Das furiose Urteil über 1 Milliarde US-Dollar Schadensersatz, die Samsung an Apple zahlen muss, liegt dem koreanischen Konzern wahrscheinlich immer noch schwer im Magen. Die Klagen gegen Apple scheinen mittlerweile immer häufiger vor Gericht auf taube Ohren zu stoßen, auch im ersten Prozess unter der International Trade Commission konnte Samsung keinerlei Erfolge erzielen.
Die Problematik besteht darin, dass Samsung zwar durchaus einige Patente besitzt, die Apple auch nutzt, allerdings nicht selbst ausreichend wirtschaftlich oder technisch geprägt hat – im englischen Original ist hier von “domestic industry” die Rede bzw. eben das Fehlen der selbigen. Konkret geht es hierbei laut fosspatents um die folgenden Patente:
- claims 75-76 and 82-84 of U.S. Patent No. 7,706,348 on an “apparatus and method for encoding/decoding transport format combination indicator in CDMA mobile communication system” (an allegedly UMTS-essential patent)
- claims 9-16 of U.S. Patent No. 7,486,644 on a “method and apparatus for transmitting and receiving data with high reliability in a mobile communication system supporting packet data transmission” (allegedly UMTS-essential)
- claims 5, 9-10 and 13 of U.S. Patent No. 6,771,980 on a “method for dialing in a smart phone”
- claims 1-5 of U.S. Patent No. 7,450,114 on “user interface systems and methods for manipulating and viewing digital documents”
Gegen ein solches Urteil Einspruch zu erheben ist denkbar schwer, da Samsung zunächst einmal nachweisen müsste, dass man zum Beispiel technisch eine Menge Zeit und Geld in die Entwicklung investiert hat oder wirtschaftlich bzw. ökonomisch als Marke mit den Technologien in Verbindung gebracht wird, was freilich nicht der Fall ist. Während Apple also problemlos mit runden Ecken und Icons vor Gericht siegen kann, sind technische Details und Feinheiten scheinbar kein Grund zur Klage.
via slashgear

