Das Rätselraten um die Firma TabCo hat ein Ende – heute Abend wurde bei einem groß angekündigten Event verkündet, dass der Hersteller Fusion Garage hinter der Werbekampagne steckt. Das angeblich revolutionäre Tablet hört auf den Namen Grid 10 und läuft mit dem Betriebssystem Grid, welches auf Android basiert. Dementsprechend werden neben den nativen Programmen aus dem Grid Shop auch Android-Apps unterstützt. Auch wenn es bei der Benutzeroberfläche ein paar interessante Ansätze gibt, erinnert das Tablet sehr stark an das WeTab-Debakel.

Grund dafür ist vor allem die peinliche Pressekonferenz, die offenbar vorher aufgezeichnet wurde. Der Live-Charakter sollte durch das Einspielen von Applaus vorgespielt werden, was man jedoch sofort merkte. Sogar die anschließende Frage-Antwort-Runde von vermeintlich interessierten Kunden war ein Fake. Doch wollen wir uns lieber mit dem Grid 10 selbst beschäftigen, dessen technische Daten zwar gut, aber nicht weltbewegend sind.
Technische Daten
Das 10,1-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1366×768 Pixeln und unterstützt Multitouch mit 4 Fingern. Da es sich nur um ein Standard-TFT-Panel handelt, dürfte die Bildqualität jedoch nicht mit einem IPS-Panel vergleichbar sein. Der Nvidia Tegra 2 Dual-Core-Prozessor taktet mit 1,2GHz und wird von 512MB Arbeitsspeicher unterstützt. Auf der Rückseite gibt es wie sonst üblich keine Kamera, lediglich eine 1,3-Megapixel-Frontkamera ist vorhanden. Der Speicher beträgt 16GB und kann durch microSD-Karten erweitert werden.

Außerdem gibt es beim Fusion Garage Grid 10 einen Docking-Port, der sowohl für das Aufladen geeignet ist als auch USB und HDMI unterstützt. Ins Internet gelangt man über WiFi und dank des micro-SIM-Kartenslots kann eine 3G-Verbindung ebenfalls hergestellt werden. Die sonstigen Spezifikationen sind standardmäßig – so ist ein Mikrofon, Lautsprecher, 3,5mm-Kopfhöreranschluss, Gyroskop, Bewegungssensor und Lichtsensor an Bord. Die Standortbestimmung ist über GPS/AGPS möglich.
Formfaktor
Durch die nicht abgerundeten Ecken wirkt das Design des Grid 10 etwas gewöhnungsbedürftig, insgesamt sieht es aber nicht schlecht aus. Der Formfaktor ist mit einem Gewicht von 690g und 9,6mm Dicke allerdings keine Sensation und mit Konkurrenz-Tablets wie dem Samsung Galaxy Tab 10.1 kaum vergleichbar. Wo also bleibt die angekündigte Neuerfindung des Rades? Laut dem CEO Chandrasekar Rathakrishnan soll vor allem das selbst entwickelte, auf dem Android-Kernel basierende Betriebssystem “Grid” die Käufer überzeugen.

Grid – Das Betriebssystem
Es gibt nicht wie bei Android oder iOS mehrere Homescreens, sondern einen einheitlichen “Grid Desktop”, der in alle Richtungen verschiebbar ist. Dort sind die “Grid Frames” platziert, wo mehrere App-Icons nach Themen sortiert angezeigt werden. So gibt es Clusters mit App-Verknüpfungen zu Music, News oder Media, welche individuell angeordnet werden können. Bei Bedarf können die Clusters eingeklappt werden, um eine bessere Übersicht über den Desktop zu erhalten. Zwar sieht dieses Konzept sehr interessant aus, doch ob es im Alltag besser als der standardmäßige Android-Homescreen zu bedienen ist, bleibt fraglich.
Es sind viele von Fusion Garage entwickelte Apps vorinstalliert. Dazu gehören vor allem Grundfunktionen wie ein Browser mit fragwürdiger Rad-Navigation, ein Foto-Browser, Kalender oder ein Musik-Programm. Alles sieht recht hübsch aus und wurde mit zahlreichen Animationen versehen, von denen viele jedoch ziemlich unnötig sind und nur die Geschwindigkeit verringern. Man merkt, dass sich die Entwickler Gedanken gemacht haben, um spezielle Funktionen wie das Entsperren des Lockscreens mit der eigenen Unterschrift zu integrieren. Mich hat das meiste aber nicht wirklich überzeugt, da die Bedienung wegen den vielen Bedienelementen teilweise kompliziert wirkte.
Verfügbarkeit
Ab sofort können US-Amerikaner das Fusion Garage Grid 10 auf der Homepage des Herstellers vorbestellen, andere Länder sollen später hinzukommen. Der Preis beträgt 499 US-Dollar, die 3G-Version kostet 599 US-Dollar. Ab 15. September soll das Tablet dann an die ersten Käufer verschickt werden. Ich bin insgesamt ziemlich enttäuscht von der Vorstellung und empfinde die groß angelegte PR-Kampagne als deutlich übertrieben. Das Tablet ist keine große Innovation sondern ein ähnliches Projekt wie das WeTab, das hoffentlich im Gegensatz zum WeTab pünktlich und mit den versprochenen Features auf den Markt kommen wird.
Wirklich hohe Verkaufszahlen erwarte ich nicht, seine Käufer wird es wohl dank der Werbung trotzdem finden. Was haltet ihr von dem Fusion Garage Grid 10?

Pingback: Erste Pressestimmen: Fusion Garage Grid 10 besser als gedacht » Tablet Community
Pingbacks & Trackbacks