Kommentar: Bessere Tablet-Spiele für 2013!

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Tablet-Spiele

Insbesondere bei Android sind gute Tablet-Spiele immer noch Mangelware; auch Windows 8 ist hier nicht besser. Aber das muss doch nicht sein!


Angry Birds, Tempe Run, Doodle Jump, Where’s my Water?, Cut the Rope. Alles gute Spiele mit interessantem Konzept. Alles Spiele mit denen man sich die Zeit beim Warten auf den Bus, im Zug oder während einer langweiligen Vorlesung die Zeit vertreiben kann.

Dann ist doch alles in Ordnung? Nein, leider nicht. Während die Tablets immer leistungsfähiger werden und gerade teurere Geräte eigentlich alles bieten, was einen voll funktionsfähigen Computer ausmacht, wächst die Spiele-Industrie auf Tablets nur sehr langsam. Warum eigentlich?

Die heutigen Geräte haben zumeist genug Rechenpower. Darüber hinaus benutzen immer mehr Menschen ihr Tablet daheim auf dem Sofa. Die Wii U macht es doch auch nicht anders: Ein Tablet als Mini-Bildschirm und/oder Controller. Warum folglich nicht auch unter Android – das ist eine Frage, deren Antwort man mir noch immer schuldig ist. Dabei wird mein Xbox-360 Controller genauso wie eine handelsübliche Bluetooth-Tastatur ohne Treiber-Feintuning perfekt unterstützt. An den Eingabemöglichkeiten kann es somit nicht liegen, zumal es inzwischen ziemlich schicke Lösungen wie den Gaming-Controller von SteelSeries gibt.

Zwar sind Call of Duty und Halo-Klone noch recht einfach zu finden; aber schaut man nach Modern Combat (gab’s da nicht mal einen ähnlich klingenden Titel eines Call of Duty-Teils? Hieß der nicht Modern….Warfare?) und N.O.V.A. , finden sich komplexere, MultiPlayer-tauglichere Spiele immer noch sehr selten. Damit möchte ich nicht sagen, dass beide oben genannte Titel mir nicht gefallen würden, nein ganz und gar nicht: Ich spiele gerne Modern Combat. Aber irgendwie fehlt mir einfach noch die Tiefe in diesen Spielen. Es gibt zu wenig Alternativen und dem geneigten Spieler wird zu viel Einheitsbrei bei “Android Triple A”-Titeln geboten. Horn ging hier zwar einen Schritt weiter, schlussendlich gab es das Spielprinzip aber auch schon mit Blood & Glory und im Original unter iOS als Infinity Blade.

MadFinger Games hingegen haben mit Shadowgun: DeadZone bewiesen, dass Multiplayer-Spiele auf Android mit guter Grafik dennoch komplex sein können. Hier wird natürlich auf den Singleplayer-Teil komplett verzichtet – das nehme ich allerdings gerne in Kauf, da das originale Shadowgun ebenso wie Modern Combat ziemlich einfach gestrickt ist, was das Spielprinzip (Töten und durch Schlauchlevels rennen) angeht.

Auch wenn die Playstation Portable wohl größtenteils gefloppt ist, hatten es Entwickler und Publisher doch auch geschafft, richtig gute und interessante Spiele gewinnbringend zu vermarkten. Wenn ich beispielsweise an Killzone: Liberation denke, einen Shooter mit Serien-untypischer Top-Down-Ansicht, dann frage ich mich, woran eine Portierung scheitert. Natürlich liegt das zum einen an den Namensrechten, die bei Sony liegen; aber eine eigene Marke zu etablieren, sollte doch (zumindest im mobilen Sektor) noch ein risikoarmes Verfahren darstellen, dieses Top-Down-Prinzip zu verkaufen. Am meisten stört mich allerdings das Fehlen von “GTA: Chinatown Wars”, da dieses selbst auf iOS veröffentlicht wurde und zu meinen absoluten Lieblingsspielen gehört.

Aber es sind nicht nur die fehlende Auswahl an “Triple A”-Titeln und deren Innovationen, es ist auch der unzureichende Support. Electronic Arts hat auch hier gezeigt, wie man es nicht machen sollte: Worms beispielsweise ist ein ideales Zwischendurch-Spiel, welches allerdings auch langfristig und vor allem im Multiplayer erfolgreich hätte werden können. Aber ein Update hat das Spiel schon ewig nicht erhalten, weshalb es nicht mal für mein Nexus 7 zur Verfügung steht. Schade, Electronic Arts! Auch N.O.V.A. 3 läuft auf meinem Tegra-3-Tablet noch immer nicht zufriedenstellend und ich bezweifele, dass sich daran noch was ändern wird. Schade, Gameloft!

Worauf möchte ich nun eigentlich hinaus?

Ich wünsche mir für 2013 einfach mehr Spiele mit Tiefgang und innovativem Konzept für Core-Gamer. Während ich noch immer gerne eine Runde Dead Space spiele (absoluter Tipp, sehr gute Umsetzung und geniale Atmosphäre), warte ich gierig auf Nachschub. Für FIFA 2013 erhoffe ich mir, dass endlich nicht mehr Augsburg die Tabelle dominiert (wer ist denn für den Algorithmus verantwortlich?) und natürlich weitere Portierungen großer Marken (wie wär’s Sony? Hast uns ja gezeigt, dass es technisch kein Problem darstellt). Einige werden jetzt abschließend sagen, dass ich mittels Emulatoren eine riesige Auswahl habe. Das stimmt natürlich, dafür bin ich auch dankbar. Allerdings bin ich auch gerne bereit, Geld für saubere Portierungen zu bezahlen, wenn zeitgemäße Features (seit den 90ern ist viel passiert ;-) ) eingeführt würden. Dass es nicht das Einfachste ist, die Steuerung dermaßen zu reduzieren, dass sie mittels Touchscreen benutzbar ist, weiß ich selbst. Aber Andere schaffen es doch auch.

