Lenovo IdeaTab A2109A Test: Günstiges Tegra-3-Tablet mit Schwächen

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Lenovo IdeaTab A2109A Test

In unserem Test des Lenovo IdeaTab A2109A verraten wir, ob der Preis von 249 Euro gerechtfertigt ist oder ob es bessere Alternativen gibt.


Auf der IFA 2012 hat Lenovo neben einem 7- und 10-Zoll-Tablet auch eine 9-Zoll-Variante mit dem Namen IdeaTab A2109A vorgestellt. Viele Besucher der Messe bemängelten vor allem das Display, für einen längeren Test gab es aber natürlich wenig Zeit. Das Gerät hat mittlerweile allerdings seinen Weg zu uns gefunden und wird daher einmal genauer unter die Lupe genommen. Ob Lenovo sich mit dem Tablet einen Gefallen getan hat oder nicht, wird sich in diesem Test zeigen.


Video-Test

Design und Hardware

Lieferumfang

Dem Lenovo IdeaTab A2109A liegt ein Ladeadapter für das deutsche Stromnetz sowie ein USB-Kabel dabei. Vorbildlich ist die Tatsache, dass USB-Kabel und Ladestecker getrennt sind, und somit auch andere Micro-USB-Geräte aufgeladen werden können. Bei meinem Testgerät fehlte allerdings sowohl das Garantieheft als auch das Handbuch. Auf Anfrage konnte ich jedoch erfahren, dass diese in der Verkaufsversion enthalten sind.

Design

Lenovo spendiert dem A2109A ein recht funktionales Design. So erinnert das Tablet auf der Frontseite an Samsungs Galaxy Tab 7.7, wobei die Ecken „abgerundeter“ sind und somit die Maße kompakter erscheinen. Der schwarze Rahmen um das Display beträgt auf allen Seiten rund 2 cm und wird ebenso wie die meisten aktuellen Tablets von einem silbernen Rahmen umfasst.


Die Rückseite hingegen besteht aus einer metallenen Abdeckung, durch welche das Gerät auch spürbar schwerer als andere Tablets in der Hand liegt. Genaueres folgt weiter unten beim Formfaktor. Nichtsdestotrotz wirkt die glatte Metalloberfläche, welche farblich Richtung Gold-Bronze geht, sehr hochwertig, allerdings verliert man durch die Glattheit auch leichter das Tablet aus der Hand. Überdies befindet sich entlang der Kamera von Lautsprecher zu Lautsprecher eine dunkle, ins Bronze gehende Leiste. Unter dieser befindet sich auch der microSD-Kartenslot. Das Problem hierbei ist allerdings, dass sich diese Leiste nur mit Mühe entfernen lässt, und bei häufigem Wechseln der Karte brechen könnte.

Anschlüsse

Das Tablet kann mit einem Micro-HDMI-Anschluss punkten. Außerdem besitzt es einen microSD-Kartenslot mithilfe dessen der Speicher um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden kann. Darüber hinaus befindet sich auch ein obligatorischer Micro-USB-Anschluss und ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer.

Formfaktor

Mit einem Gewicht von 570 Gramm befindet sich das A2109A nur im Mittelfeld. Das ist zwar weniger als beispielsweise beim Toshiba AT300, allerdings handelt es sich auch „nur“ um ein 9-Zoll-Gerät. Subjektiv fühlt sich das Tablet daher doch relativ schwer an. Schuld daran ist vor allem die aus Metall gefertigte Rückseite. Die Auswirkungen des Gewichts des Akkus konnten allerdings nicht ermittelt werden, da Lenovo nirgends erwähnt, wie stark der Akku genau ist.

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität des IdeaTab ist wirklich gut. Die Spaltmaße waren überall gering und gleichmäßig. Ebenso wurden keine scharfen Kanten oder Nähte entdeckt. Durch die Metallrückseite wirkt das Gerät darüber hinaus um einiges stabiler als beispielsweise das Nexus 7. Abzüge gibt es jedoch für den Lenovo-Schriftzug auf der Rückseite. So ist dieser unverständlicherweise aufgeklebt statt eingraviert. Dadurch dass er  relativ dick ist, können sich im alltäglichen Gebrauch schnell Kratzer auf dem Schriftzug bilden. Außerdem ist dieser scharfkantig und fühlt sich daher nicht sonderlich angenehm an.

Wärmeentwicklung

Bei der Wärmeentwicklung ist das Tablet vorbildlich. Zu keinem Zeitpunkt wurde das Tablet wirklich warm, als dass man es nicht sogar auf die Hände schieben könnte. Sowohl in 3D-Benchmarks als auch in Spielen als auch beim Surfen blieb das Tablet ausgesprochen kühl. Das ist auf jeden Fall ein großer Pluspunkt beim IdeaTab A2109A.

