Nachdem vorgestern endlich das Geheimnis um die mysteriöse Firma TabCo gelüftet wurde, sind nun erste Hands-On-Berichte und Videos des Grid 10 aufgetaucht. Die Bedienung des Tablets bei der Präsentation war also im Gegensatz zum Applaus immerhin kein Fake, denn es existieren wirklich fertige Geräte. Auch wenn die Software teilweise noch ein paar Kinderkrankheiten bezüglich der Stabilität hat, waren die Journalisten insgesamt sehr positiv überrascht. Besonders wenn man es mit dem Vorgänger JooJoo vergleicht, haben die Entwickler von Fusion Garage große Fortschritte gemacht.
Jetzt sagen sicherlich einige: Die Werbekampagne war doch total übertrieben und das Tablet will für den Preis sowieso niemand kaufen! Stimmt, die Ankündigungen im Vorfeld waren in der Tat unverhältnismäßig, doch so schlecht wie von vielen vermutet, scheint das Tablet laut den Berichten nicht zu sein. So ist den Kollegen von ThisIsMyNext die “ziemlich gute Qualität” der Hardware aufgefallen, lediglich die Blickwinkel seien sehr eingeschränkt und das Panel fühle sich etwas billig an. Insgesamt hat es laut IntoMobile aber ein schickes Design und ist ziemlich dünn, wobei die Rückseite aus mattem Plastik wohl den Fans von gebürstetem Aluminium weniger gefallen wird.
Das wirklich interessante war aber nicht die Hardware, sondern das von Fusion Garage entwickelte Betriebssystem Grid auf Basis des Android-Kernels. Die Oberfläche macht einen guten Gebrauch von der GPU, da sehr viele Animationen zum Einsatz kommen. Vor allem in den ersten 10 Minuten waren die Tester beeindruckt davon, doch mit der Zeit wurde die Software leider auch immer langsamer und stürzte hin und wieder ab. Das kann und muss natürlich noch nachgebessert werden, interessanter ist aber eher das Konzept der neuartigen Oberfläche. Und das gefiel den Kollegen wirklich sehr gut, wobei jedoch die tiefer greifende Funktionalität infrage gestellt wurde.
Die Performance des Browsers wurde positiv hervorgehoben – sowohl das Scrolling als auch das Zoomen funktionierte dort flüssig und schnell. Da das Grid 10 außer dem Power-Button keine Taste besitzt, werden viele Funktionen über Gesten ausgelöst. Dies funktionierte jedoch noch nicht sehr gut und muss ebenfalls nachgebessert werden. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Fusion Garage ein interessantes Konzept vorgelegt hat, aber noch unbedingt eine Optimierung der Software vornehmen muss. Außerdem könnte der Preis ab 499 US-Dollar viele Leute vom Kauf abhalten, da man bei vergleichbar ausgestatteten Geräten mit einem ausgereiften Betriebssystem über 100 US-Dollar sparen könnte.

Ich schließe mich aber der Aussage von engadget an – auch wenn nicht jeder von dem Grid 10 begeistert ist, bereichert es den Markt auf jeden Fall um neue Ideen. Besonders für Leute, die nicht auf den Android- oder iOS-Zug aufspringen wollen, ist es deshalb eine gute Alternative. Ich finde, man sollte auch kleineren Firmen mit weniger Mitarbeitern eine Chance geben. Wichtig für den Kunden ist natürlich, dass im Gegensatz zu Geräten wie dem WeTab auch die Versprechen eingehalten werden. Dies scheint bei Fusion Garage aber der Fall zu sein, weshalb ich sehr gespannt auf die Verkaufszahlen bin.

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