HTC Flyer Test: Einzigartiges Tablet mit Verbesserungspotenzial

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Das HTC Flyer ist das erste Android-Tablet des taiwanischen Herstellers HTC und hebt sich mit besonderen Features von der Konkurrenz ab.


HTC-Flyer-Test Seite

Das HTC Flyer ist das erste Android-Tablet des taiwanischen Herstellers HTC und hebt sich mit besonderen Features von der Konkurrenz ab. Dazu gehört neben der eigenen Benutzeroberfläche “Sense” mit vielen 3D-Effekten auch ein mitgelieferter Stylus, welcher für Notizen und Skizzen genutzt werden kann. Durch das 7-Zoll-Display ist es besonders handlich und kann gut mitgenommen werden.

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Ob das HTC Flyer etwas taugt und für den Preis ab 499 Euro empfehlenswert ist, klären wir in unserem ausführlichen Test. Für die eher Lesefaulen unter euch habe ich auch ein Video gedreht, das ihr weiter unten findet.

Einleitung

Auf das HTC Flyer war ich schon im Voraus sehr gespannt, da es eines der ersten wirklich besonderen Android-Tablets ist und mit dem Stylus ein interessantes Bedienkonzept vorzuweisen hat. Zwar verfügt es über keinen Dual-Core-Prozessor, was bei der Präsentation für reichlich Verwunderung sorgte, doch am Ende ist ja die Erfahrung des Nutzers entscheidend und nicht die Benchmark-Tests. Ein Quad-Core-Prozessor würde schließlich auch nichts bringen, wenn die Software unausgereift ist.

Hardware – Erster Eindruck


Als ich die Verpackung in die Hand nahm und das HTC Flyer auspackte, erwartete ich zunächst ein ziemlich hohes Gewicht. Doch dieses war vor allem durch den großen Lieferumfang verursacht: Neben einer schicken weißen Tasche, dem Stylus inkl. Batterie, Kopfhörern und einem USB-Kabel wurde auch ein Stromkabel mit einem fetten europäischen Netzadapter mitgeliefert (obwohl ich im deutschen offiziellen Flyer-Store bestellt hatte). Doch beim Betrachten des Geräts selbst fällt sofort das schicke Unibody-Gehäuse aus Aluminum auf, welches aus einem Block gefräst wurde.

Durch das relativ leichte Gewicht von nur 420 Gramm liegt das HTC Flyer sehr gut in der Hand und eignet sich ideal für den Einsatz unterwegs. Weniger gut gefällt mir der weiße Plastik-Überzug an der Unterseite, welcher leicht hervorragt. An der Oberseite ist dieser zwar flacher, doch nur schwer zu entfernen, was für den Zugang zum SIM- und microSD-Kartenslot notwendig ist. Auch die Anfälligkeit des Displays für Fingerabdrücke sieht man sofort, wobei dies bei meisten anderen Tablets auch nicht viel besser ist.

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitungsqualität des HTC Flyer ist wirklich überzeugend. Die Rückseite macht optisch einiges her und wirkt sehr hochwertig. Wie es sich gehört sind die Ecken des Geräts schön abgerundet und keinesfalls scharfkantig. Auch die Spaltmaße sind in Ordnung und lassen nicht viel Platz für Staub-Ansammlungen. Insgesamt wurde bei der Verarbeitung der Hardware sehr gute Arbeit geleistet, was auch Apple nicht viel besser schafft.

Display

Das 7-Zoll-Display gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Die Farben wirken stark, aber gleichzeitig noch natürlich und nicht übertrieben. Auch die Kontraste sehen bei der Betrachtung von Bildern und Videos gut aus, wobei aber im Gegensatz zu AMOLED-Screens die Schwarzwerte nicht komplett dunkel sind, sondern weiterhin beleuchtet werden.

Manchmal wird die Helligkeit automatisch korrigiert, obwohl ich diese fest eingestellt habe. Dabei handelt es sich aber sicherlich um ein Software-Problem, welches noch behoben wird. Wenn ich es dann mal schaffe, die maximale Helligkeit einzustellen, werden Bilder und Texte sehr klar und angenehm fürs Auge dargestellt. Durch die starke Spiegelung des Displays ist der Außeneinsatz allerdings kaum möglich.

Performance

Die Sense-Oberfläche von HTC verbraucht wegen vieler 3D-Effekte zwar einiges an Recourcen, doch große Ruckler kann ich trotz Einkern-Prozessor nicht feststellen. Der 1,5GHz-Snapdragon-Prozessor wird von 1GB Arbeitsspeicher unterstützt, was für die meisten Anwendungen wirklich ausreicht. Dennoch muss ich kleine Abstriche bei der Performance machen, da diese vor allem beim Starten von Apps besser sein könnte. Auch innerhalb einiger Programme wie dem Browser kommt es hin und wieder zu kurzen Verzögerungen.

Ob dies alleine dem Prozessor geschuldet ist, weiß ich nicht. Ich denke, hier kann HTC durch Software-Updates noch einiges herausholen und die allgemeine System-Geschwindigkeit verbessern. Eine Optimierung wäre beispielsweise bei die Wiedergabe von Flash-Inhalten sinnvoll. Insgesamt ist die Performance aber recht überzeugend, da auch einige grafisch aufwändige Spiele flüssig und ruckelfrei laufen.

Fotos und Videos


Die Fotoqualität der 5-Megapixel-Kamera des HTC Flyer ist nicht berauschend, aber völlig akzeptabel. Wer großen Wert auf die Qualität legt, sollte eher zu dem Samsung Galaxy Tab 10.1v mit 8 Megapixel-Cam greifen. Denn beim Zoomen in die Bilder merkt man deutliche Defizite wie Ungenauigkeiten der Details und teilweise Rauschen, sodass kleinere Bildausschnitte nahezu unbrauchbar sind. Für Schnappschüsse ist die Kamera aber ausreichend und auch die Effekte in der Kamera-App machen Spaß.

