar kein Muss, auf jeden Fall aber wirklich löblich und ein echtes Plus für den Nutzer.

Display

Auflösung

Im Mittelfeld liegt das Xperia Tablet S leider beim Display. Auf einer Diagonale von 9,4 Zoll werden eher magere 1280 x 800 Bildpunkte dargestellt. Anders als etwa bei dem kürzlich getesteten IdeaTab A2109A von Lenovo ist die Bildqualität zwar immer noch “gut”, bei genauerem Betrachten sind jedoch mangels höherer Pixeldichte Pixel zu erkennen. Hier sollte Sony beim nächsten Flaggschiff zulegen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Google beweist hier, dass auch günstige Tablets eine enorme Auflösung haben können.

Helligkeit

Mit 375 cd/m² liegt das Tablet im oberen Mittelfeld. Zwar bietet das Transformer Pad Infinity von ASUS mit 600 cd/m² eine um einiges höhere Helligkeit, allerdings ist dieses mit 800 Euro auch um einiges teurer. Mit dem Xperia Tablet konnten im Freien problemlos Texte gelesen werden und auch Videos konnte ich dank der Farbbrillianz noch gut schauen.

Farben, Kontrast, Blickwinkel

Die Farben wirken allesamt sehr satt und kräftig. Bilder auf dem Xperia Tablet S zu schauen macht dadurch wirklich Spaß. Auch abseits von Bildern ist die Darstellung von Farben sehr gut. So wurden beispielsweise im Play Store die Grüntöne um einiges besser getroffen als bei anderen aktuellen Tablets. Die Kontraste sind ebenfalls ein echtes Highlight. So ist das Schwarz auf diesem Tablet wirklich schwarz und nicht grau. Abgesehen von Panels mit AMOLED-Technologie verfügten in meinen Tests bisher noch keine anderen Tablet-Displays über solche guten Schwarzwerte.

Schlussendlich wäre da noch die Blickwinkelstabilität. Hat mich diese erst kürzlich beim IdeaTab A2109A zur Weißglut gebracht, kann das Xperia Tablet S auch hier voll überzeugen. Selbst bei sehr großen Winkeln ist auf dem Tablet noch jede Farbe gut und farbecht zu erkennen.

Kamera-Qualität

Frontkamera

Die Fotoqualität der Frontkamera ist erwartungsgemäß sehr bescheiden. Zwar bleibt die Bildwiederholrate einigermaßen flüssig beim Skypen, die Farbwerte sind allerdings verhältnismäßig schlecht. Außerdem wurde das Bild insgesamt mit einem gelblich-milchigen Filter überzogen sobald man fotografiert.

Rückkamera

Beeindruckende 8 Megapixel löst die verbaute Rückkamera auf. Obwohl die Megapixel-Zahl in der heutigen Zeit nicht mehr das alleine Kriterium darstellt, ist die Auflösung für Tablets doch bemerkenswert. Auch sonst sucht die Kamera ihresgleichen. Auf keinem von mir getesteten Tablet waren Farb- und Kontrastwerte so überdurchschnittlich gut wie bei diesem Gerät. Somit können mit dieser Kamera mehr als nur Schnappschüsse gemacht werden.

Software

Im Auslieferungszustand setzt das Xperia Tablet S auf Android in der Version 4.0.3. Direkt nach dem ersten Einloggen ins WLAN-Netz wird zwar vorgeschlagen, das Gerät auf eine neue Software-Version zu aktualisieren, dabei handelt es sich aber noch nicht um Jelly Bean. Wann ein Update auf die Version 4.1 oder 4.2 erscheinen wird, ist noch nicht bekannt.

Anpassungen

Sony hat viele kleine bis mittlere Veränderungen am Launcher vorgenommen. Auffallend ist zunächst, dass die meisten vorinstallierten Anwendungen eigene, neue Icons besitzen. Darüber hinaus wurden einige Effekte in den Systemmenüs eingebaut.

Besonderheiten der Software

Besonderes Augenmerk sei aber auf eine Widget-Leiste am unteren Rand des Displays gelegt. Mit Hilfe dieser ist es möglich, die Fernbedienungs-App, welche mit Hilfe des Infrarotsensors jede erdenkliche Fernbedienung erfolgreich imitiert (auf 6 Geräten getestet), zu aktivieren und als Fenster über beispielsweise den Browser zu legen. Dadurch kann gleichzeitig gesurft werden und bei Bedarf das Fernsehprogramm gewechselt werden. Es befinden sich auch noch andere Widgets in dieser Leiste, wobei jedoch anders als beispielsweise bei Samsungs Galaxy Note 10.1 immer nur eine Minianwendung auf einmal ausgeführt werden kann. Das trübt zwar den Gesamteindruck ein wenig, wird aber dadurch aufgewogen, dass nur die wenigsten Tablets überhaupt eine solche Funktion bieten.