Lautsprecher

Die Lautsprecher des Geräts sind oberhalb unter der dunkelbronzenen Leiste versteckt. Die Position ist allerdings nicht optimal, da der Klang verfälscht wird sobald das Gerät flach auf dem Tisch liegt. Insgesamt ist der Klang auch sonst leider nur mittelmäßig. Musik wird recht blechern wiedergegeben, daher sollte man auch hier besser auf Kopfhörer umsteigen. Zu Gute halten kann man jedoch, dass mithilfe des vorinstallierten SRS der Sound auch mit den Lautsprechern besser wird. Das war beispielsweise bei Toshibas AT300 nicht der Fall.

Display

Auflösung

Das größte Problem am IdeaTab ist leider das Display. Es nutzt ein LC-Display, allerdings von sehr geringer Qualität. 1280×800 Pixel löst das Display des A2109A auf. Das ist immer noch im Mittelfeld, allerdings mittlerweile im unteren. Besonders gravierend fällt die geringe Auflösung beim Wechsel vom Nexus 7 zum Lenovo auf, da hier die selbe Auflösung herrscht, aber das A2109 2 Zoll größer ist. Als nette Dreingabe hat das A2109A jedoch kratzfestes Gorilla Glass, wodurch das Display vor Kratzern geschützt wird.

Helligkeit

Die Helligkeit des Display ist passabel. So erreichte das Testgerät 220 cd/m², wodurch von der Benutzung im Freien abgeraten wird. Texte sind zwar noch lesbar, Videos hingegen fast nicht mehr anschaubar. Darüber hinaus spiegelt das Gerät extrem, was natürlich den Außeneinsatz noch zusätzlich erschwert.

Farben, Kontrast, Blickwinkel


Leider können weder die Farben noch der Blickwinkel überzeugen. So erscheinen die Farben insgesamt sehr matt und leuchtschwach. Darüber hinaus hat das Display einen Blaustich, wodurch gerade Grün- und Rottöne noch einmal schwächer wirken.

Die Blickwinkelstabilität ist leider auch sehr schlecht. Selbst bei geringen Blickwinkeländerungen im einstelligen Gradbereich liefert sich schon ein ganz anderes Farb- und Kontrastbild. Gerade diese Punkte sollten bei einem Tablet mit einem Preis von 300 Euro eigentlich zumindest im Mittelfeld liegen und nicht weit hinterherhinken.

Kamera-Qualität

Frontkamera

Die Frontkamera löst mit 1,3 Megapixeln auf. Diese ist einzig für den Videochat gedacht, da das Bild sehr von Grieseln behaftet ist und einen starken Blaustich aufzeigt. Für Skype reicht dies aber in den meisten Fällen.

Rückkamera

Bei der Rückkamera fällt vor allem auf, dass sie sehr stark selbst auf kleinste Veränderungen der Lichtquellen reagiert. Befindet man sich unterhalb einer Lampe und bewegt sich oder das Tablet, ändert die eingebaute Kamera im Sekundentakt die Lichtstärke, sodass präzise Aufnahmen fast unmöglich werden. Ebenso zeigt die 3 Megapixel starke Kamera bei mittelmäßiges bis starkes Bildrauschen, auch die Farbechtheit ist teilweise getrübt. Es gibt durchaus auch weitaus schlechtere Kameras was Farbechtheit und Brillanz angeht. Rühmlich ist sie deshalb dennoch nicht.

Software

Das Gerät wird von Haus aus mit Android 4.0.4 vom August dieses Jahres ausgeliefert. Allerdings ist Jelly Bean 4.1 schon für das Gerät zum Download bereitgestellt. Ärgerlich ist hierbei allerdings, dass der Download der Software nur mittels Registrierung bei Lenovo zur Verfügung gestellt wird.

Anpassungen

Als besondere Anpassungen hat Lenovo Ice Cream Sandwich einen leicht modifizierten Launcher spendiert. So ist es möglich, verschiedene Effekte beim Blättern durch die App-Auswahl einzustellen. Darüber hinaus findet sich eine SRS-Soundeinstellung im Optionsmenü.

Vorinstallierte Apps

Lenovo spendiert dem IdeaTab A2109A einiges an zusätzlichen Apps. So findet sich das Go Keyboard ebenso wie Cut the Rope und Norton Security in der App-Auswahl. Allerdings sind auch Apps wie “Lenovo Registration” installiert, welche den App-Drawer unnötigerweise stark aufblähen.

