Samsung Galaxy Note 10.1 Test: Meisterwerk mit Stift-Talent

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Am unter
Samsung Galaxy Note 10.1 Rückseite

Endlich ist das neue Galaxy Note 10.1 bei mir eingetroffen.


Endlich ist das neue Galaxy Note 10.1 bei mir eingetroffen. Sehnsüchtig habe ich nach den beeindruckenden Benchmarks von denen man munkelte, auf das Gerät gewartet. 2 GB RAM versprechen einiges an Leistung. Da ich in letzter Zeit viel über Tegra gelesen habe, hat mich der verbaute Prozessor mit seiner Grafikeinheit jedoch ein wenig skeptisch werden lassen. Nun habe ich das Tablet auf Herz und Nieren geprüft und werde klären, ob das Samsung Galaxy Note 10.1 mit einem Preis von knapp 460 Euro eine Konkurrenz für das iPad darstellt.

Video-Test

Design und Hardware

Das Gehäuse des Galaxy Note 10.1 besteht zu großen Teilen aus Plastik welches jedoch einer Aluminiumoptik nachempfunden ist. Auf dem Markt ist es entweder in weiß oder in grau zu bekommen. Negativ ist meiner Meinung nach hierbei, dass die Oberfläche sehr glatt ist und es dadurch bei feuchten Händen leicht aus der Hand rutschen kann. Das Tablet wird von einem echten Aluminium-ähnlichen Rahmen umschlossen, in den auch die Rückkamera eingelassen ist. Außerdem ist dort auch der Einschub für den S-Pen zu finden, mit welchem das Tablet ebenso benutzt werden kann, worauf ich aber auch später noch einmal eingehen werde. Neben der Produktbezeichnung findet sich jedoch nur noch der Samsung-Schriftzug auf der Gehäuserückseite.

Auf der Vorderseite hingegen befindet sich oben die Kamera, welche mit 1,2 Megapixeln auflöst. Die Lautsprecher befinden sich in der oberen Hälfte links und rechts neben dem Display. Des Weiteren findet sich abermals ein Samsung-Schriftzug unterhalb des Displays.

Oben am Tablet befinden sich dann auch alle Knöpfe, die Kopfhörerbuchse sowie der Bluetoothsensor und der microSD-Kartenslot. Unverständlicherweise fehlt dem Galaxy Note 10.1 ein Micro-HDMI-Ausgang genauso wie einen microUSB-Anschluss. Dafür gibt es einen Infrarotsender, mit dem beispielsweise der Fernseher gesteuert werden kann.

Samsungs Ladekabel erinnert stark an Apples iPad-Anschluss was Breite und Durchmesser angeht.

Insgesamt wirkt das Tablet durch den silbernen Rahmen sehr hochwertig. Die glatte Oberfläche der Rückseite, welche für Kratzer prädestiniert ist, sind jedoch nicht von der Hand zu weisende Nachteile des Tablets. Ebenso negativ ist, dass Samsung keinen HDMI-Anschluss verbaut hat. Die sinnvolle Anordnung der Lautsprecher hingegeben ist wieder ein großer Pluspunkt.

Formfaktor


Das Galaxy Note 10.1 liegt hier nur im oberen Mittelfeld. Dadurch dass die Boxen an der Seite des Tablets verbaut wurden, ist der Abstand zwischen Display und Gehäuserand höher als beim Acer Iconia Tab A700. Die genauen Maße lauten 256,7 x 175,3 x 8,9 mm.

Das Gewicht des Samsung Galaxy Note 10.1 ist mit 583 Gramm recht gering. Auch nach längerem Halten beeinträchtigt das Gewicht nicht die Benutzung. Größten Anteil daran dürfte der Akku, der mit 7000mAh spezifiziert ist, haben. Auf diesen wird später noch genauer eingegangen.

