Derzeit besitzen eigentlich nur die Tablets von Acer einen vollwertigen USB-Anschluss, während andere Hersteller ihren Fokus lieber darauf legen, die Geräte möglichst dünn und leistungsfähig zu machen. Das Google Nexus 7 besitzt natürlich auch aus Kostengründen keinen vollwertigen USB-Anschluss, mittels eines Adapters können theoretisch jedoch Geräte angeschlossen werden. Ich habe mir vor kurzem bei Amazon einen solchen Adapter bestellt und getestet, was genau mit dem Google Nexus 7 funktioniert und was nicht.
Zunächst einmal direkt das, was nicht funktioniert – USB-Sticks aller Art konnte das Google Nexus 7 aus dem Stand nicht erkennen. Zwar gibt es mit dem Nexus Media Importer eine Alternative, aber so gut wie bei Archos läuft das Ganze noch lange nicht. Während man bei den französischen Kollegen den USB-Stick einfach einsteckt und der Stick sofort als zusätzlicher Speicher erkannt wird, kann man mit dem Nexus Media Importer nur sehr beschränkt auf die Daten zugreifen.
Bei der kostenlosen Version kann man lediglich Fotos betrachten, andere Dateien werden zwar in der Liste angezeigt, können jedoch nicht aufgerufen werden. Insgesamt ist die Verbindung von externen Speichermedien beim Google Nexus 7 – ohne Root – eine eher schwierige Sache, auch die Verbindung zwischen Tablet und Smartphone ist ohne entsprechenden Kernel und Root nicht möglich.
Besser sieht es hingegen bei der Verwendung von Tastaturen und Mäuse aus. Beides lässt sich ohne weiteres anschließen und sofort verwenden, ohne dass es irgendeiner Konfiguration oder ähnlichem bedarf. Sogar mein XBOX-Controller wurde umgehend erkannt, mit ihm ließen sich dann zum Beispiel mit einem GBA-Emulator einwandfrei verschiedene Titel spielen. Einziges Problem – es scheint nicht möglich zu sein, das analoge Steuerkreuz anstelle des Joysticks zu verwenden, was bei manchen Spielen die Steuerung erschwert.
Kabellose Mäuse mit USB-Dongle lassen sich wie zu erwarten war nicht verwenden. Der Nutzen der Maus ist zudem recht eingeschränkt, da man z.B. Texte nicht wie bei Windows markieren kann und auch die rechte Maustaste in den meisten Fällen keine Verwendung findet. Die Steuerung über den Touchscreen erscheint mir daher dennoch sinnvoller.
Insgesamt handelt es sich bei dem Adapter um Zubehör, welches nicht unbedingt zum Must-have eines jeden Nexus-Besitzers gehört. Der Nutzen ist ohne Root eher eingeschränkt, sofern man USB-OTG per Custom-Kernel aktiviert hat, kann man mit dem Kabel sicherlich auch auf USB-Sticks oder externe Festplatten zugreifen. Für 5 Euro kann man sich das kleine Kabel dennoch kaufen, vielleicht ergibt sich in Zukunft noch ein größerer Mehrwert dank Modifikationen durch die Entwickler.
Der Adapter funktionierte im Übrigen auch mit meinem Samsung Galaxy S2 und Samsung Galaxy Note.