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  • mou_spill

    Tablets werden immer leistungsfähiger? Stimmt. Aber auch wenn sie schneller hochfahren und sich rasend schnell anfühlen, sind sie trotzdem noch sehr weit weg von der Leistung des Desktop PCs (und auch bei denen gibt es ja nicht nur den 400 Euro Office-PC, sondern auch den High End Gamer PC). Und das gilt für die High End Geräte wie S3, XPERIA Z, etc. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Spiele nicht ausschließlich für diese programmiert werden, sondern auch für die zahlreichen Geräte der mittleren Leistungskategorie und natürlich auch der Einsteigergeräte. Also wenn du vergleichbare Spiele willst, wirst du vermutlich noch eine Weile warten müssen.
    Natürlich steht geringere Rechenpower Innovation und Tiefgang nicht grundsätzlich entgegen, weshalb wir auch schon eine Reihe netter Games im Store finden. Warum aber mehr für iOS als für Android? Könnte auch an der Bereitschaft der Nutzer liegen, für Programmierarbeit bare Münze zu zahlen. Diese liegt bei Apfelfreunden offenbar höher, als bei Androiden. Wenn man mal in den Play Store schaut, wird man selten einen Titel finden, der mehr als fünf Euro kostet, und wenn, dann liest man entsprechend negative Kommentare zum Preis. Ein Spiel für den Desktop PC dagegen, nehmen wir z.B. mal das kommende Total War: Rome II setzt mit dem zehnfachen der genannten fünf Euro an und wird erst im Laufe der Zeit billiger. Allerdings gibt es dann auch schon neue Spiele, die noch toller, schöner, aufwendiger sind und noch mehr Rechenpower brauchen.

    Für Core Gamer gibt es aus meiner Sicht nur eine Lösung: Kauft euch einen großen Rechner mit richtig viel Leistung und investiert Geld in schöne Spiele.

    • Marco Machnik

      “Könnte auch an der Bereitschaft der Nutzer liegen, für Programmierarbeit bare Münze zu zahlen.”

      Durchaus hast du nicht Unrecht. Allerdings ist dies teilweise auch Google geschuldet, da PrePaid-Karten immernoch nicht im Einzelhandel landen, und die meisten keine Kreditkarte besitzen

      “Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Spiele nicht ausschließlich
      für diese programmiert werden, sondern auch für die zahlreichen Geräte
      der mittleren Leistungskategorie und natürlich auch der
      Einsteigergeräte.”

      Am Computer gibt es ja dafür zum Glück Grafikeinstellungen. Diese Möglichkeiten anzubieten dürfte vom programmiertechnischen Aufwand eher gering ausfallen. Galaxy on Fire besitzt beispielsweise ein solches Menü.

      “Ein Spiel für den Desktop PC dagegen, nehmen wir z.B. mal das kommende
      Total War: Rome II setzt mit dem zehnfachen der genannten fünf Euro an
      und wird erst im Laufe der Zeit billiger.”

      Allerdings ist die Entwicklungszeit solcher Titel auch unverhältnismäßig viel höher und meist viel größere Teams arbeiten daran. Hinzu kommen natürlich auch noch Marketingkosten, Vertrieb, Lizenzkosten für Kopierschutz etc. Das alles fällt bei Produkten aus dem PlayStore ganz oder zumindest größtenteils weg.

      Grüße

      • mou_spill

        “(…)und die meisten keine Kreditkarte besitzen(…)”.

        Die meisten Wer? Die meisten Android-Nutzer? Die meisten deiner Altersklasse? Die meisten Deutschen?

        Wenn du da eine Statistik hast hinsichtlich der Androidianer, würde mich das interessieren.

        Ein Hinderungsgrund muss das aber ohnehin nicht sein. Schließlich kann man sich eine ausstellen lassen, und wenn man die Risiken scheut, warum nicht eine prepaid Kreditkarte? Oder, wenn man bei Vodafone oder T-Mobile ist, kann man per Telefonrechnung zahlen.

        Dass die Google PrePaid “noch nicht” im Einzelhandel ist, ist gut. Ich dachte, das Projekt sei schon wieder eingestellt?

        Na, wie dem auch sei. Die Zahlung ist ja nur ein Punkt, und wahrscheinlich nicht der Wichtigste.

        • Marco Machnik

          Okay, eventuell habe ich da ein wenig zu sehr verallgemeinert. In meinem Bekanntenkreis in Deutschland besitzt keiner eine Kreditkarte, wohingegen ich auffiel, als ich keine in Amerika besaß.
          Und PrePaid-Kreditkarten sind meiner Meinung nach auch keine saubere Lösung. Aber ich möchte mich da nich zu sehr auf das Thema verbeißen, da ich mich mit Kreditkarten (noch?) nicht auseinander setzen musste und mich folglich auch nicht damit auskenne.

          Grüße