Vorinstallierte Apps

An besonderen Apps ist Sonys Walkman-App und die besagte Fernbedienungs-App vorhanden. Abseits dessen zeigt sich ein recht gewöhnliches Bild. Es gibt die Möglichkeit mittels der “Produkt registrieren”-App sein Gerät zu verifizieren; wirklich nötig ist dies aber nicht, da sich das Gerät auch so aktualisieren lässt.

  • AccuWeather
  • Album
  • Google Drive
  • Evernote
  • Fernbedienung
  • Hilfe
  • Kurzanleitung
  • MediaRemote
  • Music Unlimited
  • OfficeSuite
  • Produktregistrierung
  • Ready by Sony
  • Rechner
  • Sammelalbum
  • SocialLife
  • SonySelect
  • SMS
  • Walkman
  • WLAN-Prüfer
  • Xperia Link
  • Zinio

Performance

Wie üblich für Tegra-3-Geräte ist die Performance sehr gut. Aufgrund des Umstandes aber, dass Antutu seinen Benchmark verändert hat, muss der Benchmarkwert mit Vorsicht genossen werden. Waren für Tegra-3-Geräte bisher bei Antutu Werte zwischen 10.000 und 11.000 typisch, schnellt der Score nun auf 13.000 Punkte hoch. Um nachzuprüfen ob die Werte auch tatsächlich auf allen Tegra-3-Geräten nun um die 13.000 Punkte pendeln, wurde sowohl das Nexus 7 als auch das Lenovo IdeaTab A2109A noch einmal herangezogen. Und tatsächlich: Auch mit diesen wurden nun Werte um die 13.000 Punkte erreicht, womit dies im “neuen” Tegra-3-Durchschnitt liegt.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist wirklich phänomenal. Mit seinen maximal 15 Stunden Akkulaufzeit gehört es wohl zu den ausdauerndsten seiner Art. Dabei allerdings mit minimaler Helligkeit und nur zum Lesen von PDFs. Mit eingeschaltetem WLAN und Surfen im Internet verringerte sich bei maximaler Helligkeit der Wert auf “nur” noch knapp 7 Stunden. Das ist immer noch ein wirklich guter Wert. Einzig beim Spielen unter Volllast verringert sich der Wert auf 4,5 Stunden. Das ist zwar kein Spitzenwert mehr, geht aber für die Größe von 9,4 Zoll dennoch in Ordnung.

Fazit

Weihnachten sollte schleunigst kommen! Neben dem Samsung Galaxy Note 10.1 ist das Xperia Tablet S zurzeit definitiv eines der besten Android-Tablets auf dem Markt. Die Akkuleistung kann sich durchaus sehen lassen; ebenso die Tegra-3-Technik, welche auch heute noch auf dem neusten Stand ist. Zudem wird das Betrachten aller Inhalte dank des farbkräftigen Displays zum wahren Genuss. Einziger Wermutstropfen ist die recht geringe Auflösung, welche aber verschmerzbar ist.  Besonders wer Wert auf ausgefallene Designs legt und sich mit seinem Tablet von der Masse abheben möchte, dürfte von dem Sony Xperia Tablet S begeistert sein. Selbst James Bond würde wohl in Anbetracht der Zusatz-Softwarefunktionen vor Neid erblassen, schaut man sich Qs Gadgetgeschenke für seinen neuen Auftrag an ;-)

Falls ihr das Xperia Tablet S kaufen wollt, würden wir euch die Bestellung im offiziellen Sony Shop empfehlen. Dort ist das Gerät zurzeit am günstigsten und auch die Lieferzeiten sind besser als bei Dritthändlern.

Pro
Contra
hohe Leistunggewöhnungsbedürftige Haltung
Akkulaufzeitkein Micro-USB-Anschluss
Verarbeitung und Stabilitätmittelmäßige Auflösung
Spritzwasserschutz
Sehr gute Rückkamera
  • Dennis

    ich besitze das tab mitlerweile seit 2 wochen und bin begeistert! hatte noch nie ein so gutes tablet in der hand wie das xperia! volle kaufempfehlung für alle Nicht Apfel Liebhaber !

  • Jürgen

    Sehr schöner Test, allerdings solltet Ihr noch erwähnen, dass das Tablet einen Gastmodus besitzt. Dieser ist für mich als Familienvater mit Nerd Kids sehr wichtig, da ich hiermit die Apps perfekt für meine Kinder einschränken kann, somit können Sie keine Emails lesen bzw. löschen ins Internet gehen InApp Käufe tätigen usw.