Google Nexus 7 Test: Solides Tablet mit hoher Auflösung

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Nexus 7

Endlich ist das Nexus 7 auch in Deutschland erhältlich.


Endlich ist das Nexus 7 auch in Deutschland erhältlich. Ich hätte das Gerät gerne früher getestet, aber Probleme mit PostedPlanet haben die Lieferung leider ins Stocken gebracht. Nun halte ich das Nexus 7 endlich in den Händen und werde euch berichten, ob es mit seinem Preis von 199 Euro für die 8-GB-Version und 249 Euro für die 16-GB-Version im Test überzeugen kann.

Video-Test

Design und Hardware

Lieferumfang

In der Verkaufsversion, wie sie hier getestet wird, liegt dem Nexus ein Ladeadapter für europäische Steckdosen sowie ein USB-Kabel bei. Des Weiteren ist ein Garantieheftchen und eine Kurzanleitung enthalten.
Vorbildlich dabei ist, dass Google beziehungsweise Asus auf die Micro-USB-Norm setzen, sodass keine besonderen Ladestecker benötigt werden. Das ist besonders von Vorteil, wenn man ein Smartphone mit Micro-USB-Ladekabel besitzt, unterwegs ist und sein Nexus aufladen möchte. Das sollte man auch mitnehmen, da das mitgelieferte Ladekabel leider nur knapp 30 cm lang ist.

Design

Das Nexus 7 besteht aus einem silbernen Plastikrahmen in dem das Display mit einem 1 cm dicken Rahmen in der Breite und einem 2 cm dicken Rahmen in der Länge eingefasst ist. Die Rückseite besteht ebenso aus Plastik, mit dem Unterschied dass sie mit geriffeltem Gummi überzogen ist. Für den Betrachter könnte dies zwar “billig” wirken, das geriffelte Gummi hat jedoch einen nicht zu verachtenden Vorteil: Auch bei feuchten Händen rutscht das Gerät nicht in der Hand herum oder fällt herunter. Nur wenige andere Tablets fühlten sich bisher so “sicher” an wie das Nexus 7.
Zur Zeit ist das Gerät nur in schwarz erhältlich, jedoch bezeichnen verschiedene Käufer das Gerät als braun. Man sollte sich dabei jedoch nicht täuschen lassen, das Gerät ist für Endkunden nur in eben genanntem schwarz erhältlich. Einzig Entwicklergeräte besitzen ein weißes Gehäuse. Sie sind allerdings nicht für den Endkundenmarkt bestimmt und nur schwer zu ergattern.

Anschlüsse

Als Google verkündete, dass das Nexus 7 keinen microSD-Kartenslot besitzen wird, war der Aufschrei groß. Gerade Nutzer die viel Speicher benötigen und kein WLAN zur Verfügung haben, könnte dies abschrecken.
An Anschlüssen bietet das Gerät nur Micro-USB und den 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Das ist ein wenig mager für ein Volkstablet, wie es gerne genannt wird, allerdings wohl auch ein Grund, warum das Nexus so günstig verkauft werden kann.

Formfaktor

Auch bei diesem Gerät fällt der dicke schwarze Rahmen um das Display herum sofort ins Auge und stört auch ein klein wenig. Abseits dessen ist das Tablet aber grundsolide. Die Spaltmaße sind überall wirklich gering und gleich. So wurden keine Abweichungen festgestellt, wie es in einigen Foren der Fall war. Die Maße betragen 198,5 x 120 x 10,45mm und das Gewicht fällt mit niedrigen 340g erfreulich gering aus. Durch das geringe Gewicht ist auch längeres Halten kein Problem gewesen.

Verarbeitungsqualität

Die Nexus 7 der ersten Generation, im Internet meist einfach C60 (C=2012 60=Juni) genannt, wiesen noch kleine Probleme bezüglich des Displays auf. So brachen nach einem Monat viele Displays wodurch eine Bedienung unmöglich wurde. Im xda-developers-Forum wurde auch ziemlich schnell der Grund hierfür gefunden: So gibt es im Gehäuse zwei Schrauben, durch die zu viel Druck auf das Display geleitet wird. In den neueren Margen (teilweise C70 und komplett C80) wurden diese entfernt womit es gerade in Europa wohl keinerlei Probleme geben wird. Ansonsten ist das Tablet wirklich spitze verarbeitet. Keine Kanten, keinerlei Fehler bei der geriffelten Oberfläche und auch kein Knarzen selbst bei festerem Druck an den Außenrändern.

Wärmeentwicklung

Durch die starke Hardware in Verbindung mit dem kompakten Gehäuse könnte man schlussfolgern, es käme zu einer starken Erhitzung des Gehäuses. Nach mehreren verschiedenen Tests kann dem jedoch komplett widersprochen werden! Das Nexus 7 ist selbst bei starker Benutzung das bisher kühlste Test-Tablet geblieben. Eine messbare Erwärmung des Gehäuses vor allem direkt oberhalb des Lautsprechers  ist zwar vorhanden, unangenehm warm oder gar heiß wurde das Gerät jedoch niemals.

Lautsprecher

Asus spendierte dem Nexus 7 einen durchgängigen Lautsprecher an der Gehäuserückseite. Leider ist die Position nicht optimal gewählt, da der Sound durch den direkten Kontakt zum Untergrund (wenn es auf dem Tisch liegt) ziemlich zu wünschen übrig lässt und leicht blechern klingt. Aber auch wenn man das Gerät hält, fällt auf, dass nicht nur die Tiefen fehlen, auch Höhen werden ab einer bestimmten Lautstärke leider stark verzerrt. Hier merkt man dem Tablet deutlich seinen Preis an. Mit Kopfhörern jedoch ist der Sound auch mit höherpreisigen Tablets vergleichbar. Des Weiteren fällt negativ auf, dass das Nexus nur einen Lautsprecher besitzt, was bedeutet dass im horizontalen Modus in Anwendungen nur auf einer Seite Sound zu hören ist.

Display

Auflösung

Die Auflösung des Displays beträgt 1280 x 800 Pixel. Das ist Standard bei 10-Zoll-Tablets und ein Novum für 7-Zoll-Geräte. Durch die verhältnismäßig hohe Auflösung des IPS-Displays hat das Gerät eine Pixeldichte von 215 ppi. Dadurch ist es den meisten Android-Tablets und dem iPad 2 (132 ppi) meilenweit vorraus, muss sich jedoch dem iPad der dritten Generation mit 264ppi geschlagen geben. Nichtsdestotrotz sind Pixel nunmehr fast nicht mehr zu erkennen und stören das Bild dementsprechend wenig bis gar nicht.

Helligkeit

Bei der Helligkeit merkt man dem Nexus 7 seinen Preis an. Das verbaute IPS-Display hat eine Leuchtkraft von maximal 300 cd/m². Das ist für den Inneneinsatz kein Problem, wer aber beispielsweise im Freien Filme genießen möchte, ist wohl mit anderen Geräten besser bedient. Bücher sind jedoch auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch lesbar. Überdies hinaus spiegelt das Display des Nexus 7 weniger als bisher von mir getestete Geräte was immerhin einen Trost darstellt.

Farben, Kontrast, Blickwinkel

Im Gegensatz zur schwachen Beleuchtung kann das Display dafür mit richtig guten Farb- und Kontrastwerten und einer hohen Blickwinkelstabilität punkten. So wurden alle Farben kraftvoll und verhältnismäßig leuchtstark dargestellt. Probleme mit der Kalibrierung, Ghosting, Koronabildung oder Ähnliches konnten im Test zu keiner Zeit festgestellt werden. Des Weiteren hat das von Asus verbaute Display eine sehr hohe Blickwinkelstabilität: Selbst bei weiten Blickwinkeln lässt sich alles scharf und sauber auf dem Display erkennen, sofern die Schrift natürlich nicht zu klein ist.

Kamera-Qualität

Frontkamera

Softwareseitig besitzt das Nexus 7 für seine einzige Kamera keine App. Somit lässt sie sich nur über Drittanbieter-Apps wie Skype oder CameraICS ansteuern. Pudding Camera unterstützt allerdings (noch) nicht das Nexus 7. Daher, und weil ich CameraZoomFX nicht besitze, musste ich auf CameraICS zurückgreifen.
Die Bilder die geschossen werden, sind allerdings sehr verwaschen und trotz der angegebenen 1280×960 Pixeln Auflösung extrem verpixelt. Für die Videotelefonie mag das in einigen Fällen reichen, doch angesichts dessen, dass es die einzige Kamera an Bord ist, hätte man ein wenig mehr erwarten können.

Software

Zum Einsatz kommt Googles neueste Android-Software 4.1 Jelly Bean. Sie soll vor allem die “Smoothness”, also die Geschwindigkeit der Eingabeumsetzung verbessern und Ruckler mindern. Das ist Google auch fast gelungen: Fast alle Eingaben wurden verzögerungsfrei durchgeführt, einzig beim Auslesen des Musikordners bei der “Play Music”-App kam es zu einem sichtbaren Ruckler.

Anpassungen

Das Nexus 7 verfügt über einige Anpassungen auf Softwareseite. So gibt es, für Tablets unüblich, keinen sogenannten Landscape-Mode, sprich: Die horizontale Benutzung des Nexus funktioniert weder auf dem Homescreen noch im App-Menü.
In Apps hingegen ist es problemlos möglich, die Ansicht von vertikaler zu horizontaler zu ändern. Allerdings versteckt sich die Option zum Ändern in den Einstellungen unter “Bedienungshilfen”.
Als weitere Anpassung hat Google dem Lockscreen einen DirektLink zur Suchmaschine hinzugefügt. Das ist besonders nützlich, wenn man einen Begriff aufgeschnappt hat und ich man schnell im Internet suchen möchte.

Vorinstallierte Apps

Google integriert in die Firmware leider jede nur erdenkliche Google-App. Das mag aus Herstellersicht natürlich Sinn machen um durch die große App-Bandbreite ein möglichst vielschichtiges Publikum anzusprechen. Wer jedoch genau weiß wofür er sein Tablet benutzt und welche Apps er (nicht) braucht, den wird diese Überschüttung sicherlich stören.

Hier noch einmal die vorinstallierten Apps in der Übersicht:

  • Chrome
  • Currents
  • Earth
  • Google Mail
  • Google+
  • Play Books
  • Play Movies
  • Play Music
  • Youtube
  • Messenger
  • Rechner
  • E-Mail
  • Galerie
  • Google
  • Kontakte
  • Latitude
  • Local
  • Maps
  • Navigation
  • Talk
  • Sprachsuche

Performance

Im Nexus 7 ist Nvidias Tegra-3-Technik verbaut. Die CPU taktet dabei maximal mit 1,3 GHz und die GPU mit 426 MHz. Dank Jelly Beans großem Feature “Project Butter” lässt sich das Tablet tadellos im Menü bedienen. Den einzigen feststellbaren Ruckler gab es beim Aufrufen der App “Play Music”. Dank Chrome werden Website schnell und zuverlässig dargestellt. Einzig beim Rein- und Rauszoomen hat der Browser noch kleinere Probleme. Testweise wurde daher Firefox installiert; bei diesem sind die Zoomprobleme nicht aufgefallen, im Gegenteil. Da Firefox anscheinend stark auf das Nexus 7 angepasst wurde, reagieren Eingaben noch zügiger und die ohnehin geringen Ladezeiten verkürzen sich enorm.

Aber auch abseits des Surfens macht das Nexus 7 eine sehr gute Figur.  So kam es zwar anfänglich jeder Runde bei Dead Trigger zu Nachladerucklern, die beeinträchtigten das Geschehen jedoch nur gering. Auch in den Benchmarks schneidet das 200 Euro teure Gerät sehr gut ab. Unverständlicher Weise liegt es jedoch trotz der gleichen SoC-Plattform, dem gleichen Kerntakt und derselben Auflösung hinter Toshibas AT300.  Tegratypisch sind natürlich auch hier zusätzliche Effekte wie Wasserspritzer oder Ähnlichem vorhanden.

Akkulaufzeit

Asus und Google geben an, dass das Nexus 7 bei maximaler Helligkeit 10 Stunden Videowiedergabe schafft. Im Test konnte das Gerät “nur” 8,5 Stunden Videos wiedergeben ehe der Akku vollständig entladen war. Aufgrund des geringen Gewichts und der kompakten Ausmaße ein dennoch guter Wert. Beim Spielen jedoch verringerte sich der Wert auf 5,25 Stunden, weshalb man sich bei ausgiebiger Gamesession besser in Steckdosennähe befinden sollte.

Fazit

Wer sich mit Cloudspeicherdiensten anfreunden kann, ständig in WLAN-Empfangsbereichen ist und/oder nur wenig Speicher benötigt und ein 7-Zoll-Tablet mit viel Leistung für wenig Geld möchte, dem ist das Nexus 7 uneingeschränkt zu empfehlen. Android 4.1 Jelly Bean mit seinem “Project Butter” lässt Eingaben auf dem Nexus butterweich und performant erledigen und die Pixeldichte von 215 ppi ist zur Zeit ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

ProContra
hohe LeistungVerzicht auf Rückkamera
AkkulaufzeitSchlechte Frontkamera
günstiger PreisSpeichererweiterung nicht möglich
Verarbeitung und Stabilitätkaum Anschlüsse
Displayauflösung

Auch die Leistung des Nexus 7 überzeugt im Test dank des Tegra-3-Chips von Nvidia auf ganzer Ebene. Einziger Anlass zu Kritik liefert die Kamera, welche eine sehr bescheidene Qualität hat. Wer des Öfteren Video-Telefonate durchführt, sollte vielleicht noch auf das Acer Iconia A110 warten, möglicherweise bietet dieses eine bessere Bildqualität.

Ihr könnt das Nexus 7 direkt im Play Store oder auch bei Dritthändlern wie comtech bestellen.

Noch ein kleiner Tipp: Bis zum 30.9. schenkt Google jedem, der sein Nexus 7 in Verbindung mit seiner Kreditkarte registriert, einen 20-Euro-Gutschein.

  • Tuan Le

    Kleine Anmerkung, es ist völlig egal woher ihr euer Nexus 7 kauft. Google spendiert jedem Käufer einen 20 Euro Gutschein, auch wenn ihr es bei Mediamarkt oder sonst wo kauft.

    MFG

    • König

      Die 20 Euro in verbindung mit der Kreditkarte ist aber auch blöd, was ist den wenn man keine hat^^

      • Asus Nexus Seven

        Einfach zur nächsten Westfalen Tankstelle fahren und eine "Pre-Paid" Kreditkarte kaufen.
        Gibt es mit 25, 50 und 100 EUR – kommt von "Happy Schenkcart".

        • http://tabletcommunity.de/ Jakob Otto

          Wer keine solche Tankstelle in der Nähe hat, kann auch auf eine der zahlreichen Prepaid-Angebote aus dem Internet zurückgreifen. Ich nutze z.B. Kalixa.com und bin damit sehr zufrieden :)

  • Gast

    Zur Info: 30 cm Ladekabel stimmt aber nicht – 1m sind es aber doch wohl!

  • Asus Nexus Seven

    Soweit vollständiger Bericht, bis auf:

    1. Mit dem Apex Launcher (oder Ähnlichem) geht sehr wohl die Homescreen/App-Menü Rotation
    2. Mit der App Kamera/Galerie JB+ wird die Foto/Film-Option mit 720p aktiviert
    3. Zu erwähnen wäre noch der Magnetsensor vorne links am Gerät, der bei Berührung mit einem Magneten das gerät in den Standby bzw. Wakeup versetzt – sehr cooles undocumented feature

    Alles natürlich ohne ROOT des Gerätes.

  • Marco Machnik

    Hallo Asus Nexus Seven ;-) und hallo Gast,

    also bei meinem Gerät waren es wirklich nur 30cm. Ich kann natürlich nicht nachvollziehen, ob andere Geräte längere Ladekabel haben, meins war leider wirklich so kurz.

    Apex Launcher und ähnliches habe ich natürlich ausprobiert. Allerdings sind dies alles 3rd-Party-Apps, also keine vom Hersteller werkseitig aufgespielten Apps und fließen daher nicht in die Bewertung ein.

    Danke für den Tip mit der Kamera, wusste ich bis dato nicht. Macht ja aber auch nichts, da die ICS Cam die Testfotos schießen konnte. Trotzdem wie gesagt danke ;-)

    Leider habe ich es verpasst den Magneten zu erwähnen. Ich muss leider eingestehen dass ich hierzu im Internet nichts gefunden habe, als ich im generellen nach Nexus 7 Infos suchte, daher habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht, ob dieser überhaupt existiert. Entschuldigt mir dies bitte :-)

    Grüße

    • Asus Nexus Seven

      Mit dem Kabel liegt vielleicht an der Charge – habe glücklicherweise schon die C80er Serie im MM erwischt.
      Mit dem Launcher finde ich aber schon zu erwähnen, da zwar richtig – Google den so ausliefert – aber dieses problemlos mit einem gleichwertigen/besseren zu ersetzen ist und damit diese Argument aus meiner Sicht nicht zählt bzw. zählen sollte.

      Ansonsten ist der Bericht aber TOP!

      • Marco Machnik

        Danke für das Lob :-)

        Ich werde mal schauen, ob und wie sich das einfügen lässt, werde nochmal schreiben wenn es denn eingefügt wird/werden soll.

        Grüße

  • Tobias

    Das mit dem Magnetsensor ist aber schon recht lange bekannt, und meiner Meinung nach ein SUPER Feature! http://www.youtube.com/watch?v=wx30f6XV-Bk

    Die beliebte Blurex Ultra-Slim Hülle für das Nexus 7 kommt in 2 Wochen wohl auch endlich via Amazon.de nach Deutschland (habe beim Support nachgefragt). http://www.amazon.com/Blurex-Ultra-Slim-Google-Ta

    Ansonsten kann man aber auch getrost auf das G-HUB Case zurückgreifen, einzige Nachteile dabei sind, dass die Hülle den Displayrand verdeckt, sie dadurch dicker ist und man schlecht an die seitlichen Tasten kommt… http://www.amazon.de/Case-f%C3%BCr-Nexus-Standfun

  • http://twitter.com/TheNiggolai @TheNiggolai

    Der derzeit beste Test, den ich über das Nexus 7 je gelesen habe. Habe mir das Gerät eben bestellt. Kann seine Ankunft kaum erwarten :)

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