Bericht: Lohnt sich bereits der Kauf von LTE-Tablets?

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Noch gelten sie eher als Exoten – Tablets, die dank eingebautem 4G-Modem den neuesten Mobilfunkstandard (LTE) unterstützen.


LTE-Logo[1]

Noch gelten sie eher als Exoten – Tablets, die dank eingebautem 4G-Modem den neuesten Mobilfunkstandard (LTE) unterstützen. Doch allmählich wächst die Auswahl und erste Tarife stehen bei einigen der Mobilfunkanbieter bereit. Aber lohnt der Kauf tatsächlich schon, was bringt LTE in der Praxis und wie hoch sind die Kosten?

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Über LTE

Mai 2012 – die Versteigerung der deutschen LTE-Frequenzen liegt mittlerweile 2 Jahre zurück. Ein Zeitraum, den Vodafone und die Deutsche Telekom intensiv nutzten, um das Netz der neusten Generation aufzubauen. Die Technik soll langfristig ältere Standards, wie UMTS und HSPA, ablösen. LTE beeindruckt insbesondere mit niedrigen Latenzzeiten und enormen Datenraten.

Im Download sind, im aktuellen Release, bis zu 100 MBit/s möglich. Werte also, die sonst nur Kabelprovider mit den schnellsten Tarifen liefern. Kommende Versionen versprechen sogar Eckwerte weit über diesem Niveau. Verfügbar ist LTE allerdings bei weitem noch nicht in jedem Winkel der Republik. Beim Ausbau genoss bis dato primär der ländliche Raum eine Vorzugsstellung. Nämlich überall dort, wo in Sachen Breitbandinternet noch viele weiße Flecken klafften. Mitte dieses Jahres galten 90 Prozent der betroffenen Gebiete, in 12 Bundesländern, als erschlossen, wobei die 2 Stadtstaaten Bremen und Hamburg ausgenommen sind. So eine Einschätzung der Bundesnetzagentur im Juni. Nur noch in Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern herrscht Nachholbedarf. Doch auch dort ist in den kommenden Wochen der gleiche Status zu erwarten.

LTE Verfügbarkeit April bis Juni 2012

LTE-Verfügbarkeit (April – Juni 2012) | Quelle: 4g.de

Die Entwicklung bedeutet insbesondere Hoffnung für jene Verbraucher, bei denen noch kein DSL verfügbar ist. Diese können per LTE nun eine Alternative buchen, die bis zu 50 MBit/s schnell ist und auf Wunsch sogar eine Festnetzflat beinhaltet. Dieser Umstand ist insofern relevant, da jetzt auch die mobile Nutzung des Mobilfunkstandards in den Vordergrund rückt. Denn Vorgaben der Bundesnetzagentur erlaubten den Providern erst mit Schließung der Breitbandlücken den Ausbau der städtischen Netze.

Im Juli 2012 gab die Deutsche Telekom bekannt, dass LTE schon in 50 Städten ausgebaut ist. Vodafone versorgt in etwa gleichviel Städte. Bis Dezember werden, den Plänen beider Konzerne zufolge, in etwa nochmals 50 hinzukommen. O2 teilte im selben Monat ebenfalls mit, erste Städte ans Netz zu nehmen. Besitzern von LTE-fähigen Smartphones und Tablets steht also der Zugang zum Highspeed-4G-Netz in immer mehr Regionen offen.

LTE-Tablets in Deutschland

Wie einleitend schon erwähnt, hält sich die Auswahl an Tablets mit nativem LTE-Support noch arg in Grenzen. Geschuldet ist dieser Umstand jedoch auch den Patentstreitigkeiten von Samsung mit Apple und Apples mangelnder Weitsicht. Doch dazu gleich mehr.

ASUS Transformer Pad TF300TL bei o2

Vodafone hat seit Juni 2012 das „Samsung Galaxy Tab 8.9 LTE“ im Angebot, zu dem wir bereits einen Erfahrungsbericht veröffentlicht haben. O2 vertreibt dagegen ab Ende Juli das „Transformer Pad TF300TL“ in Verbindung mit den eigenen LTE-Tarifen. T-Mobile setzt, wie Vodafone, auf das Galaxy Tab 8.9 LTE. Der japanische Hersteller Fujitsu plant im dritten Quartal das Q702 auf den Markt zu bringen. Ein Hybrid, das sowohl als Netbook, als auch als Tablet fungieren kann. Weitere Modelle werden wir mit Sicherheit auf der IFA (31.08.2012-05.09.2012) in Berlin sehen.

