Mit dem Nexus 10 hat Google am Montag Abend das erste Android-Tablet vorgestellt, welches bei der Display-Auflösung sogar den bisherigen Platzhirsch – das Apple iPad – übertrumpfen kann. Auf einer Diagonale von 10,055 Zoll kann der Bildschirm des Nexus 10 stolze 2560 x 1600 Bildpunkte darstellen, was einer Pixeldichte von 300 ppi entspricht. Die Pixeldichte beim iPad beträgt 264 ppi. Die sonstigen technischen Daten lassen ebenfalls kaum Wünsche offen – es wurden die neusten Komponenten verbaut, die der Markt zurzeit hergibt. Dennoch gibt es einen Punkt, an dem Google bei Apple hätte lernen können. Stichwort: Vielfalt.
Bildquelle: TheVergeTechnisch scheint das Nexus 10 tatsächlich ein perfektes 10-Zoll-Tablet zu sein. Neben der guten Bildqualität des durch Gorilla Glass 2 geschützten “True RGB Real Stripe PLS”-Displays ist dank Cortex-A15-CPU, 2 GB RAM sowie Mali-T604-GPU auch für eine hohe Performance gesorgt. Auf der Vorderseite befindet sich eine 1,9-Megapixel-Frontkamera und auf der Rückseite ist eine 5-MP-Kamera mit Blitz eingebaut. Das 8,9 mm dünne Tablet bringt 603 Gramm auf die Waage und verfügt über einen 9000 mAh starken Akku. Als Betriebssystem läuft die neueste Android-Verson 4.2 Jelly Bean.
Die Anschlüsse sind Samsung-untypisch ebenfalls ausreichend. Micro-HDMI, Micro-USB und ein Kopfhöreranschluss sind vorhanden. Sicherlich kann man den fehlenden microSD-Kartenslot und die daraus resultierende Limitierung auf 16 GB bzw. 32 GB kritisieren, doch für die meisten Nutzer wird dieser Speicher locker ausreichen.
Der Preisunterschied zu Apple ist nicht ganz so deutlich wie beim Smartphone Nexus 4, doch immerhin unterbietet man den Konkurrenten um 100 Euro. Das Einstiegsmodell des Nexus 10 ist ab 399 Euro erhältlich, für das 32-GB-Modell zahlt der Kunde 499 Euro. Doch das war’s – keine weiteren Modelle mit mehr Speicher, 3G, LTE oder gar eine andere Farbe. Während Apple insgesamt 12 Versionen anbietet und somit für jeden Kunden die passende Konfiguration parat hat, müssen sich die Käufer bei Google mit den beiden Standard-Modellen abfinden.
Ich hätte nie gedacht, dass ich ausgerechnet Google mal eine mangelnde Vielfalt vorwerfen muss – angesichts der unglaublich großen Auswahl an Android-Geräten. Doch hier könnte die ansonsten sehr lobenswerte Vereinfachung und Übersichtlichkeit tatsächlich ein wenig zu weit getrieben worden sein. Möglicherweise wird Google wie beim Nexus 7 irgendwann eine 3G-Version nachreichen, allerdings wäre hier der zeitgleiche oder nur leicht versetzte Marktstart aller Modelle wie bei Apple deutlich kundenfreundlicher gewesen. Wir sprechen hier nicht unbedingt von der breiten Masse, die sich nun zähneknirschend mit der geringen Auswahl zufrieden gibt. Dennoch gibt es zweifellos genug Leute, die eine breitere Palette für Google durchaus lohnenswert gemacht hätten. Ich selbst kenne aus dem eigenen Umfeld einige, die ein weißes Design bevorzugen, sich unter 64 GB kein Gerät kaufen oder auf 3G angewiesen sind.
Um es nochmal zu betonen: Google hat mit dem Nexus 10 ein grandioses Stück Hardware präsentiert und das zu einem erschwinglichen Preis. In den Verkaufszahlen wird sich dies auch sicherlich widerspiegeln. Jedoch sollte Google vielleicht doch die eingleisige Strategie nochmal überdenken, um noch mehr Kunden zu erreichen.
Ab 13. November soll das Google Nexus 10 in Deutschland ausgeliefert werden. Bereits jetzt kann man sich im Play Store für die Bestellung vormerken lassen.
Was meint ihr zu der geringen Modell-Vielfalt? Eure Meinung in die Kommentare.

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