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität ist wirklich sehr gut. Die Spaltmaße sind überall identisch und wirklich gering, sodass selbst Staub es schwer hat, in die Spalte einzudringen. Der silberne Rahmen mit Aluminium-Optik hat ebenfalls eine sehr hohe Qualität. Der Rahmen gibt dem Tablet vor allem Stabilität was sich dadurch äußert dass kein Knarzen ensteht. Scharfe Kanten oder sonstige Mängel in der Verarbeitung sind nicht auffindbar gewesen.Verarbeitungsqualität

Wärmeentwicklung

Hier gibt es ebenfalls wenig Grund zur Beanstandung. Getestet wurde die Wärmeentwicklung dabei bei den Spielen Shadowgun und Dead Trigger. Einzig bei einem Nintendo64 Emulator trat eine spürbare Erwärmung des Gerätes auf, aber keinesfalls wirklich störend.

Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher befinden sich in der oberen Hälfte des Tablets jeweils an der Außenseite im Rahmen des Geräts. Das ist insofern ein Pluspunkt, da sie so angebracht sind das man sie sowohl im Querformat als auch im Hochformat nicht berührt/verdeckt.

Das Klangbild konnte jedoch nicht überzeugen, da Bässe absolut gar nicht zur Geltung kommen und in etwa auf dem Niveau des Ur-Galaxy-S-Smartphones rangieren. Für Musikgenuss sollte also auf die von Samsung beigelegten Kopfhöhrer zurückgegriffen werden welche eine gehaltvolle(ere) Musikwiedergabe ermöglichen.

Display

Auflösung

Das Galaxy Note 10.1 hat eine Auflösung von 1280×800 Pixeln. Das ist leider nur Mittelmaß.
Sogar das kleine Note, das Vorgängermodell N7000, hatte diese Auflösung. Das reicht nicht annähernd an das iPad der dritten Generation mit seinen außergewöhnlichen 2048×1536 Pixeln und ebenso nicht an das Acer Iconia Tab A700 mit seinem Full HD-Display. Hier hätte man auf Grund des stolzen Preises ein höher aufgelöstes Display erwarten können.

Helligkeit

Die Helligkeit des Displays ist sehr gut. Zu keiner Zeit hatte ich im Außenbetrieb Probleme beim Lesen und Schreiben. Einzig das Schauen von düsteren Filmen in der Sonne gestaltet sich schwierig. Da sich aber ansonsten alles wunderbar lesen, spielen und schreiben ließ, ist das Tablet für den Außeneinsatz zu empfehlen.

Farben, Kontrast, Blickwinkel

Durch die hohe Blickwinkelstabilität ist ein gutes Ablesen auch aus größerer Distanz unproblematisch.

Die Farben sind insgesamt sehr kräftig und konnten im Test überzeugen. Besonders bei dunklen Filmen zeigt sich der gute Kontrastwert des Galaxy Note 10.1. Auch hier überzeugt Samsungs Display.

Touchscreen

Die Sensitivität des Touchscreen ist sehr gut, alle Aktionen wurden im Test so ausgeführt wie sie auch gedacht waren. Und hier kommt auch eine Besonderheit zum Vorschein. Dem Galaxy Note 10.1 liegt ein Stift bei. Mit diesem ist es möglich, in angepassten Anwendungen präzise zu zeichnen oder, was ebenfalls neu ist, in hoher Präzision handschriftlich Notizen zu schreiben. Samsung erreicht dies, indem dem Display noch eine zusätzliche, für den Nutzer nicht sichtbare Folie überzogen wurde, die nur von dem S-Pen “angesprochen” werden kann.

Andere Touchscreenstifte funktionieren hierbei nicht. Auffällig ist der geringe Durchmesser der Stiftspitze, wodurch präzise Aktionen durchgeführt werden können. So sind handschriftliche Notizen mit virtuellem Bleistift problemlos möglich, wobei die “Druckfestigkeit” bestimmt, wie dick der Bleistiftstrich wird. In den getesteten Spielen funktioniert der Stift jedoch nicht. Einziger Kritikpunkt am Stift ist jedoch, dass das Tablet bei handschriftlichen Notizen eine kleine Verzögerung hat und der Stift somit vor der Schrift ist. Das ist allerdings verschmerzbar.

Kameraqualität

Frontkamera

Die Frontkamera mit ihrer 1,9-Megapixel-Auflösung dient eher Videochats als richtigen Aufnahmen, dafür ist die Qualität der erzielten Fotos einfach zu gering. Für Skypegespräche oder andere Videochats reicht sie allerdings mühelos aus.