Im folgenden einmal alle vorinstallierten Apps:

  • Go Keyboard
  • Accuweather
  • Amazon Kindle
  • Lenovo App Shop
  • Cut the Rope
  • Docs to Go
  • ES Datei Explorer
  • Evernote
  • Chrome
  • GameTanium (Spiele-Store-App)
  • Lenovo Registration
  • News Republic (Nachrichten-App)
  • Norton Security
  • ooVoo (Videochat)
  • PokeTALK (Messenger)
  • PrinterShare for Lenovo (Druckerfreigabe)
  • SugarSync
  • UI Intro (Benutzerführungserklärung)
  • WiFi Direct
  • Zinio (Zeitschriftenstore, allerdings nur für englische Zeitschriften)

Performance


Die Performance ist, wie für Tegra-3-Geräte üblich, sehr hoch. Die 4 Kerne der T30L-Plattform werden dabei mit maximal 1,3 GHz getaktet, die integrierte GPU mit 426 MHz. Dadurch dass allerdings nur Ice Cream Sandwich vorinstalliert ist, hakt das System ein wenig, wenn man Android 4.1.2 im direkten Vergleich dazu sieht. Ansonsten ist die Performance in Apps und beim Surfen sehr gut. Ebenso beim Spielen, da besonders Tegra-optimierte Spiele wirklich klasse aussehen und auch problemlos laufen. Getestet wurde dabei Shadowgun: Dead Zone, das neue Spiel von Madfinger-Games. Da allerdings bei allen vorherigen von mir veröffentlichen Tests auch Dead Trigger getestet wurde, wurde auch dieses berücksichtigt. Auch hier zeigt sich einmal wieder die Geschwindigkeit und Leistung des Tegra-3-SoCs.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist befriedigend. Im Test konnten bei mittlerer Helligkeit und Video-Wiedergabe maximal 7 Stunden Laufzeit festgestellt werden. Das ist in Ordnung, allerdings kein überragender Wert. Bei minimaler Helligkeit hingegen und ausgeschaltetem WLAN hielt das Tablet 12 Stunden durch. Das ist ein guter Wert wodurch auch längere Touren ohne Steckdose ermöglicht werden.

Leider gibt der Akku bei Volllast recht schnell auf. So wurden maximal 3,5 Stunden unter Volllast bei maximaler Helligkeit erreicht. Das ist zwar besser als beim Vorgängermodell, dennoch kein sonderlich guter Wert.

Fazit

Mit einem Preis von 249 Euro handelt es sich beim A2109A um eines der günstigsten Tegra-3-Tablets auf dem deutschen Markt. Somit klingt das Angebot natürlich sehr verlockend, doch mit dem schwachen Display hat sich in unserem Review ein wesentlicher Kritikpunkt herausgestellt. Unverständlicherweise hat Lenovo hier an einem der wichtigsten Punkte bei einem Tablet gespart. Das Display lädt nur dann zum Verweilen ein, wenn es ohne Abweichung vor die Augen gehalten wird. Schon minimale Veränderungen des Blickwinkels trüben die Farbdarstellung ungemein.

Aus technischer Sicht abseits des Displays kann das Lenovo-Tablet überzeugen. So stimmt die Leistung genauso wie die Anschlussmöglichkeiten und die Verarbeitung. Wer allerdings ein etwas größeres Tablet auch in Betracht ziehen würde, ist wohl mit Acer Iconia Tab A210 besser aufgehoben, wobei der Preis nur 50 Euro höher ist als der des IdeaTab A2109A.

Pro
Contra
hohe LeistungSchlechte Frontkamera
Micro-HDMI-AnschlussSehr schlechtes Display
Jelly Bean-Update verfügbar......jedoch nur bei Registrierung bei Lenovo
Verarbeitung und StabilitätNur mäßige Akkulaufzeit

  • Martin

    Hey hallo :-) Super Bericht, aber gibt es wirklich schon Jelly Bean für das Gerät? Man findet im Internet sonst nichts dazu. Vielen Dank, wenn du antworten könntest

    • http://tabletcommunity.de/ Jakob Otto

      Laut Lenovo ist das A2109A updatefähig auf 4.1 Jelly Bean (siehe offizielle Produktseite). Da Marco nicht wusste, ob er sein Testgerät aktualisieren darf, hat er kein Update durchgeführt. Mittlerweile ist das Gerät zurück bei Lenovo, sodass wir leider nicht mehr überprüfen können, ob wirklich schon ein Update auf 4.1 zur Verfügung steht. Falls nicht, sollte es aber in Kürze kommen.

      • Martin

        Okay vielen Dank. Habe das Tablet jetzt mal gekauft…mal schauen, wie es wird. :D

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  • 15.12.2012, 19:32: