In unserem ausführlichen Testbericht zum Asus Eee Pad Transformer verraten wir, ob das erste Android-Tablet des taiwanische Herstellers wirklich etwas taugt und wie sich das optional erhältliche Tastatur-Dock im Alltag schlägt. Wir haben das Gerät mit dem neuesten Update und der Android-Version 3.1 getestet, in der neben einer verbesserten Performance auch einige neue Funktionen hinzugekommen sind. Das Asus Transformer ist in Deutschland mit 32GB und WiFi-only zurzeit für 499 Euro erhältlich.

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Falls ihr keine Lust habt, einen langen Text zu lesen, könnt ihr euch auch einfach das folgende fast 50 Minuten lange Video anschauen. Darin gehe ich wie auch im schriftlichen Testbericht sowohl auf die Hardware und dessen Verarbeitungsqualität als auch auf die Software mit den vorinstallierten Apps ein.
Einleitung
Ich war schon im Vorfeld sehr gespannt auf das Asus Eee Pad Transformer, da es eines der wenigen Android-Tablets mit einem innovativen Bedienkonzept ist. Meistens lassen sich die Hersteller leider nicht so viel einfallen und denken meist, dass ein Tablet mit Standard-Hardware für gute Verkaufszahlen ausreichen wird. Doch Asus hat mitgedacht und sich etwas für die Leute überlegt, die auch mal längere Texte auf einem Tablet schreiben möchten.

Dank des Tastatur-Docks kann man wirklich das Netbook zu Hause lassen und unterwegs gleichzeitig von den Vorteilen eines Tablets profitieren. Ich werde im Test aber natürlich nicht nur die Tastatur, sondern auch das Gerät selbst unter die Lupe nehmen.
Hardware – Erster Eindruck
Nachdem ich das Asus Eee Pad Transformer ausgepackt hatte, fiel mir sofort das schicke Design auf, das mir in der braunen Farbe wirklich gut gefällt. Die Oberfläche auf der Rückseite ist zwar aus Plastik, doch sie fühlt sich keineswegs billig an. Dessen leichte Struktur und die gewölbte Form sorgen dafür, dass es gut in der Hand liegt und die Dicke von 12,98 mm kaum auffällt. Mit einem vergleichsweise geringen Gewicht von 680g ist das Gerät auch für den mobilen Einsatz gut geeignet – lediglich das recht breite Gehäuse (171 mm) fällt negativ auf.

Während auf dem Display sehr schnell Fingerabdrücke zu sehen sind, ist das Backcover ziemlich resistent dagegen. Es sammelt sich dort höchstens mal ein bisschen Staub an, der aber mit der Hand schnell wieder entfernt werden kann. Insgesamt machte die Hardware einen guten ersten Eindruck, der durch die umfangreiche Ausstattung bestätigt wurde. So ist neben Klinkenstecker und mini-HDMI-Port auch ein microSD-Kartenslot vorhanden. Diese haben allerdings keine Abdeckung, sodass dort durchaus Schmutz hineingelangen kann.
Verarbeitungsqualität
Bei der Verarbeitung hat Asus gute Arbeit geleistet, lediglich die Kanten an der Seite sind für meinen Geschmack etwas zu scharfkantig. Die leichte Hervorhebung am Rand des Displays war zunächst ebenfalls gewöhnungsbedürftig, doch so sind immerhin die Spaltmaße sehr gering und es kann kein Staub unter das Display gelangen. Die Rückseite erscheint wirklich hochwertig und unterstreicht die insgesamt gute Verarbeitungsqualität.

Display
Ein großer Pluspunkt des Asus Eee Pad Transformer ist das 10,1-Zoll-Display, welches dank IPS-Technologie über eine hohe Stabilität des Blickwinkels verfügt. So können auch Filme gut auf dem Tablet angesehen werden, ohne dass es Einbußen bei der Bildqualität gibt. Gute Kontrastwerte und lebendige Farben sorgen für ein klares Bild, das durch die ebenfalls überzeugende Helligkeit gut zur Geltung kommt.

Sowohl das Lesen von eBooks mit gestochen scharfer Schrift als auch das Ansehen von Videos ist sehr angenehm für das Auge. Der verbaute Touchscreen ist einwandfrei zu bedienen und reagiert schon bei kleinster Berührung. Ein weiterer Vorteil des IPS-Panels ist, dass auch beim stärkeren Berühren des Bildschirms keine Lichthöfe oder Schatten entstehen.
Performance
Der 1GHz Dual-Core-Prozessor sorgt zusammen mit 1GB RAM für eine gute Performance, wie man es bei Android 3.1 Honeycomb gewohnt ist. Sowohl das Scrollen durch die Homescreens als auch die Interaktion in grafisch aufwändigen Apps läuft flüssig und ohne Ruckeln. Nur im Browser konnte ich leichte Schwächen erkennen, die vor allem bei längeren Webseiten deutlich wurden. Wenn man schnell durch Seiten navigieren möchte, muss man sich oft mit Checkerboards abfinden.

Ich denke aber, dass dies mit den nächsten Updates behoben wird und die allgemeine Performance noch weiter verbessert werden kann. Auch mit dem geplanten Treiber-Update von Nvidia muss man sich leider noch gedulden, mit dem endlich die Ruckler im Hochkantmodus verschwinden sollen. Dies ist aber kein von Asus verursachtes Problem, sondern taucht bei allen aktuellen Honeycomb-Tablets auf.
Fotos und Videos
Die Qualität der Fotos ist beim Asus Eee Pad Transformer im Vergleich zu anderen Tablets völlig in Ordnung, wobei natürlich keine Wunder erwartet werden können. Da kein Blitz vorhanden ist, muss man sich in einer hellen Umgebung befinden, ansonsten sind die Aufnahmen der 5-Megapixel-Kamera nicht brauchbar.

Auch für kurze Video-Aufnahmen eignet sich die Kamera, da hier sowohl beim Bild als auch beim Ton keine großen Defizite erkennbar sind. Zwar ist allgemein fragwürdig, wie sinnvoll Kameras bei einem Tablet sind, doch für Schnappschüsse reicht die Qualität vollkommen aus. Die 1,2-Megapixel-Cam auf der Vorderseite ist vor allem für Videotelefonie sehr praktisch und genügt ebenfalls den Anforderungen.
Lautsprecher
Die Stereo-Lautsprecher befinden sich links und rechts und sind dadurch nicht wirklich optimal platziert. Wenn man das Tablet im Querformat in beiden Händen hält, kann es zu einer leichten Verschlechterung der Qualität kommen. Ansonsten überzeugen die Lautsprecher aber im Test, sie klingen nicht billig und haben einen guten Klang. Die Lautstärke hätte noch etwas lauter sein können, doch für kurze YouTube-Videos oder Musik-Wiedergabe in leisen Räumen reicht sie aus. Falls die Umgebung zu laut ist, muss man eben auf Kopfhörer zurückgreifen.

Software – Oberfläche
Auf dem Asus Eee Pad Transformer läuft die Android-Version 3.1 Honeycomb, die von Asus nur sehr wenig angepasst wurde. So sind die drei Symbole links unten am Bildschirmrand minimal verändert worden und es stehen einige spezielle Widgets zur Verfügung. Neben Wetter, Uhr und neuen E-Mails hat man durch das sogenannte MyZine-Widget auch einen schnellen Zugriff auf Browser, Musik oder Kalender. Da es dafür auch andere Widgets gibt, erscheint mir MyZine etwas überflüssig.

Ansonsten kommt die Standard-Oberfläche von Honeycomb zum Einsatz, auf der man sich schnell zurechtfinden kann. Die 5 Homescreens können mit Icons individuell gestaltet werden und auch der Hintergrund kann angepasst werden. Dort hat Asus neben einem normalen Bild noch ein Live-Wallpaper mit dem Namen MyWater hinterlegt, das sich bei Bewegung des Tablets verändert. Die von Asus entwickelte Tastatur hat mir nicht besonders gut gefallen, doch man kann natürlich jederzeit auf die gewohnte Android-Tastatur zurückgreifen.

Vorinstallierte Programme
Schon im Auslieferungszustand sind einige Apps vorinstalliert – fünf davon hat Asus selbst entwickelt. Dazu gehört ein Dateimanager, der alle wichtigen Funktionen mitbringt und eine Uhr mit integriertem Wecker. Außerdem hat der Nutzer mit MyCloud die Möglichkeit, Dateien im Online-Speicher abzulegen, den eigenen PC fernzusteuern und auf die Unterhaltungsplattform Vibe zuzugreifen. Dort stehen bei einer Internetverbindung kostenlose Musik, Radio und News-Videos zur Verfügung.

Obwohl schon zwei weitere eBook-Reader vorinstalliert sind, wurde vom Hersteller mit MyLibrary noch eine eigene App spendiert. Diese bietet eine übersichtliche Oberfläche und ermöglicht so ein angenehmes Lesen von Zeitungen und Büchern. Durch den angeschlossenen vibe bookstore kann man das Programm auch gleich mit entsprechendem Content befüllen. Das letzte Programm von Asus hört auf den Namen MyNet und erlaubt es, eigene Dateien mit anderen DLNA-fähigen Geräten zu teilen.

Abgesehen von diesen Eigenentwicklungen sind noch einige Apps von Drittanbietern und natürlich die Standard-Android-Programme vorinstalliert. Diese möchte ich hier nicht alle auflisten, ich zeige sie aber in dem oben eingefügten Video.
Tastatur-Dock
Die Tastatur-Dock ist optional für 149 Euro erhältlich und kann das Asus Eee Pad Transformer in ein vollwertiges Netbook verwandeln. Laut der Aussage des Herstellers erweitert es die normale Akkulaufzeit von 9,5 Stunden auf ganze 16 Stunden. In meinem Test habe ich diese Zeit meistens auch erreicht, natürlich gab es hier je nach Nutzung Abweichungen. Außerdem verfügt das Dock über zwei USB-Anschlüsse und einen SD-Kartenslot. Ein großer Vorteil des Tastatur-Docks ist vor allem die auf Android abgestimmte obere Tastenreihe, sodass schnell auf die wichtigsten Funktionen zugegriffen werden kann.

Gleichzeitig verfügt es aber über das gewohnte Tastatur-Layout und ist daher auch für Neueinsteiger schnell verständlich. Da bei angeschlossener Tastatur das Berühren des Touchscreens etwas mühsam ist, hat Asus ein TouchPad verbaut, sodass die Android-Oberfläche bequem mit einem Mauszeiger bedient werden kann. Dies funktionierte bei mir einwandfrei, besonders die Scroll-Funktion mit zwei Fingern ist praktisch. Multitouch wie bei Apple-Touchpads funktioniert leider nicht, deshalb muss man für das Zoomen doch wieder den Bildschirm berühren.

Der Druckpunkt der Tasten ist sehr angenehm und es werden nur selten Eingaben nicht erkannt. Die Abstände zwischen den Tasten sind am Anfang gewöhnungsbedürftig, doch nach kurzer Eingewöhnung lassen sich auch längere Texte schnell tippen. Einer der wenigen Kritikpunkte ist der Mechanismus beim Einrasten des Tablets, der noch etwas leichter gehen könnte. Hier ist etwas Druck notwendig, um die beiden Teile komplett miteinander zu verbinden.
Fazit
Das Asus Eee Pad Transformer ist im Moment noch das einzige Tablet mit einem wirklich komfortabel zu bedienenden Tastatur-Dock und kann deshalb als Gesamtpaket nur schwer verglichen werden. Doch auch als alleiniges Tablet hat es bei der Verarbeitungsqualität insgesamt überzeugt und musste nur wenige Abstriche beim Formfaktor machen. Hier haben im Moment Apple und Samsung die Nase vorne, deren Tablets für einen mobilen Einsatz besser geeignet sind.

Ich kann das Asus Eee Pad Transformer vorwiegend an Leute empfehlen, die unterwegs längere Texte schreiben möchten und sich deshalb das Tastatur-Dock dazukaufen. Dann ist es wirklich der perfekte Netbook-Ersatz, der zugleich die Vorteile eines Tablets mitbringt. Doch auch ohne Tastatur ist es ein gutes Gerät – nicht zuletzt durch die interessanten Apps, die Asus entwickelt hat. Diejenigen, die ein aktuelles Honeycomb-Tablet suchen, können also für 499 Euro bedenkenlos zugreifen.
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