Gedrehte Videos haben ebenfalls keine besonders gute Qualität. Während das Bild noch als “mittelmäßig” bezeichnet werden kann, ist der Ton wirklich miserabel. Vor allem wenn man draußen filmt, macht sich dies bemerkbar. Insgesamt kann man also sagen, dass das Tablet nicht als Kamera-Ersatz dienen kann, aber für kurze Aufnahmen im Alltag ausreicht. Die 1,3-Megapixel-Frontkamera ist erwartungsgemäß auch nur für Videotelefonie geeignet.

Lautsprecher

Auf der Rückseite des HTC Flyer sind zwei kleine Lautsprecher eingebaut, dessen Qualität für Musik-Fans wohl kein richtiger Genuss ist. Für den Ton von YouTube-Videos o.ä. sind die Lautsprecher aber mehr als ausreichend – andernfalls kann der Nutzer auch auf die mitgelieferten Kopfhörer zurückgreifen. Um eine weitere Verschlechterung der Soundqualität zu vermeiden, sollte das Gerät nicht flach auf den Tisch gelegt werden. Insgesamt ist die Lautsprecherqualität okay, doch andere Tablets wie das Acer Iconia Tab A500 haben schon Besseres gezeigt.

Software – Oberfläche

Auf dem HTC Flyer läuft momentan Android 2.3.3, das mit der Sense-Oberfläche in der Version 2.1 überzogen wurde. Die Benutzeroberfläche funktioniert ähnlich wie die normale Android-UI. Es gibt verschiedene Homescreens, auf denen Programm-Verknüpfungen und Widgets abgelegt werden können und so einen Schnell-Zugriff auf wichtige Funktionen ermöglichen. Natürlich ist die Optik immer Geschmackssache, aber mir gefällt die Oberfläche durch die 3D-Effekte ziemlich gut.

Auch wenn alles gut aussieht, finde ich manchmal die Nutzbarkeit nicht wirklich durchdacht. Besonders wenn der Platz des großen Touchscreens nicht komplett ausgenutzt wird, sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Dies ist mir beispielsweise im Querformat aufgefallen, wo rechts und links durch das 3D-Karussel viel freie Fläche verloren geht. Auch in den Einstellungen und Programmen wie dem Android Market könnte der Platz besser genutzt werden. Ich bin gespannt, ob das mit dem versprochenen Honeycomb-Update gelöst wird.

HTC Scribe mit dem Stylus

Die HTC Scribe Technologie wird aktiviert, sobald man den Touchscreen mit dem Stylus berührt. Egal in welcher App man sich gerade befindet, kann man darauf malen und sich Notizen machen. Über einen kleinen Button am unteren Bildschirmrand kann die Stiftart, -farbe und -dicke eingestellt werden. Wenn die Zeichnung fertig ist, kann man es entweder als Bild speichern bzw. an Freunde senden oder oder es direkt drucken.

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Während mir dies zunächst nur als Spielerei vorkam, nutze ich es nun vor allem in der Notiz-App. Dort kann der Nutzer auch normal mit der Software-Tastatur schreiben und bei Bedarf eine Sprachaufzeichnung erstellen. Das Schreiben mit dem Stylus ist ein sehr interessantes Konzept und macht durchaus Spaß. Einen wirklich produktiven Einsatz der Technologie kann ich mir allerdings erst mit Schrifterkennung vorstellen.

Vorinstallierte Programme

Im Auslieferungszustand sind bereits zahlreiche Apps auf dem HTC Flyer vorinstalliert, von denen einige direkt von HTC stammen. Besonders gut gefällt mir davon der eBook- und Press Reader, womit das Lesen von Büchern bzw. Zeitungen möglich ist. Beide Programme sind intuitiv zu bedienen und mit praktischen Funktionen ausgestattet, welche für ein angenehmes Lesevergnügen sorgen.

Ebenfalls überzeugend sind die Standard-Apps wie Mail, Kalender oder Musik. Sie bieten eine schicke Oberfläche, auf der sich der Nutzer schnell zurechtfindet. Dank der integrierten Wetter-App, bei der ebenfalls beeindruckende Animationen zum Einsatz kommen, hat man den Überblick über die Wetterverhältnisse in verschiedenen Städten auf der Welt. Filme-Fans kommen bei der Ausleih-App “Watch” voll auf ihre Kosten, während für Kinder die Applikation “Kid Mode” vorinstalliert wurde.

Fazit

Das HTC Flyer hat als 7-Zoll-Tablet mit den besonderen Features momentan noch ein Alleinstellungsmerkmal, weshalb es auch nur schwer mit anderen Tablets verglichen werden kann. Dennoch erlaube ich mir ein abschließendes Fazit, in dem ich ein paar Abstriche machen muss. Besonders die Kamera- und Lautsprecherqualität hat nicht wirklich überzeugt.


Dafür ist die Verarbeitung und das Design des HTC Flyer hervorragend und auch die Software hat mir gut gefallen. Diese könnte jedoch noch etwas Optimierung vertragen, um den Platz des großen Displays besser zu nutzen. Ein entsprechendes Update wird es vermutlich mit Android 3.0 Honeycomb geben. Am besten ist das Gerät natürlich für Leute geeignet, die sich hin und wieder Notizen machen müssen, denn das klappt mit dem Stylus einwandfrei. Wem der Preis von 500 Euro bzw. 670 Euro nicht zu viel ist, kann auf jeden Fall zuschlagen, denn zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist das HTC Flyer eines der besten 7-Zoll-Tablets mit Android-Betriebssystem.

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