Apples Fauxpas

Der Release von Apples dritter iPad-Generation sorgte, wie üblich, für großes Aufsehen. Allerdings hagelte es diesmal auch negative Publicity. Der Grund: Der ursprüngliche Zusatz „4G“ im Namen suggerierte zunächst, das Pad unterstütze auch den LTE-Standard. Was technisch gesehen auch stimmt, allerdings nur auf Frequenzbereichen von 700 MHz und 2100 MHz. Diese Bänder kommen in Deutschland und anderen Ländern leider gar nicht zum Einsatz, sondern maßgeblich in den USA. Die Folge ist, dass selbst mit gebuchtem LTE-Tarif das Browserfenster leer bleibt. Zumindest im 4G-Modus.

iPad LTE Frequenzen

Lohnt der Umstieg schon und was kostet LTE?

Die Frage nach dem Umstieg lässt sich nicht ohne weiteres mit ja oder nein beantworten. Fakt ist, das Netz befindet noch im Aufbau und die monatlichen Kosten sind nicht unerheblich. Passende LTE-Tarife, ohne Tablet, bewegen sich in einer Preisspanne von 25 bis 80 Euro je Monat.

Zum Vergleich bietet sich an, die drei schnellsten Tarife von O2, Vodafone und T-Mobile kurz gegenüber zu stellen. Bei Vodafone ist dies die „MobileInternet Flat 50“ für aktuell 44,99 Euro pro Monat, mit bis zu 50 MBit/s Downloadrate und 10 GB Highspeed-Volumen. O2 verlang für den gleich schnellen Surfspaß und 10 GB ebenfalls 44,99 Euro. Das schnellste Angebot findet man im Shop von T-Mobile. Mit satten 100 MBit/s als Obergrenze und 30 GB Inklusivvolumen lockt der Tarif „Mobile Data XL“. Hier sollte man allerdings Standfestigkeit bei Durchsicht des Kontoauszuges bewahren, denn den Luxus lässt sich der Konzern mit knapp 80 Euro monatlich vergüten. Hinzu kommen selbstverständlich noch Kosten für das Tablet selbst, sofern sich noch keines im Eigenbesitz befindet.

Bei allen Anbietern kann das Gerät gegen einen monatlichen Aufpreis von ca. 15 bis 20 Euro, also leicht subventioniert, bezogen werden. Der „Stand-alone-Preis“ liegt wie üblich im Bereich von 500 bis 800 Euro, je nach Modell und Provider. Das ASUS Transformer Pad TF300TL ist am unteren Ende der Skala erhältlich und verfügt zugleich über recht gute Spezifikationen. T-Mobile listet das Samsung Galaxy Tab 8.9 (mit LTE-Support) für 799,95 Euro ohne Vertrag.

LTE Vodafone

Fazit: Wer ohnehin die Anschaffung eines Tablets der neusten Generation ins Auge gefasst hat, ist mit einem LTE-fähigen Modell gut für die Zukunft in Sachen Mobilfunk gewappnet. LTE wird früher oder später die Netzreferenz, aber auch noch deutlich preiswerter werden. Wer also nicht unbedingt Höchstleistung im täglichen Umgang mit dem Internet benötigt, ist mit günstigeren HSPA- oder UMTS-Tarifen wahrscheinlich einige Zeit noch besser beraten.

Dies ist ein Gastbeitrag von Sebastian Schöne. Er betreut redaktionell das LTE-Informationsportal LTE-Anbieter.info, welches 2009 gegründet wurde. Die Seite bietet seither regelmäßig Neuigkeiten zur Entwicklung der LTE-Mobilfunktechnik samt Hintergrundberichten und Interviews. Zudem finden Interessenten eine aktive Community im LTE-Forum, sowie eine Karte, die den aktuellen Stand der Verfügbarkeit von LTE bundesweit widerspiegelt.

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  • Ingohausn

    Solange es am Rande der Dörfer noch nicht einmal UMTS geschweige denn HDSPA gibt, halte ich die Versorgung von 90% der Fläche mit LTE fü ein Gerücht….

  • Sven

    ja genau so sehe ich das auch, alles nur augenwischerei, es gibt etliche Gebiete südlich von Berlin wo man die Kiese bekommt wenn man mal mobil Surfen will

  • wupie

    sehr gute zusammenfassung der aktuellen situation! lte ist ja auch deswegen wichtig, weil es entlastung bietet. die umts-netze sind bereits am rande ihrer belastbarkeit, daher tun alternativen not. aber an den preisen für die tarife muss definitiv noch geschraubt werden, um lte attraktiv für viele zu machen.

  • http://twitter.com/coriandreas @coriandreas

    Ich steige erst ein, wenn es monatlich kündbare #LTE Optionspakete von Discountern gibt. Aber das wird noch lange dauern, bis Fonic, Lidl, congstar oder Edeka aktiv oder überhaupt zum Zug kommen werden – ich denke nicht vor Ende 2013, sicherlich eher 2014.