Rückkamera

Samsung verbaut im Galaxy Note 10.1 eine 5-Megapixel-Rückkamera mit LED-Blitz. Somit sollen auch in dunklen Umgebungen gute Ergebnisse erzielt werden können. Im Test waren gute Aufnahmen bei Nacht möglich. Ohne Blitz und in heller Umgebung schießt das Note gute Fotos, wobei die Schärfe ein wenig höher sein könnte, wohingegen die Farben gut zur Geltung kommen.

Software

Anpassungen

Eingesetzt wurde im Testgerät Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich. Das Interface wurde jedoch mittels Samsungs neuester TouchWiz-Version verschönert und im Detail verbessert.

Neu hingegen ist die Multitasking-Unterstützung. So ist es möglich, im Internet zu surfen, während man wichtige Informationen in der Notizapp aufschreibt. Insgesamt konnte ich im Test so bis zu 9 Apps gleichzeitig öffnen. Das ist aber nur bedingt empfehlenswert, da es enorm Akku kostet und das Tablet furchtbar ausbremst.

Vorinstallierte Apps

Samsung schenkt jedem Kunden 50 Gigabyte Dropbox-Speicher. Das is eine ordentliche Anzahl, wird aber erst richtig nützlich wenn man die UMTS-Version kauft. Des Weiteren ist das Spiel Crayon Physics vorinstalliert, welches die Möglichkeiten, die man mit dem Stift hat, noch einmal aufzeigt und ein gutes, wenn auch recht einfaches Knobelspiel für Zwischendurch darstellt.

Abzüge gibt es jedoch für Allshare Play. Ich habe mir letztes Jahr einen Samsung-Fernseher gekauft und vor wenigen Wochen einen Zweiten. Unverständlich finde ich hierbei, dass die Allshare-Funktion, mit der ich von meinem Smartphone Musik auf meinen Fernseher übertragen kann, auf dem Tablet nicht mehr vorhanden ist und ich somit ein ein Jahr altes Gerät schon als gänzlich überholt betrachten muss. AllSharePlay ist das neue Allshare mit dem kleinen Unterschied, dass die Dateien nun in einer Samsung-eigenen Cloud gespeichert und dann gestreamt werden.

Hier noch einmal alle von Samsung installierten Apps:

  • Samsung Apps
  • Game Hub
  • Allshare Play
  • Chat On
  • Crayon Phsyics
  • Dropbox (wobei dem Käufer 50GB Speicher geschenkt wird)
  • Polaris Office
  • Photoshop Touch
  • S Note
  • S Planner
  • S Suggest
  • Smart Remote
  • Video Hub

Performance

Eingangs habe ich schon erwähnt, dass ich aufgrund des Prozessors ein wenig skeptisch gegenüber der Rechenleistung war. Zu Recht?

Das Galaxy Note 10.1 ist pfeilschnell! Noch ging es so leicht und locker von Programm zu Programm zu wechseln. Es hakt nichts und die Übergänge sind schnell und fließend. Gerade im User Interface von Android merkt man diese Schnelligkeit der Bewerkstelligung der täglichen Aufgaben. Noch nie habe ich ein so flüssig bedienbares Android gesehen.

Aber auch abseits der Arbeitsprogramme hin zu den Spielen macht sich diese ungeheure Schnelligkeit bemerkbar. Im Quadrantbenchmark wurden fast 5300 Punkte erreicht. Es ist damit laut dem Benchmark das schnellste Gerät auf dem Markt. Durch die geringe Abwärme ist sicherlich bei der Taktrate noch eine Erhöhung drin, falls die Performance in einem oder zwei Jahren nicht mehr ausreichen sollte.

Zurück nun aber zu den Spielen, um die es ja eigentlich hier gehen soll. Sowohl Shadowgun als auch Dead Trigger und Tiki Kart 3D ruckelten an keiner Stelle oder verließen wenigsten die 60-fps-Marke. Ungewöhnlich gut schlug sich das Note 10.1 auch im Emulatoren-Test. Gerade Liebhaber älterer Spielekonsolen wie des N64 werden mit diesem Gerät ihre Freude haben, da die fps konstant bei >40 lagen.

Kritikpunkt an der Grafikeinheit Mali 400 ist jedoch, dass auch diese, wie Nvidias Tegra 3, keine Kantenglättung beherrscht. Das stört an manchen Stellen, fällt in der Regel aber nicht sonderlich auf.

Akkulaufzeit

Samsung spezifiziert den Akku mit 7000 mAh. Im Test hielt dieser je nach Auslastung 6 bis 8 Stunden durch. Wird dauerhaft auf dem Gerät gespielt, hält der Akku natürlich nicht so lange. Im Standby mit eingeschaltetem Bluetooth und WLAN bei gelegentlichem Surfen hielt der Akku jedoch stolze 32 Stunden durch was natürlich ein sehr sehr guter Wert ist.

Fazit


Das Samsung Galaxy Note 10.1 ist ein durchaus sehr gutes Tablet. Durch das schwache Display ist es jedoch nicht der erhoffte iPad-Killer; die Geschwindigkeit hätte ausgereicht.  Es gibt nur wenige Kritikpunkte, subjektiv empfand ich die Displayauflösung absolut in Ordnung, die Rechenleistung war wirklich überragend, wie auch die Benchmarks hoffentlich zeigen. Allerdings hat Samsung mit dem Tabletgehäuse am falschen Ende gespart, da das Plastik der Rückseite schnell Kratzer bekommen kann und insgesamt nicht ganz so wertig erscheint wie beispielsweise das neue iPad. In Anbetracht des Durchhaltevermögens, des Gewichts und der nominalen Leistung könnte im Endeffekt lediglich der recht hohe Preis dagegensprechen. Das Tablet richtet sich wegen dem Stift sowie den Apps Photoshop und Polaris Office eher an Studenten, Businesskunden oder Gelegenheitsschreiber.

Das Galaxy Note 10.1 ist in der WiFi-only-Version mit 16 GB Speicher bei Comtech ab 457 Euro erhältlich. Die 3G-Version bekommt ihr zurzeit am günstigsten bei Cyberport für 549 Euro.

Bei unserem Testgerät handelt es sich um das WiFi-only-Modell, welches uns von freundlicherweise von getgoods zur Verfügung gestellt wurde. Bei dem Händler findet ihr natürlich auch viele weitere Tablets zu günstigen Preisen.

  • http://www.cashback-anbieter.com Tobinger

    Habe mir das Note 10.1 auch schon bestellt, ist aber leider bei meinem Händler noch nicht verfügbar.

    Durch diesen Bericht werde ich jetzt nun noch etwas ungeduldiger, vielen Dank ;)

    Ne im Ernst, toller Bericht. Ich freue mich vor allem auf den Pen und das Multitasking, was mich im Endeffekt zur Order des N8000 und nicht des Ipad bewogen hat.

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  • Bob Barker

    Schade, auf den ersten Blick ein tolles Gerät. Super, dachte ich ein Pad, auf dem man super Präsentationsgrafiken zeichnen kann, sogar die Hand beim Schrieben auflegen.
    Super geeignet für eine Präsentation, und dann mit dem Stift in der Präsentation herum malen

    Und dann: Keine Abschlussmöglichkeit für einen Beamer, nichts, gar nichts, nicht mal der kleinste HDMI-Achluss.

  • Killerman_568

    Ein HDMI Anschluss ist nicht nötig da es für das tab einen HDMI-Adapter bzw. auch einen dreifachen chinch adapter gibt einfach bei amazon suchen. Der HDMI-Adapter braucht allerdings dauerhaft eien stromzufuhr, der 3 polige chinch nicht

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  • Bernd

    Gibt’s aktuell was wegen dem styluslag???

    • https://plus.google.com/100365638453278570402?rel=author Tuan Le

      Das ist kein Softwarefehler sondern eine Hardware-bedingte Limitierung wenn du das leichte Nachziehen beim Schreiben meinst. Und so schlimm ist es mMn eigentlich nicht, selbst wenn man sehr schnell zeichnet.

      Microsoft arbeitet schon seit längerer Zeit daran, diesen “Lag” zu eliminieren, auch bereits mit Erfolg:

      http://www.youtube.com/watch?v=vOvQCPLkPt4

      MfG